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Potsdam Deputantenhaus wird doch nicht verkauft
Lokales Potsdam Deputantenhaus wird doch nicht verkauft
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16:48 29.03.2014
In bester Lage: Das Deputantenhaus steht vis a vis des Kronguts. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die städtische Immobilienholding hat den Verkauf des ehemaligen Deputantenhauses des Kronguts Bornstedt auf Eis gelegt. Das bestätigte Unternehmenssprecher Sebastian Scholze jetzt der MAZ. Wie berichtet, hatte die Pro Potsdam Ende 2013 die vielversprechende Immobilie zum Höchstgebot ausgeschrieben. Die Kaufpreiserwartung für das Haus Ribbeckstraße 45 lag laut Exposé des Immobilienvertriebs Polo bei 250.000 Euro – auf dem attraktiven Potsdamer Markt war aber mit weit mehr zu rechnen. „Die Pro Potsdam als Eigentümerin des Hauses Ribbeckstraße 45 hat sich Anfang März dazu entschlossen, die Ausschreibung aufzuheben und die Immobilie vorerst nicht zu verkaufen“, teilt die Pro Potsdam kurz und knapp mit.

Einen Grund nennt Scholze auch auf mehrmalige Nachfrage nicht. Eventuelle Entschädigungsansprüche Dritter würden in diesem Zusammenhang aber keine Rolle spielen. Ende Februar war bekannt geworden, dass die Hohenzollern Entschädigungszahlungen für nach dem Zweiten Weltkrieg enteignete Immobilien erhalten sollen – dabei ging es auch um das Krongut nebst Deputantenhaus.

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Ein Mieter, der das Haus selbst erwerben wollte, hatte die Pro Potsdam während der Ausschreibung scharf kritisiert. Sie habe das denkmalgeschützte Haus auf Jahre vernachlässigt. So ist die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Hofmauer vor ein paar Monaten eingestürzt.

Die Pro Potsdam kündigt nun an, „weiterhin ihren Pflichten nachkommen“ zu wollen. Die Rekonstruktion der eingefallenen Mauer sei bereits in Angriff genommen.

DAS DEPUTANTENHAUS DES KRONGUTS BORNSTEDT

  • Von 1846 bis 1848 wurde das Krongut Bornstedt nach einem Brand komplett neu errichtet. Im Zuge der Neugestaltung entstanden gegenüber ein- und zweigeschossige Rohziegelbauten, darunter das Deputantenhaus (1848).
  • Das Deputantenhaus wurde auf einem Gewölbekeller eines abgerissenen Magazingebäudes erbaut. Es diente zur Unterbringung von Deputanten und deren Familien – Landarbeiter, die zur Arbeit über das ganze Jahr hinweg verpflichtet wurden und zwar nur wenig Lohn erhielten, dafür aber Logis und Naturalien.
  • Als Architekt zeichnete der Schinkel-Schüler Johann Heinrich Haeberlin (1799–1866) verantwortlich; das Exposé der Polo nennt fälschlicherweise Ludwig Persius.
  • In der Denkmalliste des Landes sind sowohl das Deputantenhaus, dessen Stall und die Hofmauer als Einzeldenkmal eingetragen.
  • Genutzt wird das Deputantenhaus seit Jahrzehnten als Mehrfamilienhaus. Derzeit leben dort drei Mieter. Geheizt wird über Kachelöfen und Gamatgasöfen. Die sanitäre Ausstattung ist einfacher Art. Das Haus befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand; eine umfassende Sanierung und Instandsetzung sind erforderlich.
  • Die Erhaltungssatzung „Dorf Bornstedt“ gilt auch für diese Liegenschaft.

Von Nadine Fabian

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