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Potsdam Das Werk ihrer Eltern
Lokales Potsdam Das Werk ihrer Eltern
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20:00 25.03.2013

Eine zufällige Entdeckung bei der Vorbereitung dieser Ausstellung war für die Kuratoren Liane Burkhardt und Thomas Kumlehn eine Vielzahl von Künstlernachlässen in der Region, die eine Herausforderung nicht nur für ihre Eigentümer sind.

Bundesweit gilt die Bewahrung von Künstlernachlässen als Problem. Auf der einen Seite steht das Interesse der Erben, die abwägen müssen zwischen der mit meist hohem Aufwand verbundenen Bewahrung des Nachlasses und dem zumindest teilweisen Verkauf. Auf der anderen Seite steht das für dieses Thema sensibilisierte öffentliche Interesse, das die Nachlässe als Teil des kulturellen Gedächtnisses möglichst beisammen halten möchte.

Exemplarisch ist der Fall eines umfangreichen Nachlasses im Süden Berlins. Die 70-jährige Tochter einer Künstlerfamilie mühte sich nach Kräften, das Werk ihrer Eltern beisammen zu halten. Die Enkel hingegen wollen allein schon aus Kostengründen einen Großteil verkaufen.

In verschiedenen westdeutschen Städten gab es Versuche mit der Zentralarchivierung von Künstlernachlässen, die nach Beobachtung Kumlehns schon aus Kapazitätsgründen ihre Grenzen haben. Kumlehn und Burkhard arbeiten an einem „Mobilen Nachlass-Service“ als Alternativmodell, bei dem die Nachlässe dort aufbereitet und bewahrt werden, wo sie sich derzeit befinden. Im Herbst soll dafür ein Verein „Private Künstlernachlässe in Brandenburg“ gegründet werden.

Zunächst begaben sich Kumlehn und Burkhardt mit Anzeigen und Rundschreiben gezielt auf die Suche nach Künstlernachlässen im Land und von Künstlern. 86 Nachlässe haben sie bis heute ermitteln können, knapp 30 davon befinden sich in Potsdam und im Umland. Kumlehn nennt Namen wie Hans-Otto Gehrke, Werner Gottsmann, Walter Bullert, Hans-Joachim Buhlmann oder Marie Goslich. In einem ersten Schritt soll den Eigentümern der Nachlässe mit einem elektronische Formular die Möglichkeit gegeben werden, das Vorhandene selbst zu erfassen und in eine Zentraldatei einzuspeisen. Damit soll es öffentlich zugänglich werden. Über eine Kooperation mit dem Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschungen (ZFF) und mit dem Fachbereich Museumskunde an der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin soll dafür eine Modifikation der Software verwendet werden, die für den Bildatlas DDR entwickelt wurde. Dieser Atlas ist ein Projekt zur kompletten Erfassung von DDR-Kunst in öffentlichen Sammlungen.

Wenn die Erben Teile des Nachlasses verkaufen wollen, soll wissenschaftliche Expertise ermitteln, welcher Kernbestand erhalten werden muss, um einen repräsentativen Teil des Werks zu erhalten. Liane Burkhardt spricht vom „Herz der Sammlung“. Teil des Modells ist die Gewinnung von Mäzenen aus der jeweiligen Region zur Bewahrung des Erbes.

Starten soll das Projekt im Sommer mit der Aufbereitung des in Falkenberg bei Eberswalde aufbewahrten Nachlasses von Philipp Schack (1967–2006). Mittelfristig soll auch eine Werkstattausstellung über „Private Künstlernachlässe in Brandenburg“ geben; Ort und Zeit sind aber noch offen.

Mehr auf www.private-kuenstlernachlaesse-brandenburg.de (Von Volker Oelschläger)

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