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Potsdam Der Mann mit dem Januskopf
Lokales Potsdam Der Mann mit dem Januskopf
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13:33 24.10.2017
Harald Metzkes: „Januskopf“, 1977. Quelle: Stefan Maria Rother/Kunstsammlung Berliner Volksbank, Copyright VG Bild-Kunst 2017
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Potsdam

Harald Metzkes (88) hat das Potsdam-Museum und das Museum Barberini für eine erste Kooperationsveranstaltung zusammengebracht. 2013 war er einer der Künstler, die in der Sonderausstellung „Lebenswerke“ als Preisträger des Brandenburgischen Kunstpreises der „Märkischen Oderzeitung“ im Potsdam-Museum mit einem eigenen Saal bedacht wurden. In Erinnerung sind zwei Bildhauer, die sich auf zwei Seiten an einem gewaltigen Marmorblock zu schaffen machen. „Entstehung des Januskopfes“ war der Titel des 2008 entstandenen Ölgemäldes, das Bezug nahm auf die römische Gottheit Janus, die mit ihren zwei Gesichtern für den Anfang und das Ende stand.

Nun gibt es ein Wiedersehen mit dem Motiv des Zwiegesichts. Das Museum Barberini wählte einen 1977 von Metzkes gemalten „Januskopf“ als Eröffnungsmotiv für den Katalog zur Sonderausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR aus, die am Sonnabend eröffnet wird. Das braun getönte Bild zeigt einen Mann mit zornigem Blick, der eine Maske mit leerem Auge und geöffnetem Mund auf dem Hinterkopf trägt.

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Vier Arbeiten von Harald Metzkes sind in dieser Ausstellung insgesamt zu sehen, darunter auch das Gruppenbild „Die Freunde“ (1957), das den Künstler gemeinsam mit Kollegen wie Manfred Böttcher und Werner Stötzer zeigt, ebenso wie er Wegbereiter der „Berliner Schule“, die sich in Abgrenzung zum Sozialistischen Realismus auf die Klassische Moderne besann.

1993 ist Metzkes von Berlin-Prenzlauer Berg nach Wegendorf bei Altlandsberg (Märkisch-Oderland) umgezogen. Vor einigen Monaten hat er Jutta Götzmann, die Direktorin des Potsdam-Museums, auf Vermittlung der Berliner Galeristin Doris Leo dorthin eingeladen: „Er sagte, ich dürfte zwei Gemälde auswählen“, die er dem Museum dann als Schenkung übergeben würde. Jutta Götzmann hatte dankend angenommen. „Wir haben bisher in unserer Sammlung keine Gemälde von Harald Metzkes, was schon eine große Lücke ist.“

Am 16. November sollen die ausgewählten Arbeiten erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Doppelspiel“ ist der vieldeutige Titel dieser Veranstaltung, die um 16.30 Uhr mit einem Ausstellungsrundgang im Museum Barberini beginnt. Um 17.30 Uhr spricht Jutta Götzmann im Potsdam-Museum in ihrem Vortrag „Harald Metzkes – Ich verfasse mich selbst“ über die Selbstsicht und die Weltsicht des Künstlers – und über die zwei Neuzugänge für die Sammlung des Hauses. „Man muss sich von sich selbst distanzieren, um einen klaren Blick auf die Welt zu haben“, sagt der Künstler, der nicht nur in der Mythologie entlehnten Gestalten, mit Gleichnissen, Allegorien und Parabeln, sondern auch in Textsammlungen wie „Ich und Herr H.“ ins reflektierende Zwiegespräch mit sich selbst geht. 2019 sollen die Schenkungen in einer Personalausstellung von Harald Metzkes im Potsdam-Museum zu sehen sein.

Damit ist für die nächsten Jahre bereits die zweite Personalausstellung eines bedeutenden ostdeutschen Künstlers im Potsdam-Museum angekündigt, der eine Schenkung vorausging. Wie berichtet, bekam das Museum im April zwei Bilder von Jürgen Böttcher (Strawalde) aus dem Privatbesitz der Potsdamer Galeristin Friedrike Sehmsdorf und ihres Mannes Thilo Steinbach. Jutta Götzmann begrüßte den Neuzugang seinerzeit als „Meilenstein“. Denn auch Strawalde als einer der bedeutendsten Künstler aus der Kunst-, Film- und Kulturszene der DDR war bis dahin noch nicht in der Sammlung des Potsdam-Museums vertreten.

Von Volker Oelschläger

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