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Potsdam Das ist der beste Glühwein auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt
Lokales Potsdam Das ist der beste Glühwein auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt
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20:01 08.12.2017
Acht Leser küren einen Sieger: Beim MAZ-Glühweintest hat eine Jury die alkoholischen Heißgetränke auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt probiert.Foto: Gartenschläger
Potsdam

Es gibt wahrlich schlimmere Aufgaben, als gemeinsam Glühwein zu testen. Und so war die Stimmung schon früh gelöst bei den acht MAZ-Lesern, denen in diesem Jahr die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, den besten Glühwein des Potsdamer Weihnachtsmarktes zu küren. Nach fünf Minuten waren alle beim Du – von der 22-jährigen Auszubildenden Kaja Rahne bis zur 79-jährigen Rentnerin Evelin Köpping.

Das Prozedere war dabei das gleiche wie in den vergangenen Jahren beim mittlerweile traditionellen Glühweintest der MAZ . Eine ausgewählte Leser-Jury trifft sich an der blau geschmückten Tanne am Brandenburger Tor und geht gemeinsam den Weihnachtsmarkt auf dem Luisenplatz und der Brandenburger Straße ab – immer auf der Suche nach dem besten Glühwein der Stadt. Um die Bewertung vergleichbar zu machen, bekommen alle Jury-Teilnehmer für jeden Stand Testbögen, auf denen sie die alkoholischen Heißgetränke in verschiedenen Kategorien bewerten sollen. Dabei wird alles aufgeführt, was zu einem guten Glühwein dazugehört. Vom Geschmack des Getränks über den Alkoholgehalt und die Temperatur, das Ambiente des jeweiligen Standes, den Preis und die Herstellung des Gebräus. Denn natürlich ist ein besonders zubereiteter Glühwein vom Winzer mit einer eigenen Gewürzmischung besser zu bewerten als erhitzter Tetrapak-Wein aus dem Supermarkt.

Los geht’s auf dem Luisenplatz

Und so legen die MAZ-Leser auf dem Luisenplatz los. In zwei Gruppen starten beide am Stand „Naseweis“. Hier kostet der Becher drei Euro. Normalen, regulären Glühwein gibt es nicht. Stattdessen Varianten mit Honig, Heidelbeer oder Kirsche. Die Teilnehmer testen verschiedene Sorten – und sind nicht restlos überzeugt. „Ich habe nur vier Sterne vergeben, weil ich ihn etwas zu säuerlich finde“, sagt Franziska Köhler. Möglich sind aber überhaupt nur fünf Sterne – so schlecht kann der Glühwein also dann doch nicht sein. Hans-Ulrich Müller widerspricht deswegen: „Ich finde ihn aber trotzdem recht trinkbar.“

Beim Glühweintest der MAZ hat eine Leser-Jury den besten Glühwein der Stadt gekürt. Vom Luisenplatz die Brandenburger Straße hinunter bis zur Kirche St. Peter und Paul. Bewertet wurde Geschmack und Alkoholgehalt genauso wie das Ambiente der Stände.

Über die Brandenburger Straße geht es weiter – immer in Richtung Kirche St.-Peter-und-Paul. Die eine Gruppe testet die Stände auf der linken, die andere Gruppe auf der rechten Seite. Klar ist, nicht jeder Becher muss ausgetrunken werden. Denn die Tester sollen ja auch bei den hinteren Ständen noch bewertungsfähig sein – und deswegen vorher gut gegessen haben.

Favorit und Vorjahressieger: der Glögglich-Stand

In Gruppe zwei probieren dabei wahre Glühwein-Experten für die MAZ. Jana und Jens Köpping treffen sich einmal in der Woche mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt und testen immer mal wieder verschiedene Sorten. Der Vorjahressieger Glögglich vom Lakritzkontor ist auch bei den Köppings auf der Favoritenliste. Doch ein Stand überrascht. Die Enzianhütte kennen beide noch nicht. Der Glühwein ist umso besser: „Sehr angenehm und sehr günstig“ lautet das Urteil von Jens Köpping – 2,50 Euro kostet der Becher. Seiner Frau Jana gefällt die feine Nelken-Note. „Auch der Alkoholgehalt reicht völlig aus.“

Nicht so gut wie erwartet ist dagegen der Glühwein am Lakritzkontor. Natürlich – die Messlatte liegt hoch beim Vorjahressieger und wohl berühmtesten Glühweinstand der Stadt. „Ich finde ihn aber deutlich zu süß“, sagt Kaja Rahne. Die 22-Jährige trinkt ihren Glühwein allerdings weder mit Mandelsplittern noch mit Rosinen – den Spezialzutaten, die man sich am Tresen in den Becher löffeln kann.

Jack-Daniels-Stand gewinnt mit deutlichem Abstand

Ein Stand überzeugt dagegen alle. Mit deutlichem Abstand gewinnt der Glühwein der Jack-Daniels-Bude auf der Brandenburger Straße. Inhaber Jörg Meyer steht hinter dem Tresen und bietet verschiedenen Glühwein-Varianten in Kombination mit Spezial-Whiskeys der US-amerikanischen Marke an. Ja, der Stand gleicht einer Art Probierbude, der zum Kauf der Weihnachtseditionen des Whiskeys animieren soll. Die Jury aber beurteilt alleine anhand ihrer Testbögen – und da schneidet der Glühwein bei allen Testern sehr gut ab. „Ohne die MAZ wäre ich nicht hergekommen“, sagt Franziska Köhler. „Aber der Glühwein ist überraschend lecker. Ich hätte auch gedacht, dass der hohe Alkoholgehalt mit 35 Prozent sehr dominant ist. Das ist er aber nicht.“ Probiert wurde ein Birnenglühwein mit Zimtwhiskey und zwei großen Birnenschnitzen im Becher. „Es ist kein klassischer Glühwein“, gibt Jens Matk zu bedenken. „Aber die Verhältnisse in dem Getränk sind trotzdem prima.“ Trotz des happigen Preises von fünf Euro pro Becher holt der Glühwein mit Whiskey die meisten Punkte.

Mitarbeiterin Sarah Zschörnig fühlt sich geehrt. Bei der Übergabe der MAZ-Urkunde für den besten Glühwein 2017 verweist sie auf die gute Konkurrenz : „Es gibt so viele Stände. Da ist es schon toll, dass wir gewonnen haben.“ Jörg Meyer hängt die Urkunde gleich am Stand auf: „Ich habe mich sehr gefreut über die Auszeichnung. Unser Glühwein scheint gut anzukommen.“ Nun sind sie die Titelverteidiger. Denn im nächsten Jahr werden MAZ-Leser wieder testen – und den besten Glühwein küren.

So haben die Glühwein-Stände abgeschnitten

Jack-Daniels-Stand – 19,3 von 20 Punkten
„Der Preis schreckt mit fünf Euro ab, aber dafür hast du Qualität und der Alkoholgehalt ist hoch. Außerdem ist der Service sehr gut.“

Meyer’s Feuerzangenbowle – 15,5/20
„Er ist in sich passend. Die Süße, die Säure, der Heidelbeergeschmack: Es passt einfach alles.“

Enzianhütte – 15,5/20
„Der Dröhnfaktor ist sehr angenehm. Nicht zu viel und nicht zu wenig.“

Glögglich – 14,9/20
„Der Glühwein ist viel zu süß.“

Naseweis – 12,5/20
„Der Glühwein ist recht säuerlich. Deswegen bekommt er nicht die volle Punktzahl.“

Weingut Köth – 12,0/20
„Er ist zu Nelken-lastig“

Meyer’s Bester / Pyramide – 10,9/20
„Er riecht und schmeckt fruchtig. Trotzdem gefällt er uns nicht wirklich gut.“

Von Ansgar Nehls und Annika Jensen

Wer baut was in der Potsdamer Mitte? Wie sieht die Zukunft des Stadtwerkesfestes aus? Was steht heute Abend so auf dem Programm? Gespannt warten wir auf die Antworten, können aber auch selbst die Frage beantworten, wo die MAZ-Leser in diesem Jahr ihren Glühwein am liebsten trinken – und dann mit unseren Programmtipps ins Wochenende starten.

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