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Potsdam Antrag auf Simulationspflicht für Bauherren
Lokales Potsdam Antrag auf Simulationspflicht für Bauherren
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13:56 14.05.2019
An den Simulationen für das RAW-Digitalzentrum, hier ein bereits nicht mehr aktueller Entwurf, hat sich eine Diskussion um die Simulation stadtbildprägender Bauvorhaben enzündet. Quelle: RAW Potsdam
Potsdam

 Die Stadt soll prüfen, ob eine dreidimensionale Simulation von Bauvorhaben ab einer Höhe von 18 Metern in Potsdam zur Pflicht für Bauherren wird. Das haben die Grünen am Montag in der Stadtverordnetenversammlung beantragt. Dabei geht es vor allem um die Wirkung der Projekte „im näheren und weiteren Stadtbild“.

Auf Geschäftsordnungsantrag von Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) wurde der Antrag in die erste Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl vertagt.

Grünen-Fraktionschef Peter Schüler verwies in der Diskussion zunächst darauf, dass die Bauverwaltung über die technische Möglichkeit verfüge, die Modelle für große Bauvorhaben dreidimensional darzustelle. Er kritisierte: „Von dieser Möglichkeit wird unzureichend Gebrauch gemacht.“

Rubelt sagte, die Absicht sei „nachvollziehbar“. Er signalisierte allerdings Beratungsbedarf bei der von den Grünen gewünschten generellen Verpflichtung von Bauherren von solch stadtbildprägenden Projekten. Man müsse diskutieren, „wie wir verpflichten können und wo es Sinn macht“.

Laut Grünen-Antrag sollte die Simulationspflicht „zuerst“ bei bereits laufenden Projekten wie dem RAW-Digitalzentrum, im Kirchsteigfeld, in der Waldstadt und in Krampnitz zuerst angewendet werden. Diese Vorhaben „überschreiten das Potsdamer Höhenmaß erheblich“, heißt es in der Antragsbegründung: „Ihre Ausstrahlung im engeren Stadtraum und im Weichbild der Stadt“ sei bislang „zu wenig untersucht“.

Eine „ehrliche optische Simulation“ könne helfen, die Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung „besser zu untersetzen. Die Stadtverwaltung verfügt über ein geeignetes Programm, wendet es aber nicht an“.

 So habe der Investor des RAW „sein Versprechen einer Simulation nicht eingehalten“, so die Grünen: „Die Ansicht von Osten vernachlässigt den Bezug zur Umgebung, die oberste Etage ist mit weiß optisch weggestrichen, so dass eine Beurteilung nicht möglich wurde.“

Am RAW-Projekt hat sich ein Streit um die frühzeitige Simulation stadtbildprägender Bauvorhaben in Potsdam als Voraussetzung für eine fachgerechte Diskussion entzündet. 

Geplanter Hochhausneubau der Genossenschaft „Karl Marx“ in Waldstadt II. Quelle: Genossenschaft

Beim geplanten 15-Geschosser am Rande der Waldstadt und bei den hohen Häusern in Krampnitz entstehe eine „Ausstrahlung in das gesamte Weichbild der Stadt hinein und in die angrenzenden geschützten Naturgebiete“, die Ravensberge und die Döberitzer Heide, würden dadurch „abgewertet“.

Im Entwicklungsgebiet Kirchsteigfeld sei „ebenfalls kein realistisches Massemodell vorgestellt worden, das die Auswirkung auf das Kirchsteigfeld wirklich fassbar gemacht hätte“.

Letzter Einwand Rubelts: Beim Hochhaus in der Waldstadt sei die Frist für die von den Grünen geforderte Simulation auf Bauherrenkosten bereits abgelaufen, weil „wir bereits die entsprechende Beschlusslage haben“.

Von Volker Oelschläger

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