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Potsdam Das schwimmende Bett
Lokales Potsdam Das schwimmende Bett
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17:07 04.08.2013
Die Schiffspension Luise liegt hinter der Pension der Familie Dalichow auf dem Tiefen See. Quelle: Schade (2)
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Berliner Vorstadt

Die "Luise" liegt seit zehn Jahren am Tiefen See. Ursprünglich lief das Schiff 1907 in Kiel unter dem Namen "Hiddensee" als Lastkahn für den Ziegeltransport vom Stapel. Ganze 60 Jahre später wurde es in Kleinmachnow zu einem Wohnschiff mit Aufbaudeck umgebaut.

Ulrich Dalichow entdeckte die zum Verkauf stehende Hiddensee 2002 in der Havelbucht der Weißen Flotte. Ein Jahr später hatte er die nötigen 75000 Euro zusammen und kaufte das Schiff. Der Metallrestaurator und Pensionsbetreiber baute das Schiff innerhalb eines weiteren Jahres mit Helfern und Experten zur "Luise" um. "Man stellt sich das sehr einfach vor, aber dann kommen viele kleine Dinge, die nicht funktionieren", erklärt Dalichow. Mittlerweile habe man die "Kinderkrankheiten", die zum Beispiel bei Strom, Heizung und Wasserversorgung auftraten, allerdings hinter sich gelassen. Mittlerweile können Schiffsgäste auf dem Hof der Familie sogar W-Lan nutzen.

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Der erste Eindruck in der Pension auf dem Wasser: Es ist eng. Tatsächlich wird der Rundgang aber genau das Gegenteil beweisen. Stolz führt Ulrich Dalichow durch die sechs Doppelbett-Kajüten seines Schiffes. Jede Kabine verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und WC sowie einen Fernseher. Der minimale Raum ist in jeder Kajüte so ausgenutzt, dass sich Gäste keineswegs beengt fühlt. In den Wänden befinden sich Schränke und unter dem Bett Stauraum für Gepäck. Jeder Raum hat einen ganz eigenen Charme.

Mit viel Liebe zum Detail dekorierten Ulrich Dalichow und seine Frau Yulia das Schiff mit vielen kleinen Accessoires ganz nach ihren Vorstellungen. Ein goldenes Kissen hier, ein verzierter Spiegel dort. "Es ist alles einfach so gewachsen, nichts ist standardisiert", sagt Dalichow. Eine Nacht in einer Kajüte kostet für eine Person inklusive Frühstück um die 50 Euro. Zwei Personen bezahlen für eine Nacht plus Frühstück zwischen 79 und 89 Euro.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Kapitänskajüte nicht nur ein wenig größer, sondern auch luxuriöser ausgestattet als die normalen Kabinen und verfügt über einen separaten Zugang. Der eingebaute Kamin verspricht kuschelige Abende. Verschiedene Lichteinheiten erzeugen je nach Wunsch schummrig romantisches oder auch taghelles Licht. Wieder fallen schöne und platzsparende Details sofort ins Auge. Vor dem Kamin steht ein rustikaler Holztisch, daneben ein schmaler Stuhl. "Wenn man den Tisch ausklappt, können zwei Leute daran gemütlich frühstücken", erzählt Ulrich Dalichow. Eine Nacht in der Kapitänskajüte kostet für eine Person knapp 70, für zwei Personen zwischen 89 und 99 Euro. Gegen einen geringen Aufpreis dürfen sogar kleine Haustiere auf dem Schiff Urlaub machen.

Das Oberdeck des Schiffes bietet genug Platz für 100 Personen und kann für Hochzeits-, Geburtstags- und andere Feiern genutzt werden. Die Veranstaltung plant die Familie Dalichow nach den individuellen Wünschen ihrer Gäste. Für Gruppenausflüge stehen der Katamaran des Hauses sowie ein Ruderboot mit und ohne Motor zur Verfügung.

Von Franziska Maria Schade

Ulrich Dalichow hat dieses Kaminwerkzeug selbst gebaut.