Das „Landtagsschloss“ – kleiner Rückblick auf die Eröffnung
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Potsdam Das „Landtagsschloss“ – kleiner Rückblick auf die Eröffnung
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00:21 21.01.2019
Seit fünf Jahren steht der Landtag. Das Umfeld veränderte sich seitdem rasant. Quelle: Lutz Hannemann
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Potsdam

Von Beginn an war das wiederaufgebaute Potsdamer Stadtschloss ein Publikumsmagnet. Durch das Fortunaportal hindurch strömten am Eröffnungswochenende vom 18. und 19. Januar 2014 über 22 000 Menschen in den barocken Hof des neuen „Landtagsschlosses“ und bestaunten anschließend den hellen Plenarsaal, der mit seinen weißen Wänden und roten Polstern dezent die Landesfarben Brandenburgs wiedergab.

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Der damalige Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) hatte nach einem Festgottesdienst in der Nikolaikirche symbolisch das Fortunaportal für die Bevölkerung aufgesperrt.

Zu Tausenden standen Bürger Schlange, um den neuen Landtag in Form des Potsdamer Stadtschlosses in Besitz zu nehmen.

Die Eröffnungsrede hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert

Am 21. Januar hielt der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Eröffnungsrede in einer parlamentarischen Feierstunde. „Wir eröffnen das erste eigene Parlamentsgebäude in der mehr als tausendjährigen Geschichte Brandenburgs“, sagte Lammert damals und würdigte das bürgerschaftliche Engagement für die barocke äußere Form und die Entscheidung des Landtags von 2005, das Gebäude in den Um- und Aufrissen des alten Potsdamer Stadtschlosses aufzubauen.

Peter Kulka, der Architekt des Hauses bekam nicht nur Lob, sondern von Gunter Fritsch auch ein Paar rot-weißer Turnschuhe, weil Kulka ihm einst anvertraut hatte, dass er für jede neue Baustelle neue Turnschuhe benötige.

Weißer Adler und Sanssouci-Pavillons sorgten für Geschmacksdebatten

Die Debatten um den Bau ebbten allerdings auch nach der Eröffnung nicht ab und drehten sich weiterhin um ästhetische Fragen. Kurz nach der Eröffnung wurden die Sanssouci-Pavillons von Florian Dombois im Hof errichtet. Das Kunstwerk „Zugabe“ ist bis heute umstritten.

Florian Dombois aus Köln gewann mit seiner Arbeit „Zugabe", zwei illusionistischen Pavillons die aus dem Zentraloval des Schlosses Sanssouci abgeleitet waren, den Wettbewerb für Kunst am Bau. Sie stehen heute im Innenhof des Landtages. Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch Kulkas „weißer Adler“ für den Plenarsaal führte zum Streit, der aber in einem Kompromiss endete: Am Rednerpult prangt seit Juni 2014 das korrekte rot gefiederte Wappentier. Im Herbst 2015 fand Kulkas weiße Version in der Lobby vor dem Plenarsaal einen angemessenen Platz.

Ein Interview mit Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) über den 5. Geburtstag des Landtags, können Sie hier lesen.

Zahlen und Fakten zum neuen Landtag

Der neue Landtag war von Beginn an ein Publikumsmagnet. In fünf Jahren wurden 676 000 Besucher gezählt, etwa 400 an jedem Öffnungstag. An manchen Tagen betreten über 1000 Gäste das offene Haus.

Der nächste Tag
der offenen Tür ist für den 6.April vorgesehen – tausende Menschen werden erwartet.

Acht Kunstausstellungen waren im Südflügel des Hauses seit der Eröffnung zu sehen. 25 Themen-Ausstellungen wurden im Foyer gezeigt. Von den kostenlosen Postkarten mit Ansichten des Gebäudes gingen seit der ersten Auflage im November 2015 über 41 000 Stück über die Theke des Infopunkts im Foyer.

Neben den 88 Abgeordneten und ihren Fraktionsmitarbeitern arbeiten rund 130 Mitarbeiter in der Verwaltung des Landtags. Bislang hat auch der Landesrechnungshof mit ebenfalls rund 130 Mitarbeitern seinen Sitz im Gebäude.

Die Grundsteinlegung für den neuen Landtag fand am 25. März 2010 statt. Das Richtfest wurde am 24. November 2011 gefeiert. Die erste Plenarsitzung fand am 22. Januar 2014 statt.

Der Bau durch den niederländischen Konzern BAM kostete etwa 162 Millionen Euro, wobei 22 Millionen Euro vom Mäzen Hasso Plattner für die barocke Fassade und das Kupferdach gespendet wurden.

Von Peter Degener

Am 18. Januar 2014 – vor genau fünf Jahren – wurde der neue Landtag in Form des Potsdamer Stadtschlosses der Bevölkerung übergeben. Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) gibt den Befürwortern des Neubaus im MAZ-Interview im Nachhinein recht für die Entscheidung.

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