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Potsdam „Das ist keine Alternative“
Lokales Potsdam „Das ist keine Alternative“
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20:21 21.08.2017
Entwurf des Berliner Architekten Bernd Albers für den Langen Stall aus dem Jahr 2013. Rechts ein Modell der Garnisonkirche. Quelle: Privat
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Innenstadt

Die Künstler und Kreativen im Rechenzentrum an der Breiten Straße lehnen eine Übersiedlung in den noch zu errichtenden Langen Stall ab. „Das ist keine Alternative zum Rechenzentrum – auch wegen der derzeit völlig ungeklärten Realisierungschancen“, teilten der Sprecherrat und der Vorstand des Vereins „Freundliche Übernahme Rechenzentrum“ am Montag mit. Wie berichtet, wirbt die Bürgerinitiative „Mitteschön“ für den Alternativstandort Langer Stall an der Plantage, der bis 2019 errichtet werden könnte. Auch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte zuletzt Offenheit für diese Idee signalisiert. Doch das ist mit den Kreativen nicht zu machen: „Der Lange Stall wäre bestenfalls als Ergänzung für Nutzungszwecke, welche im Rechenzentrum nicht umgesetzt werden können, relevant.“

Alte Ansicht des Langen Stalls an der Plantage. Quelle: privat

Gleichzeitig fordern sie eine weitere Nutzung des Rechenzentrums „von mindestens 20 bis 25 Jahren“. Der Grund: Die notwendigen Investitionen für Instandhaltungsmaßnahmen könnten sich erst in diesem Zeitrahmen amortisieren und deshalb auch nur dann von den Nutzern selbst getragen werden. „Diese Möglichkeit ist bei einer kürzeren Nutzungsdauer ausgeschlossen“, heißt es.

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So könnte es mal aussehen – nach der Vorstellung der BI „Mitteschön“. Quelle: Mitteschön

Zuletzt hatte die Bauaufsicht grünes Licht für den Weiterbetrieb des Rechenzentrums bis Ende 2023 gegeben – also fünf Jahre länger, als die bislang vertraglich vereinbarte Nutzung bis Ende August 2018. Der Abriss des DDR-Gebäudes galt lange als Voraussetzung für den Bau des Garnisonkirchturms, der nach der Planung der Garnisonkirchenstiftung im Herbst beginnen soll. Die Nähe von Turm und Rechenzentrum verteuert den Bau. Wie berichtet, will Oberbürgermeister Jakobs den Stadtverordneten vorschlagen, die Mehrkosten aus städtischen Mitteln zu finanzieren. Damit wäre die Nutzung des Rechenzentrums bis 2023 gesichert.

Doch aus Sicht der Künstler würde diese Verlängerung nicht viel bringen: „Ein weiterer Betrieb über fünf Jahre unter den Bedingungen fortgesetzten Verschleißes der Bausubstanz würde zu der paradoxen Situation führen, dass die Nutzerinnen und Nutzer künftig höhere Quadratmeterpreise bei sich verschlechternden Arbeitsbedingungen zu leisten hätten.“

Rechenzentrum an der Breiten Straße. Quelle: MAZonline

Dies würde zum „vorzeitigen Exodus des Projekts führen“. Von der Stiftung Garnisonkirche fordern die Nutzer, endlich Farbe zu bekennen. Immerhin gehört der Stiftung das Grundstück, auf dem das Rechenzentrum steht. „Sie hat sich bisher weder zu diesen fünf Jahren noch zu einer längerfristigen Lösung bekannt“, kritisieren die Kreativen. Gleichzeitig warnen sie davor, städtische Mittel zu bewilligen, ohne dass eine verbindliche Aussage über die Nutzungsverlängerung auch von Seiten der Stiftung vorliegt.

Das künftige Baufeld für den Turm der Garnisonkirche. Dahinter das Rechenzentrum. Quelle: MAZonline

„Wir werden die Vertragsdiskussionen nicht über die Medien führen“, erklärte Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Stiftung, am Montag.

Von Ildiko Röd

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