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Potsdam Das neue Theater wird eröffnet
Lokales Potsdam Das neue Theater wird eröffnet
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19:24 06.07.2018
Intendant Uwe Eric Laufenberg vor der Eröffnung im Foyer des neuen Theaterhauses in der Schiffbauergasse. Quelle: Joachim Liebe
Potsdam

„Als ich das erste Mal nach Potsdam kam, um mir den Theaterstandort dort anzuschauen, fand ich ein schönes Grundstück am Wasser, auf dem ein Schild und ein Bagger standen, das aber ansonsten noch ein relativ unwirtliches Industriegebiet war.“ Das schrieb Uwe Eric Laufenberg (57) in dem Buch „Das Beste zum Schluss“, das er 2009 zum Ende seiner fünfjährigen Intendanz am Hans-Otto-Theater herausgab.

Das Theaterprovisorium am Alten Markt in einer Aufnahme von 1996. Quelle: Bernd Gartenschläger

Als Laufenberg 2004 die Potsdamer Bühne übernahm, war die Schiffbauergasse eine gewaltige Baustelle. Das Ensemble spielte in einer 1992 als Provisorium eröffneten Halle aus Blech am Alten Markt etwa dort, wo heute das Museuim Barberini steht. Seine erste Spielplan-Pressekonferenz gab Laufenberg mangels eigener Räume im Café „Heider“.

Die Blechbüchse lehnte der Neue ab. Statt dessen begab er sich mit dem Ensemble und dem Publikum auf eine zwei Jahre währende Stadterkundung. Gespielt wurde an Orten wie dem Orangerieschloss, dem Treffpunkt Freizeit, im Bürgerhaus am Schlaatz, auf der Freundschaftsinsel, im Schlosstheater, in der Russenhalle und in der Französischen Kirche.

„Frau Jenny Treibel" mit Katharina Thalbach 2005 im Palais Lichtenau Quelle: Detlev Scheerbarth

Für Schillers „Kabale und Liebe“ mit Adina Vetter und Moritz Führmann setzten sie in die Blechbüchse eine intime Kammerbühne; Fontanes „Frau Jenny Treibel“ mit Katharina Thalbach wurde im Palais Lichtenau mit zeitgleichem Spiel in drei Räumen zum gefeierten Experiment; mit Angelica Domröse als Morphinistin verabschiedete sich das Ensemble Anfang 2006 in Eugene O’Neills „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ endgültig aus der Zimmerstraße, in der nach dem Zweiten Weltkrieg ein erstes Theaterprovisorium eröffnet worden war. An diese Vorgeschichte erinnert die Theaterklause im denkmalgerecht sanierten Vorderhaus des neuen Wissenschafts- und Restaurierungszentrums der Schlösserstiftung.

Am 22. September 2006 wurde der Theaterneubau mit dem roten Muschel-Überwurf in der Schiffbauergasse im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler eröffnet. Das Ensemble feierte die vom Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm entworfene Bühne am Wasser mit einer Serie von fünf Premieren, darunter in Uraufführungen die Dramen „Katte“ über den jungen Kronprinzen Friedrich und „Julia Timoschenko“ über die Heldin der Orangenen Revolution in der Ukraine.

Auf der Theaterbaustelle im Dezember 2005. Quelle: Bernd Gartenschläger

Für Schlagzeilen sorgte dann aber nicht nur das Bühnengeschehen, sondern auch der Streit um die schlechte Akustik im Saal. Es gab diverse Plätze, an denen kein Text zu verstehen war: Die Eröffnung beschreibt Laufenberg als „rauschende Brandenburger Sommernacht“: „Umso ernüchternder drei Tage später die ,Vorladung’ ins Kulturamt. Von den beiden Leitern des Kis (Kommunaler Immobilienservice) und der Kulturbeigeordneten wurde ich ermahnt, dass ich zu den Akustikproblemen zu schweigen hätte, die wären nicht existent und nur herbeigeredet...“

26,5 Millionen Euro hatte der Theaterneubau gekostet. Für die Akustik sollte in den nächsten zwei Jahren noch einmal eine halbe Million investiert werden. Laufenberg wechselte 2009 als Intendant an die Kölner Oper, seit 2014 ist er Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

MAZ-Serie „1000 plus 25 Jahre Potsdam“

Mit einem Fest wird am 8. Juli auf dem Alten Markt der 1025. Jahrestag Potsdams gefeiert. Die MAZ blickt aus diesem Anlass in einer Serie auf das jüngste Vierteljahrhundert zurück. Pro Jahr wird an ein Ereignis erinnert.

Bisher erschienen:

Kunst-Skandal zur 1000-Jahrfeier 1993 – die „Fontanelle“

Schießerei im KGB-Städtchen – der Abzug der Russen 1994

Boheme auf Abwegen – Neueröffnung des Café „Heider“ 1995

„Einkaufen? Eine Katastrophe.“ – Die Stern-Center-Eröffnung 1996

Wilder Osten – Der Potsdam-Center-Skandal 1997

Die SPD steht hinter mir – Abwahl von OB Horst Gramlich 1998

Sonnenfinsternis im Neuen Garten – 1999 wächst das Potsdamer Weltkulturerbe

Das Ende der Philharmonie – 2000 eröffnet der Nikolaisaal

„Ja zu langen Unterhosen“ – Die Buga 2001 und die AG Stadtspuren

Kampf um die Straße – 2002 gründet sich das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“

Schlechte Stimmung in Neu Fahrland – 2003 wächst Potsdam Richtung Norden

Rettung der Brandenburger Straße – Richtfest bei Karstadt 2004

Zu schön für den Titel – 2005 scheitert die Bewerbung als Kulturhauptstadt

Premierenfieber in der Schiffbauergasse – 2006 wird der Theaterneubau eröffnet

Bürgerprotest für Barockfassaden – Die Geburt von „Mitteschön“ 2007

Kultureinrichtungen kollabieren – 2008 ist das Jahr des Jugendprotests

Eskalation am Griebnitzsee – Anrainer blockieren zum Osterfest 2009 den Uferweg

Bürgerpark statt Straßenschlucht – Die Geburt der Gartenstadt Drewitz 2010

Der Stadtwerke-Skandal 2011 – Potsdams erste Transparenzkommission

Gedächtnis der Stadt zieht in die Mitte – Eröffnung des Potsdam-Museums 2012

Ein Café „Et Cetera“ – Eröffnung des Bildungsforums 2013

Das erste Konzert im Innenhof – 2014 wird das Landtagsschloss eröffnet

„Neue Nachbarschaften“ helfen Flüchtlingen – Die Blaupause für den Herbst 2015

Das letzte Bürgerbegehren – 2016 mobilisieren Potsdamer für Fachhochschule, Staudenhof und Mercure

Im Epizentrum des Streits um die Stadtmitte – Das Barberini kommt, die alte FH verschwindet

Von Volker Oelschläger

Kurz vor Mitternacht war die Fête de la Musique noch nicht überall beendet. In der Friedrich-Ebert-Straße wurde noch gefeiert. Dort hatten sich so viele Personen angesammelt, dass die Polizei einschreiten musste.

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