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Potsdam Die Welt der Unangepassten
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15:20 22.09.2014
Roger Drescher im Jahr 2006. Quelle: Johanna Bergmann
Potsdam

Roger Drescher arbeitete vor dem Mauerfall als freier Bildautor unter anderem für die „Märkische Union“. Nach der Wende wechselte er zum „Berliner Kurier“, später war er mehrere Jahre für die „Berliner Seiten“ der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ tätig. Daneben schrieb er auch für die MAZ.

Bekannt sind in Potsdam vor allem seine in den 1980er Jahren entstandenen Fotografien über die Künstler- und Bohemienszene im Café Heider am Nauener Tor. Eine erste Ausstellung mit Heider-Fotografien von Roger Drescher wurde am 20. April 1989 im Turm des damaligen Kulturhauses „Hans Marchwitza“ am Alten Markt eröffnet, das heute Heimstatt des Potsdam-Museums ist. 2006 erschien ein mittlerweile vergriffenes Buch „Damals im Café Heider“ mit zahlreichen Fotografien von Roger Drescher und vielen Erinnerungen von Zeitzeugen. In Ausstellungen waren später Reisebilder aus Venedig und Aufnahmen des Lausitzdorfes Horno zu sehen, das einem Braunkohletagebau weichen musste.

Immer sonntags um 22 Uhr wurden im „Heider“ die gelbgerauchten Gardinen für die Wäsche abgenommen, obwohl das Café noch voller Gäste war. Quelle: Roger Drescher

Im Nachlass des Fotografen, zu dessen Vorbildern Ikonen wie Barbara Klemm und der Magnum-Fotograf Henri Cartier-Bresson zählten, finden sich nach Einschätzung von Fienhold Sheen und Judith Granzow, der Abteilungsleiterin Fotografie des Potsdam-Museums, etwa mit Aufnahmen von der 1000-Jahrfeier Potsdams 1993 bedeutende Zeugnisse der jüngeren Stadtgeschichte. Viele seiner Aufnahmen dokumentieren die Lebenswelt der Oppositionellen und Unangepassten, die nach Ansicht des Fördervereins in der Sammlung des Museums besondere Berücksichtigung erfahren sollte.

Roger Drescher schied am 13. Dezember 2013 freiwillig aus dem Leben und wurde später im engsten Familienkreis auf dem Kleinmachnower Friedhof bestattet. Der Museums-Förderverein will zum ersten Todestag mit einer Veranstaltung an ihn erinnern.

Fotografische Sammlung

Die Fotografische Sammlung des Potsdam-Museums umfasst knapp 100 000 Aufnahmen von 1845 bis zur Gegenwart, darunter kostbare Originalabzüge, Negative, Diapositive und historische Bildpostkarten.

Zum historischen Bestand zählen Fotos von Max Baur, Ernst und Walter Eichgrün, Carl Schatzmann, Hermann und Paul Selle und Hans Weber.

Die Sammlung wird systematisch ergänzt durch Arbeiten zeitgenössischer Fotografen von Herbert Dörries, Gerhard Hillmer oder Werner Taag in der Nachkriegszeit bis Frank Gaudlitz, Steffen Mühle oder Göran Gnaudschun als Vertreter der Gegenwart. vo

Von Volker Oelschläger

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