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Potsdam Das Potsdamer Facebook-Fundbüro
Lokales Potsdam Das Potsdamer Facebook-Fundbüro
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10:04 17.01.2017
Das putzige Plüschpony Bella ist einer Potsdamerin im Real-Markt in Teltow zugelaufen. Der Besitzer kann sich online melden.
Das putzige Plüschpony Bella ist einer Potsdamerin im Real-Markt in Teltow zugelaufen. Der Besitzer kann sich online melden. Quelle: Foto:Screenshot/Fundsachen
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Potsdam

Der Fund vom 13. Januar gibt Rätsel auf. War da jemand auf dem Weg zum Volkshochschul-Kochkurs oder sollte etwa das Weihnachtsgeschenk der Schwiegermutter mitten in Babelsberg elegant entsorgt werden? „Also wer seinen funktionierenden Stabmixer an der Bushaltestelle Schulstraße vergessen hat darf sich gerne melden“, schreibt eine Nutzerin. Stand Montag hat niemand den Verlust des Küchenutensils bei Facebook gemeldet und einen Übergabeort mit der ehrlichen Finderin vereinbart.

Fundbüro Potsdam verloren & vermisst“ heißt die öffentliche Facebook-Gruppe, bei der Potsdamer Funde posten oder ihre Schätze vermisst melden können – in der Hoffnung, dass sich die Suche über das soziale Netzwerk schnell verbreitet.

Dieser Rucksack hat eine Geschichte zu erzählen. Quelle: Screenshot/Fundsachen

Weit über 2000 Mitglieder hat die Gruppe, die von einem Potsdamer ins Leben gerufen wurde und administriert wird – und schon einige Erfolgsgeschichten vorzuweisen hat. So wie jene von dem hellbraunen Lederrucksack, der zu seiner Besitzerin zurückgefunden hat. „Am 29. Dezember um circa 11.20 Uhr stieg ein junges Mädchen in den RE Richtung Berlin ein“, schildert die Finderin. „Sie musste jedoch in Wannsee aussteigen, da sie kein Ticket hatte. Sie nahm ihr Handy und Portemonnaie aus ihrem Rucksack, wollte ein Ticket kaufen und der unfreundliche Schaffner ließ den Zug starten und der Rucksack fuhr davon.“ Weil in dem Rucksack kein Name zu finden war, fotografierte ihn die Finderin und stellte das Bild bei der Facebook-Gruppe ein. Sie hoffe, der Rucksack finde zu dem Mädchen zurück, das wohl aus Potsdam stammen müsse, schrieb die Frau weiter. Der Beitrag wurde 1193-mal geteilt. Und tatsächlich: Das Mädchen meldete sich. „Vielen Dank für eure Hilfe. Es gibt doch noch nette Menschen auf der Welt“, bedankt sich die Finderin bei der Community.

Schlüssel, Plüschtiere und Kleidungsstücke werden oft gesucht

Ansonsten ganz oben auf der Gesucht- als auch der Gefunden-Liste: Schlüssel, Plüschtiere, Kleidungsstücke. Typische Einträge lauten dann: „Schlüssel gefunden in Potsdam West. Abzuholen in der Trattoria Fratelli.“„Suche Teddy. Liegengen geblieben im Bus Linie 696 von Griebnitzsee Richtung Robert-Baberske-Straße.“ Oder: „Heute im Bus 695 hat meine Tochter ihre Lieblingsmütze verloren, die sie erst kurz vor Weihnachten bekommen hat“.

Oft sind es Gegenstände, die mehr von ideellem Wert sind und deshalb dringend gefunden werden wollen. Wie jene Weihnachtsbastelei einer Zweitklässlerin. Die Kleine hatte die Überraschung für ihre Mutter in der Tram 96 vergessen. Das Geschenk sei in eine rote Serviette mit gekringeltem Band eingepackt und habe eine glitzergoldene Klammer, schreibt die Mutter. „Leider weiß ich nicht, was drin ist, da es ja eine Überraschung sein sollte.“ Ein jeder kenne das, erklärt der Initiator der Gruppe sein Anliegen: „Etwas ist verloren und wird sehnsüchtig vermisst.“ Es gebe kaum ein schöneres Gefühl, als es dann wieder in den Händen zu halten.

Mit dem städtischen Fundbüro habe die Gruppe nichts zu tun, stellt Stadtsprecher Stefan Schulz klar. Dieses funktioniert noch ganz klassisch: Hingehen und hoffen, dass man sein Glück wieder findet.

Private Ergänzung zum Fundbüro der Stadt

Finder, die bei der Facebook-Gruppe mitmachen, geben die Stücke teils auch direkt beim Fundbüro der Stadt ab, posten aber vorher ein Foto für den Besitzer.

Das Fundbüro im Stadthaus ist Montag von 10 bis 18, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 18 und Freitag von 8 bis 14 Uhr geöffnet. Eine virtuelle Präsenz gibt es nicht. Regelmäßig werden aber Dinge, die nicht abgeholt wurden, online versteigert.

Von Marion Kaufmann

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