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Potsdam Deswegen ist die Busspur zwischen Geltow und Potsdam nur auf 300 Metern geplant
Lokales Potsdam Deswegen ist die Busspur zwischen Geltow und Potsdam nur auf 300 Metern geplant
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22:25 24.10.2019
An der B1 zwischen Geltow und Potsdam soll eine Busspur entstehen. Quelle: Annika Jensen
Geltow/Potsdam

Der Bau der Busspur zwischen Potsdam und Geltow, auf der Pendler schneller in die Hauptstadt kommen sollen, verzögert sich. Das wurde deutlich, als Martina Woiwode vom Fachbereich Grün- und Verkehrsanlagen der Potsdamer Verwaltung mögliche Varianten für die Busspur den Mitgliedern des Geltower Ortsbeirates in dieser Woche vorstellte.

Der Verkehr fließt fast reibungslos

„Die ursprüngliche Planung war 2019 abgeschlossen“, sagt Woiwode im Gespräch mit der MAZ. „Uns fehlte aber die Unabwendbarkeit der Maßnahme, um ein rechtssicheres Planfeststellungsverfahren zu Ende zu bringen.“ Diese formelle Feststellung der Unabwendbarkeit für eine Busspur auf voller Länge gibt es aber nicht. Eine Evaluierung des Verkehrsaufkommens auf den 1,8 Kilometern zwischen Geltow und Potsdam hatte gezeigt, dass der Verkehr fast reibungslos fließt.

„Das einzige Problem besteht in der Frühspitze, also im morgendlichen Berufsverkehr, wenn man nach Potsdam reinfährt“, so Woiwode. Die Evaluierung habe gezeigt, dass die meisten Durchfahrten auf der Strecke mit 60 bis 80 Kilometern in der Stunde erfolgen. Die Ausreißer im Berufsverkehr lagen bei 20 km/h. „Das heißt, dort war der Verkehr zähflüssig und der Bus konnte nicht vorbeifahren“, sagt Woiwode. „Die Fahrzeuge brauchten dann für die Strecke acht statt der eigentlichen drei Minuten.“

Der Bus soll ab der Eisenbahnbrücke auf der bereits bestehenden Busspur weiterfahren. Quelle: Annika Jensen

Woiwode und ihr Team haben sich Gedanken gemacht, wie sich der Verkehr, der über diesen acht Minuten liegt, abgebaut werden kann. „Nach der Auswertung der Reisezeiten, der gefahrenen Geschwindigkeiten und der aufgetretenen Rückstaulängen haben wir festgestellt, dass mit einer Busspur von 300 Metern Länge die Anzahl der überstauten Zeiträume reduziert werden kann“, sagt Martina Woiwode. „Dann kann der Bus auf dieser Strecke an dem Stau vorbeifahren und die Autofahrer hoffentlich davon überzeugen, auf den öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen.“ Diese Busspur soll 300 Meter vor dem Ortseingang von Potsdam beginnen.

Im Ortsbeirat Geltow hat Martina Woiwode die Ergebnisse der Evaluation und drei Varianten der Busspur vorgestellt. Auch die von der Verwaltung der Stadt Potsdam als Bauherr der Busspur bevorzugte Variante hat sie den Orstbeiratsmitgliedern präsentiert. Sie sieht vor, die B 1 zu verbreitern, um Platz für den Bus zu schaffen. Er würde dann einfach geradeaus fahren und schließlich auf die bereits vorhandene Busspur vor der Eisenbahnbrücke hinter dem Ortseingang von Potsdam fahren. Der Radweg würde dafür weiter nach rechts versetzt werden und bliebe separat.

Busspur ist Teil des Modellversuches Zeppelinstraße

Die Busspur zwischen Geltow und Potsdam steht im Zusammenhang mit der Dreispurigkeit der Zeppelinstraße (B1).

Seit ein paar Jahren hat die Straße drei Spuren. Nun geht es dem Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen darum, zu ergründen, welche Maßnahmen dazu geeignet sind, diese Dreispurigkeit für die Nutzer verträglicher zu gestalten.

Die geplante Busspur war in der Beschlusslage der Potsdamer Stadtverwaltung verankert, um den Modellversuch der Dreispurigkeit der Zeppelinstraße einzuleiten.

Die Evaluierung des Verkehrsaufkommens zwischen Potsdam und Geltow zeigte Überraschendes: Der Verkehr fließt zum größten Teil reibungslos. Einzig im morgendlichen Berufsverkehr staut er sich.

„Der größte Nachteil dieser Variante ist, dass dafür zehn Bäume gefällt werden müssen“, sagt Woiwode. Allerdings ließe sich zwischen Bus- und Radspur eine neue Reihe Bäume pflanzen. „Wegen dieser Bäume machen wir uns die Entscheidung für diese Variante wirklich nicht einfach“, sagt die Verkehrsexpertin.

Allerdings steht es um die zehn Bäume offenbar ohnehin nicht gut. „Man sieht den Bäumen an, dass sie nicht mehr lange lebensfähig sind“, sagt Frank Schmidt, Dezernatsleiter Planung West des Landesbetriebes Straßenwesen. „Das sagt auch das aktuelle Baumgutachten. Straßenbäume haben im Vergleich zu Waldbäumen keine hohe Lebenserwartung. Und die zehn Bäume kurz vor Potsdam an der B 1 weisen auch am Stammfuß erhebliche Verletzungen auf, durch Anfahrschäden und Pilze.“ Schmidt geht davon aus, dass diese Bäume in naher Zukunft ohnehin gefällt werden müssten.

Ortsbeirat Geltow stimmt Potsdam zu

Der von der Stadt Potsdam bevorzugten Variante haben sieben von neun Ortsbeiratsmitglieder in Geltow zugestimmt. Sie sprachen sich damit gegen die anderen beiden Optionen aus. Die eine sah vor, die Busspur hinter den Bäumen anzulegen. Dafür sei aber letztlich nicht genug Platz vorhanden und die Bäume müssten doch gefällt werden, sagt Martina Woiwode. Die andere Variante würde den Bus in einem Schwenk hinter die Bäume leiten und den Platz bis ganz nah an der Forstgrunstücksgrenze ausnutzen. Die Radfahrer hätten ihre Fahrbahn neben dem Bus und wären durch eine Mulde von ihm getrennt.

Kurz vor dem Ortseingang Potsdam würde der Bus dann in einem zweiten Schwenk zurück auf die B1 gelenkt werden und auf die vorhandene Busspur fahren. „Das ist aber eine sehr praxisferne Variante“, sagt Martina Woiwode. „Weil zum einen die Fahrgäste sehr durchgeschüttelte würden und zum anderen die Geschwindigkeit des Busses beim Einschwenken reduziert werden müsste.“

Ortsvorsteher von Geltow ist zufrieden

Diese Idee würde durchaus Sinn machen, wenn die Prognosen zum Verkehrsverhalten heute schon sagen könnten, dass die Busspur eines Tages bis nach Geltow verlängert werden müsste. „Doch keine von uns kann in die Zukunft schauen“, so Woiwode. „Die erste Variante ist in diese Zeit des Nutzens schon die beste und lässt sich auch in der Zukunft gut ausbauen.“

Über den Zeitplan für die 300 Meter lange Busspur kann und will die Verkehrsexpertin nichts sagen. „Wir fangen nun an, die ganzen Genehmigungen einzuholen. Vor allem die Baumfällgenehmigung. Nun haben wir erstmal das Votum des Ortsbeirates, um mit der 300 Meter langen Busspur weiterarbeiten zu können und um das Baurecht auf den Weg bringen zu können.“

Geltows Ortsvorsteher Matthias Fannrich zeigte sich am Tag nach der Sitzung im Gespräch mit MAZ zufrieden mit dem Votum des Ortsbeirates: „Ich finde es sehr schön, dass der Fahrradweg ein separater Fahrradweg bleibt. Und ich finde es schön, dass zwischen der Busspur und dem Fahrradweg so viel Platz bleibt, dass neue Bäume gepflanzt werden können.“

Von Annika Jensen

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