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Potsdam Das war der beliebteste Kinofilm der Potsdamer
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11:54 26.12.2019
Das Thalia-Kino Babelsberg hat auch zwischen den Jahren geöffnet. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Das Kiezkino Thalia blickt auf ein schweres Jahr zurück. „Es war erwartbar, dass wir nach dem sehr guten 2018 etwas zurückfallen werden“, sagt Daniel Zuklic, die stellvertretende Kinoleiterin. Damals hatte das Arthouse-Kino mit stolzgeschwellter Brust dem Abwärtstrend der deutschen Lichtspielhäuser getrotzt –während bundesweit 20 Prozent Einnahmenrückgang zu verzeichnen waren, hatte das Thalia sogar mehr verdient als zuvor. Jetzt aber sind die Zuschauerzahlen zurückgegangen, wenn auch vergleichsweise wenig.

Rund 10.000 Gäste weniger

„Wir werden am Ende des Jahres um die 10.000 Gäste weniger gehabt haben als im Vorjahr“, sagt Daniela Zuklic. Rund 150.000 Menschen werden dann immer noch in das kleine Kino geströmt sein. „Und die ganz heiße Kinowoche beginnt jetzt.“ Denn erfahrungsgemäß kommen in den letzten Tagen des Jahres besonders viele Menschen ins Kino.

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Woran das liegt? Daniela Zuklic sagt: „Die Menschen haben endlich mal Zeit, sie kommen endlich mal runter und wollen dann nicht nur zuhause sitzen, sondern etwas erleben.“ Der soziale Austausch im Kiezkino, die Gemeinschaft seien dann besonders wichtig. Außerdem sei sicher förderlich, dass nach den Weihnachtstagen manchem etwas Abstand von den lieben Verwandten gerade recht sei –und wenn es nur die Armlehne zwischen den Sitzen ist.

Helena Zengel als Benni in „Systemsprenger“ hat die Potsdamer sehr bewegt. Quelle: Yunus Roy Imer/Port au Prince Pictures/dpa

Der Film des Jahres auf den Leinwänden des mehr als 100 Jahre alten Hauses war „Systemsprenger“, das Drama über das Mädchen Benni, das mit seinem Verhalten alle Grenzen übertritt, die ihrer Mutter und die der Jugendhilfe. Gerade ist das Werk aus dem Rennen um die Oscars geflogen, doch dem Erfolg tut das keinen Abbruch. „Systemsprenger läuft seit 13 Wochen durchgehend“, sagt Daniela Zuklic. Sie war überrascht davon, wie der Film beim Publikum einschlug – angesichts des sperrigen Inhalts und der harten Darstellungen. „Ich bin aber wirklich froh, dass mehr als 7000 Menschen in unserer Stadt diesen Film gesehen haben, das ist ein gutes Zeichen für den Kinderschutz und für die Arbeit mit diesen jungen Menschen“, sagt Zuklic. Die Zuschauer kämen oft bedrückt aus den Sälen, nachdenklich, berührt. „Das ist für mich auf jeden Fall nicht nur der erfolgreichste, sondern auch der wichtigste Film des Jahres.“

Lieblingsfilm: kranker Batman-Antagonist

Der persönliche Lieblingsfilm der Thalia-Co-Chefin ist aber ein anderer: „Joker“, die Comicverfilmung über die Geschichte des clownesken Batman-Gegenspieler. „Letztlich geht es genau wie in ,Systemsprenger’ um einen jungen Menschen, der seelisch krank gemacht wird“, erklärt Daniela Zuklic ihre Faszination für den Bösewicht, der als sensibler Außenseiter gezeigt wird, der nach und nach den Verstand verliert.

„Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ läuft seit Mittwoch im Thalia. Quelle: Frédéric Batier/Warner Bros./dpa

Wirklich enttäuscht war man im Thalia indes über keinen der Filme im diesjährigen Programm. Man habe aber, sagt Daniela Zuklic, anderen Kinos gegenüber den großen Vorteil, wirklich selbst zu entscheiden, was läuft. „Auf den Festivals sichten wir die Filme, dort sind wir schon unsere eigene Qualitätskontrolle“, erklärt sie. So ist die im Februar stattfindende Berlinale ein wichtiger Termin für die Planung – des darauffolgenden Kinojahrs. „Wir wollen künftig auch noch mehr kuratieren, denn wir wissen, was die Potsdamer, die Babelsberger sehen wollen und was sie erwarten“, sagt Zuklic. Über Plakate, Trailer und Werbung werde dann die Vorfreude auf den Film gesteigert.

Volles Programm zwischen den Jahren

Die Vorfreude aufs Weihnachts- und Neujahrsfilmprogramm ist bei der Thalia-Expertin auf jeden Fall groß. Ihre ganz persönlichen Tipps: „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, der am 25. Dezember anlief und „Judy“, der am 2. Januar startet. „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ erzählt die Geschichte der neun Jahre alten Anna, die mit ihrer Familie vor den Nazis flieht und alles zurücklassen muss, auch ihr geliebtes Stofftier. „Eine beeindruckende Geschichte“, sagt Daniela Zuklic. In „Judy“ brilliert Renée Zellweger als alternde Judy Garland, die 30 Jahre nach ihrem großen Erfolg als Kinderstar der Realität ins Auge sehen muss, dass ihre Kraft vielleicht nicht mehr für alles ausreicht.

Das ganze Kinoprogramm finden Sie hier.

Von Saskia Kirf

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