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Potsdam Der Feuerteufel von Fahrland
Lokales Potsdam Der Feuerteufel von Fahrland
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13:44 08.10.2013
Hier brannte es Ende August: ein verruster Keller unter der Wohnanlage Gartenstraße. Quelle: Steemann
Fahrland

„Es war kurz vor drei am letzten Freitag“, erinnert sich eine ältere Dame, die direkt über den Kellerräumen wohnt, in denen es jetzt brannte: „Ich war beim Fernsehen eingenickt, als es klingelte und an der Tür hämmerte. Ein junger Mann stand da und sagte: ,Sie müssen raus, es brennt!’ Dann sah ich den Qualm im Flur.“ Auch die anderen Bewohner des Aufgangs wurden aus ihren Wohnungen geholt. „„Das war ein Schock“, sagt die Frau: „Ich wusste nicht, ob ich am Abend noch einschlafen kann.“ Gestern traute sie sich das erste Mal nach unten zu den Keller-Verschlägen: „Es stinkt. Alles ist schwarz, fürchterlich.“ Das einzig Beruhigende: „Die Feuerwehr war Freitag ruckzuck da.“

Glück im Unglück war bei allen Fällen, dass es noch hell am Tage war und die Menschen nicht nachts im Schlaf überrascht wurden. Als am Freitag, dem 3. Mai, gleich acht Mülltonnen in der Tiefgarage brannten, fiel das gegen 17.55 Uhr auf – die Hitze war enorm, doch der moderne Bau hielt. Am 21. Mai brannte es in einem anderen Mülltonnenverschlag derselben Tiefgarage wieder, diesmal gegen 16 Uhr, berichtet Objektverwalter Manuel Warrach von Deinhart Immobilien.

Am Montag, dem 26. August, stand gegen 16 Uhr ein Mieterkeller in Flammen, nicht in der Tiefgarage allerdings. In dem Keller waren persönliche Gegenstände des Mieters eingelagert; der rein materielle Schaden wird auf 500 bis 1000 Euro geschätzt.

„Das passiert immer nachmittags“, sagt gestern ein Geschädigter des Kellerbrandes vom 26. August. Der Qualm aus dem Keller sei bis in sein Badezimmer gezogen: „Die ersten zwei Wochen war der Gestank im ganzen Haus.“ Sein Keller liegt neben dem Gitterverschlag, in dem es brannte. „Alle Bücher, die ich in meinem Keller hatte, musste ich wegwerfen; diesen Geruch kriegt man nicht mehr raus“, sagte der Mann. „Meine Klamotten habe ich gewaschen, aber die riechen heute noch danach.“ Alles was er noch retten konnte, lagert er nun auf dem Balkon. Auch heute – ein Monat nach dem Brand in diesem Keller – riecht es immer noch beißend. Die Wände sind rußschwarz; alle Keller leer geräumt. Die verdorbenen Habseligkeiten der Mieter sind im Müllcontainer vor der Tür gelandet – die vom letzten Freitag auch.

Wieder hatte es einen Keller getroffen, diesmal entdeckte man den Brand gegen 14.45 Uhr. Die Polizei ermittele in allen Fällen zum Verdacht der Brandstiftung und prüfe dabei auch mögliche – die Bewohner sagen: offensichtliche – Zusammenhänge zwischen den Taten, erklärte gestern Axel Schugardt von der Polizeidirektion West. Hinweise auf einen konkreten Tatverdächtigen lägen aber noch nicht vor. Man suche Zeugen, die an der Gartenstraße Verdächtiges gesehen haben oder Hinweise geben könnten.

Die Tiefgarage hat nur eine Einfahrt. Hinein kommt nur, wer die Schlüssel dazu hat oder einen Moment abpasst, in dem irgendjemand das Tor offen gelassen hat. Warrach zufolge gibt es Brandschutztore, die auf Hitze reagieren und die Tiefgarage im Notfall in drei Abschnitte trennen. Rauchmelder existieren derzeit nicht. Bei Deinhart vermutet man, dass der Täter in derselben Wohnanlage lebt. Das Unternehmen will eine Belohnung aussetzen für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Tätergruppe führen.

Von Rainer Schüler und Friederike Steemann

Informationen nehmen die Inspektion Potsdam unter  0331/55081224, die Internetwache unter der Web-Adresse www.internetwache.brandenburg.de und alle Polizeidienststellen entgegen.

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