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Potsdam Der erste Schritt Richtung Stadtteilnetzwerk
Lokales Potsdam Der erste Schritt Richtung Stadtteilnetzwerk
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15:28 26.01.2018
Dietmar Teickner (l.) und Dirk Harder bei dem ersten Treffen des Stadtteilnetzwerkes Babelsberg. Dabei ging es zunächst darum, Ideen zu sammeln und nicht um die Gründung.
Dietmar Teickner (l.) und Dirk Harder bei dem ersten Treffen des Stadtteilnetzwerkes Babelsberg. Dabei ging es zunächst darum, Ideen zu sammeln und nicht um die Gründung. Quelle: A. Jensen
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Babelsberg

Ein Stadtteilnetzwerk wie in Potsdam West. Das wünschen sich auch viele Engagierte in Babelsberg. Am Donnerstag haben sie sich deshalb erstmals getroffen. Initiatoren sind Dirk Harder, Vorstandsmitglied des Stadtjugendrings, und Dietmar Teickner, Inhaber des Lakritzkontors. Ihr Anlass, jetzt aktiv zu werden, ist das Stadtteilmuseum Nowaweser Weberstube. „Wir hatten in der Zeitung gelesen, dass das Museum Probleme hat und wir wollten helfen“, sagt Harder. „Deswegen haben wir Geld gesammelt. Mittlerweile haben wir 1 103,25 Euro zusammen.“

Ein Netzwerk für die Babelsberger

Die Idee für ein Stadtteilnetzwerk hatten Harder und Teickner allerdings schon vorher. „Wir leben in Babelsberg, warum sollten wir nicht darüber nachdenken, ein Netzwerk zu gründen?“ Sehr schnell stand die Internetseite und bald der Termin für das erste Treffen.

Ihr erstes Projekt ist die Unterstützung des Museums. Das gibt es seit 1999 – in Form des Museums in der Karl-Liebknecht-Straße und des Archivs im Kulturhaus. Seit seiner Gründung stellen die Arbeiterwohlfahrt und die Kirche die Räume kostenlos zur Verfügung. Seit 2016 muss das Museum allerdings die Betriebskosten übernehmen. Das sind 4000 Euro im Jahr. Es hat die Stadt um Unterstützung gebeten. Die Entscheidung soll in den nächsten Haushaltsverhandlungen fallen. Wenn sie die Kosten nicht langfristig übernimmt, droht dem Museum die Schließung. „Wir freuen uns, dass die Babelsberger sich für das Museum einsetzen wollen“, sagt Kirsti Dautzenberger auf dem Treffen im Kulturhaus. Sie ist im Vorstand des Förderkreises Böhmisches Dorf und Neuendorf, der das Museum betreibt. „Und dass sie wollen, dass es Bestandteil von Babelsberg bleibt.

Langsames Rantasten statt Gründung des Netzwerkes

Bei ihrem Treffen ging es den Engagierten weniger um die tatsächliche Gründung des Stadtteilnetzwerkes als vielmehr darum, Ideen zu sammeln. „Wir wollen uns da ganz langsam rantasten“, sagt Dirk Harder. Er trägt erste Gedanken vor, die ihm vorschweben: Es soll ein Netzwerk für Alt- und Neu-Babelsberger werden und es sollen nur Privatpersonen Mitglieder sein, einen Verein möchte er hingegen zunächst nicht gründen. Zudem kann er sich als erste größere Veranstaltung ein Begegnungsfest vorstellen, bei dem jeder seine Sitzgelegenheit und sein Essen selbst mitbringen soll.

Schnell nach seinem Vortrag äußern sich die anderen Engagierten, die den Weg ins Kulturhaus gefunden haben. Im Raum sind etwa 20 Personen. Sie wünschen sich, dass öffentliche Plätze wieder belebt werden. Sie wollen nichts Neues erfinden, sondern vielmehr die bestehenden Initiativen und Akteure in Babelsberg sichtbar machen und den Austausch untereinandern fördern.

Erste Projekte sind schon ins Auge gefasst

Zudem einigen sie sich darauf neutral und überparteilich zu sein. Das war Dirk Harder im Vorfeld allerdings schon wichtig, deswegen hat er die politischen Parteien angeschrieben und sie über das Projekt Stadtteilnetzwerk Babelsberg informiert. „Allerdings werden wir uns klar gegen jegliches menschenverachtendes Denken positionieren“, sagt Harder.

Dann stellt jemand die Frage: Wollen wir nur netzwerken oder geht es auch darum, Stellung zu beziehen, wenn sich in Babelsberg etwas ändert? Als Beispiel wird sofort die Verlegung des Strandbades genannt. Sofort steht fest: Da müssen wir aktiv werden. Und so steht das Engagement für das Strandbad am Ende des Abends neben der Unterstützung für die Weberstube, dem Begegnungsfest und dem Sichtbarmachen der Akteure im Stadtteil als erster Punkt auf der Agenda des zukünftigen Stadtteilnetzwerkes Babelsberg. Nun wollen sich Dirk Harder, Dietmar Teickner und viele, die am Donnerstagabend dabei waren, darauf konzentrieren, Informationen zu geben, bestehende Initiativen bekannt zu machen und die richtigen Menschen für die richten Aufgaben im Netzwerk zu finden.

Von Annika Jensen

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