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Potsdam Das sind die Positionen der neuen Beigeordneten
Lokales Potsdam Das sind die Positionen der neuen Beigeordneten
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05:37 09.05.2019
Brigitte Meier ist die neue Sozialbeigeordnete in Potsdam.
Brigitte Meier ist die neue Sozialbeigeordnete in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die neue Sozialbeigeordnete Brigitte Meier (SPD) wechselt aus ihrer Heimat München nach Potsdam. Das sagt die 54-Jährige zu Potsdam und ihrem Aufgabenfeld: „Die Stadt Potsdam hat eine ähnliche Entwicklung wie München genommen. Es gibt den Zuzugsdruck und wir müssen bezahlbaren Wohnraum schaffen und den sozialen Frieden sichern.“

In München sei das durch zahlreiche Investitionen in die soziale Infrastruktur und das Wohnumfeld gelungen. Dabei sieht sie vor allem die städtische ProPotsdam als kommunalem Wohnungseigentümer als „großen Steuerungsmechanismus“.

Wichtige Berufsgruppen müssen in Potsdam wohnen können

Eine Kernfrage, die sie sich stellt: „Wie gelingt es, die Berufe der Daseinsvorsorge in der Stadt zu halten?“ Nur mit sozialer Durchmischung und „konzeptorientiertem Wohnungsbau“ könne es gelingen, die Abwanderung dorthin zu verhindern, wo Pflegekräfte, Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Verwaltungsmitarbeiter oder Erzieher bei geringeren Lebenshaltungskosten die gleiche Bezahlung erwarten können. Die Stadt München habe gute Erfahrung damit gemacht, eigene Wohnungsangebote an die Mitarbeiter zu machen.

Klinikum soll Tarif bezahlen, um Fachkräfte zu halten

Auch zur Frage der tariflichen Beschäftigung im Ernst-von-Bergmann-Klinikum äußerte Meier sich bereits bei ihrer Vorstellung vor den Fraktionen: „Wir kommen nicht darum herum, den öffentlichen Tarif zu zahlen“, sagt Meier. Ihre Erfahrung in München war, dass die Stadt dem Klinikum zahlreiche Investitionen ermöglicht hat und Neubauten finanzierte, die dann in das Eigentum des Klinikbetriebs übergingen. Wenn der Sanierungsstau aufgelöst sei, würden auch Mittel für bessere Bezahlung frei. Hier sieht sie allerdings auch den gravierenden Unterschied der zwei Städte: „Münchens Haushalts-Situation ist sicher besser.“

Armut und Feuerwehr als wichtige Herausforderungen

Auffällig ist für Meier eine hohe Kinderarmuts-Quote und auch zunehmende Altersarmut – beides sieht sie als große Herausforderungen für Potsdam. „Ich habe als Sozialreferentin in München immer versucht, den Menschen Teilhabe trotz Armut zu ermöglichen“, benennt sie ihre Maxime. Hier müsse man Strategien mit den Wohlfahrtsverbänden entwickeln. Auch Ordnung und Sicherheit gehören zu ihrem Ressort. „Bei der Feuerwehr geht es um Leben und Tod. Dort muss personelle Stabilität gewährleistet sein“, sagt sie. Bei den Freiwilligen Feuerwehren setzt sie auf die Jugendarbeit, um den Nachwuchs und die Einsatzbereitschaft zu stärken.

Von Peter Degener