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Potsdam Debatte um Erhalt des „Minsk“ spitzt sich zu
Lokales Potsdam Debatte um Erhalt des „Minsk“ spitzt sich zu
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00:38 07.04.2018
Das verfallene Terrassenrestaurant Minsk auf dem Potsdamer Brauhausberg. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Auslöser für die aktuelle hitzige Debatte um das frühere beliebte Ausflugsziel ist der Vorstoß des Potsdamer Investors Jan Kretzschmar, dessen Immobilienfirma KW Development im Rahmen der Ausschreibung ein Gebot für den Erhalt des Gebäudes abgegeben hat – es soll zu einem Wohnhaus umgebaut werden. Konkret ist von einer Kaufsumme von mittlerweile 12,7 Millionen Euro die Rede. Allerdings will der Investor dafür nicht nur das „Minsk“-Grundstück, sondern das Gesamtpaket der drei Grundstücke zum Vorzugspreis erwerben.

Stadtwerkechefs kritisieren Kaufgebot der KW Development

Im MAZ-Gespräch haben sich nun erstmals die Stadtwerke-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius und Sophia Eltrop zu Kretzschmars Offerte geäußert – und sie auseinandergenommen. Kritik üben die Stadtwerkechefs an den Neubauplänen des Investors: „Das Angebot der KW Development sieht vor, dass vor dem Minsk zwei viergeschossige Gebäude errichtet werden sollen“, so Eltrop. Damit würde es das alte Brauhausberg-Panorama ohnehin nicht mehr geben. Und: Sollte Kretzschmar für sein 12,7-Millionen-Gebot für die drei Grundstücke den Zuschlag erhalten, würde das einen massiven finanziellen Verlust für die Stadt bedeuten. „Das Höchstgebot lag im Ergebnis der Ausschreibung im Dezember 2017 bei 27,3 Millionen“, betont Müller-Zinsius. Schließlich soll der Verkauf im Höchstgebotsverfahren zur Refinanzierung des Schwimmbadneubaus am Brauhausberg dienen, das 40 Millionen Euro gekostet hat.

Entwurf der KW Development für die Bebauung am Hang des Brauhausbergs. Rechts das „Minsk“, oben das Sport- und Freizeitbad „blu“. Quelle: Repro

Für sein Angebot bekam Kretzschmar in den vergangenen Tagen dennoch viel Applaus; etwa von der Bürgerinitiative „Mitteschön“, die das Minsk sogar unter Denkmalschutz stellen will. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidatin Janny Armbruster lobte den „ausnehmend interessanten Vorschlag des Investors für die Bebauung des Brauhausbergs unter Einbeziehung des Minsk: Spannende Verbindung von Architektur aus der DDR mit moderner Bauweise“.

Auch die Linken-Fraktion und die Fraktion Die Andere gehen für den Erhalt des „Minsk“ auf die Barrikaden. In einem gemeinsamen Antrag für die Stadtverordnetenversammlung am 11. April fordern sie, dass Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) – in seiner Eigenschaft als Gesellschaftervertreter der Stadt bei den Stadtwerken – den Komplettpaket-Verkauf der Flächen abblasen und stattdessen die Einzelgrundstücke verkaufen lassen soll. Damit soll das „Minsk“ erhalten und „mit seiner Fassade und in Teilen einer öffentlichen Nutzung erlebbar“ bleiben, erklärte Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg.

Nach MAZ-Informationen haben die Linken im Stadtwerke-Aufsichtsrat noch für Verhandlungen mit den fünf Höchstbietenden gestimmt. Zwar sollte dabei auch der Erhalt des Ex-Restaurants angestrebt werden – allerdings unter Vermeidung von „Mindereinnahmen“ gegenüber den Höchstgeboten, so der einhellige Beschluss im Aufsichtsrat.

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Von Jens Trommer und Ildiko Röd

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