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Potsdam Das sind die besten Grundschullehrerinnen
Lokales Potsdam Das sind die besten Grundschullehrerinnen
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00:30 26.05.2019
Mareike Reimer (l) und Katja Stolz freuen sich in der Staatskanzlei gemeinsam über den Brandenburgischen Lehrerpreis. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Mareike Reimer hat die Dinge schon immer gern besonders gut gemacht. Die heute 32-jährige Berlinerin war eine gute Schülerin und als Studentin Jahrgangsbeste – landesweit. Nun ist sie Lehrerin, und zwar ganz offiziell die beste: Mareike Reimer hat am Donnerstag in der Staatskanzlei von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) den Brandenburgischen Lehrerpreis verliehen bekommen.

„Ich wollte schon immer Lehrerin werden“, sagt Mareike Reimer. Kunst, Englisch und Mathematik hat sie in Potsdam studiert. Und zwar keineswegs auf Grundschulniveau. „Man lernt das selbe wie die Diplomstudenten.“ Doch sie wollte Grundschülern die Bruchrechnung erklären, das Present Progressive und das Malen mit Pastellkreiden.

Besonders begeistert die junge Lehrerin an ihrem Beruf die tägliche Arbeit mit den Kindern. Mareike Reimer ist die Klassenlehrerin einer sechsten Klasse, 25 Kinder aus Bornstedt sind ihr anvertraut. „Es ist schön zu sehen, wie man die Kinder positiv beeinflusst“, sagt sie, „ich spüre jeden Tag, wie wichtig gute Lehrer und Bezugspersonen sind.“ Jeden Tag fahre sie gern zur Arbeit, sagt Mareike Reimer.

Auch im Kollegium fühlt sie sich wohl, schon das Referendariat hat die Lehrerin an der Karl-Foerster-Grundschule absolviert. „Ich wurde hier so herzlich aufgenommen, dass ich sofort bleiben wollte“, sagt sie. „Meine Ideen fallen auf fruchtbaren Boden, ich kann kreativ arbeiten und muss nie Angst vor Reaktionen haben.“

Im Unterricht mischt Mareike Reimer konzentriertes Lernen und lockere Spiele – die jedoch immer einen pädagogischen Anspruch haben. „Es ist ungemein wichtig, wie man in eine Klasse geht“, sagt sie. Eine trockene Rechenaufgabe wird als unterhaltsame Knobelei gleich viel spannender, Abfragespiele und kleine Wettbewerbe verfestigen das Gelernte. Als besondere Motivation können die Schüler bei Mareike Reimer King und Queen of the Week werden – König und Königin der Woche, wenn sie besonders gute Antworten geben und sich am Ende des Jahres kleine Geschenke dafür abholen. Doch nicht alles ist nur nett und kuschelig: „Konsequenz ist das allerwichtigste“, sagt Mareike Reimer. „Und man muss alle Schüler gleich behandeln und den Kindern gegenüber niemals nachtragend sein.“

Angst hat Mareike Reimer vor dem Abschied von ihrer Klasse, schließlich ist sie die erste, die die Lehrerin übernommen hat. „Die Kinder sind mir schon sehr ans Herz gewachsen“, sagt sie. „da werden sicher einige Tränen fließen.“ Denn auch wenn viele Schüler der zierlichen Lehrerin schon über den Kopf gewachsen sind, suchen sie viel Nähe, viel Bestätigung. „Ich möchte jedem einzelnen Kind das Gefühl geben, dass es gut so ist, wie es ist und um seiner selbst Willen gemocht wird.“ Und manchmal gehört auch die Betreuung der Eltern zum Job dazu. „Elternarbeit ist immens wichtig“, sagt die Lehrerin. „Ich finde es unabdingbar, ansprechbar zu sein, denn wenn es Sorgen gibt, brauchen die Familien schnell Hilfe.“ Anstatt aber nur mit den Erziehungsberechtigten zu reden, holt Mareike Reimer dann Eltern und Kinder gemeinsam an einen Tisch. „Man muss die Kinder ernst nehmen, denn sie sind nun einmal die Hauptpersonen“, sagt sie, die selbst zwei kleine Kinder hat.

Nominiert wurde Mareike Reimer für den Lehrerpreis von ihren Schülern und deren Eltern. In ihrer Laudatio sagen die Kinder, warum: „Sie ist die beste Lehrerin, weil sie in jedem das Positive sieht. Sie gibt jedem Schüler die Chance, sich zu beweisen“, sagt Ole. Und sein Mitschüler Ben findet: „Sie macht einfach alles gut.“

Sie hat babygesittet, hat Nachhilfe gegeben, einen Anfängerschwimmkurs unterrichtet und Kinder auf Ferienfahrten betreut: Für Katja Stolz, 37, stand schon in der Pubertät fest, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen möchte. Sie wollte mit Kindern arbeiten. Und das nicht irgendwie. Nein, es musste der Lehrerberuf sein. „Mir gefällt es leicht, Kindern etwas beizubringen“, sagt sie.

Stolz kommt aus Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt. Sie studierte Primarstufe und Sekundarstufe mit Schwerpunkt Grundschule. Heute unterrichtet sie Kunst und Mathe an der Meusebach-Grundschule in Geltow. Warum Grundschulkinder? „Mir hat das Alter immer gefallen“, sagt Stolz, die selbst Mutter von drei Kindern ist und mit ihrer Familie in Eiche lebt. „Man kann sie auf den Weg bringen.“

Mit ihrer Arbeitsweise hat sie ihre Chefin, Schulleiterin Monika Nebel, so sehr beeindruckt, dass Nebel sie dem Bildungsministerium für die Auszeichnung „Brandenburgischer Lehrerpreis“ vorgeschlagen hat. „Frau Stolz beobachtet die Kinder genau“, sagt Monika Nebel. „Und schneidet ihren Unterricht auf deren Bedürfnisse zu.“ Stolz setze vielfältige Lehrmethoden ein und habe viele kreative Ideen für ihren Unterricht. „Mehrfach war sie Klassenleiterin und hat ihre Schüler und Schülerinnen nicht nur empathisch und herzlich begleitet, sondern sie auch zu Höchstleistungen geführt“, sagt Nebel. So etwa bei Leistungstests wie „Vera“. Das steht für „Vergleicharbeiten“ und umfasst Leistungstests in allen 16 Bundesländern in den Hauptfächern Deutsch und Mathe.

Als Kunsterzieherin gestaltet Katja Stolz die Schulgalerie und nimmt mit ihren Schülern regelmäßig an Wettbewerben teil. Dabei konnte sie mit ihren Klassen schon viele Preise gewinnen. Ihre Kollegen schätzen sie unter anderem als technikaffinen Menschen. „Sie schafft es immer wieder, alle Geräte, auch die altersschwachen, wieder zum Laufen zu bringen“, sagt Schulleiterin Monika Nebel. „Sie installiert Software und ist nicht nur Ansprechpartnerin für das Kollegium, sondern bildet es auch fort.“

Auch die neuen Medien setzt Stolz gern in ihrem Unterricht ein. So entwickelte sie im vergangenen Jahr eine Smartphone-Ralley, um die Kinder darin zu schulen, wie sie sich richtig im Straßenverkehr verhalten. Alle Klassen der Schule können nun ihre Kenntnisse im Verkehr am Tablet überprüfen. Drei Varianten hat sich Stolz ausgedacht, ausgerichtet auf die drei Jahrgangsstufen.

Außerdem, so erzählt Monika Nebel, engagiere sich Katja Stolz für den europäischen Schüleraustausch „Erasmus“. Von der Antragstellung über die Organisation der Fortbildungen bis zur Präsentation mit einem Blog auf der Schul-Homepage und Abrechnung der 17 00 Euro, liege das Programm organisatorisch komplett in Stolz’ Hand. „Frau Stolz ist freundlich, den Kindern und Kollegen zugewandt, sehr hilfsbereit, absolut zuverlässig und immer an Innovation und Entwicklung interessiert“, sagt Nebel. „Ihre Arbeit prägt maßgeblich das Profil der Schule.“ Katja Stolz sagt von sich: „Ich konnte schon immer gut mit Kindern umgehen. Und ich hatte bisher ein gutes Gefühl dafür, wie ich sie mit unterschiedlichen Methoden erreichen kann.“

Schon über die Nominierung im Vorfeld habe sie sich riesig gefreut, sagt sie. „Das ist ein tolles Lob für die ganze Arbeit, die ich investiert habe.“ Die Nominierung sei Auszeichnung genug. „Ich habe in den vergangenen Jahren viel Energie in die Schule und meine Schüler gesteckt.“

Die Meusebach-Grundschule ist eine kleine Schule im Schwielowseer Ortsteil Geltow. Sie beschäftigt 19 Lehrkräfte, die 209 Schüler unterrichten.

Von Saskia Kirf und Annika Jensen

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