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Potsdam Das Singen der Drucker
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18:13 04.09.2017
Sirko Knüpfer (l.), Paula E. Paul und Tobias Unterberg vor der Fabrik. Quelle: Bernd Gartenschläger
Posdam/Schiffbauergasse

Drei Nadeldrucker und die wie eine Tafel zum Publikum weisende Glasplatte eines Laserscanners stehen im Halbdunkel des Saals der Fabrik. Die Druckköpfe verharren zackig und sausen dann wieder behände; die Nadeln tackern, die kleinen Motoren kreischen; Endlospapier mit frischen Tintenspuren gleitet gemächlich zu Boden. Der gleißende Kopf des Scanners tanzt darüber wie ein Dirigentenstab.

Die Drucker und der Scanner sind das Herzstück der Tanz- und Filmtheaterinszenierung des Kombinats Potsdam, die am Freitag in der Fabrik Premiere hat. Mit „Über-Druck“, einer Installation mit Dokumentarfilmsequenzen zum Druck in diversen Arbeitswelten mit zwei Monitoren, einem Kompressor und einem weißen Luftballon präsentierte die Künstlergruppe zum Festival „Made in Potsdam“ im Januar eine erste Vorstudie.

Für „Druck“ haben Paula E. Paul und Sirko Knüpfer nicht nur eine kleine Tanzcompany formiert, sondern auch ein völlig neues Musikinstrument entwickeln lassen. Der Künstler-Ingenieur Joachim Glasstetter hat für sie drei Drucker und einen Scanner so umgebaut, dass deren sehr eigenen Bewegungen und Betriebsgeräusche über ein Keyboard gelenkt werden können. Denn das muss man wissen: Jeder dieser Drucker ist speziell. Einer seufzt wie eine Bratsche, einer fiept wie Star-Wars-Druide R2D2, der dritte singt. „Sie stehen da wie ein kleines Orchester“, sagt Sirko Knüpfer.

Sakurako Awano und Riccardo de Simone in „Druck“. Quelle: Stefan Gloede

„Es war ein Höllenaufwand, das umzusetzen“, sagt Tobias Unterberg, der dieses Instrument bedient. Der Musiker hat bereits 2016 beim Segway-Ballett „Mein Touristenführer“ mit dem Kombinat zusammengearbeitet. Mit Druckern wollten sie schon lange etwas machen, sagt Sirko Knüpfer mit einer selbstironischen Beobachtung zum Künstleralltag: „Die meiste Zeit beschäftigen wir uns mit Texten, Konzepten, Abrechnungen und Tabellen.“ „Und dann stehst du am Drucker und wartest“, sagt Paula E. Paul. Irgendwann um drei Uhr nachts „habe ich angefangen, ein kleines Tänzchen dazu zu machen“. Zuerst nur so aus Spaß. Doch damit war die Idee in der Welt.

Termine und die Gruppe „Kombinat“

Die Uraufführung von „Druck“ in der Fabrik, Schiffbauergasse, ist am Freitag um 20 Uhr. Weitere Aufführungen sind am 9., 15. und 16. September um 20 Uhr, sowie am 17. September um 16 Uhr.

Kombinat“ wurde 2006 von der Choreografin Paula E.Paul und dem Medienkünstler Sirko Knüpfer gegründet. Für ihre Produktionen finden sie jeweils das passende Team, den passenden Ort und Kooperationspartner.

Zuletzt präsentierte „Kombinat“ die Trampolin-Film-Performance „Grand Jeté“ 2014 und das Elektro-Scooter-Ballett „Mein Touristenführer“ (2016).

Aktuell arbeitet „Kombinat“ in Büroräumen im Kunst- und Kreativhaus im Rechenzentrum.

300 Tänzer bewarben sich beim Kombinat für ein Casting, 40 kamen in die engere Auswahl. Mit den Tänzern Ricardo de Simone, Sakurako Awano, Risa Kojima und David Pallant, sowie Ayako Toyama und Johannes Schuchardt als choreografischen Assistenten zogen sie schließlich mit Förderung vom Land Mecklenburg-Vorpommern für drei Wochen zum Proben in das Schloss Bröllin bei Pasewalk ein.

Die Dokumentarfilme der Installation „Über-Druck“ werden zur Aufführung im Saal zwischen den Tänzern auf beweglichen Tafeln laufen. Auch der „Andruck“ aus dem Druckhaus der MAZ ist dabei.

Von Volker Oelschläger

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