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Potsdam „Deutsche Wohnen“ und die Angst vor hohen Mieten
Lokales Potsdam „Deutsche Wohnen“ und die Angst vor hohen Mieten
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08:20 30.03.2017
In Krampnitz entsteht ein neues Wohngebiet. Quelle: Friedrich Bungert
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Krampnitz

Bürgermeister Burkhard Exner über die finanziellen Auswirkungen des Krampnitz-Projekts.

Burkhard Exner Quelle: Julian Stähle

Was wäre schlimmstenfalls passiert, wenn es jetzt nicht diese Einigung gegeben hätte?

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Ich bin sehr froh, dass wir jetzt zu einer guten Lösung gekommen sind. Denn sonst wären wir oder sogar noch unsere Enkel viele Jahre mit Rechtsstreitigkeiten beschäftigt gewesen. Das Areal hätte brach gelegen und die denkmalgeschützte Substanz wäre immer weiter verfallen.

Die Landeshauptstadt wird dem Land das Ex-Kasernenareal Krampnitz für 1,5 bis 5,2 Millionen Euro abkaufen. Woher will die Stadt das finanzieren?

Das Geld kommt nicht aus dem Haushalt der Stadt. Es wird aus der Entwicklungsmaßnahme selbst finanziert. Das heißt: Es ist in den Gesamtkosten des Projektes enthalten.

Könnte der Kauf auch zum Verlustgeschäft werden? Immerhin muss man ja auch sehr viel investieren, um ein neues Stadtquartier zu errichten.

: Ich versuche das Prinzip einfach zu erklären: Einerseits gibt es Einnahmen aus dem Projekt wie etwa aus Grundstücksverkäufe und anderseits stehen dem Ausgaben für die Infrastruktur wie Kitas, Schulen, Straßen, Verkehr und Freiflächen gegenüber. Am Ende sollen die Einnahmen die Ausgaben möglichst decken. Dabei wird auch die Deutsche Wohnen einen erheblichen Beitrag für die Infrastruktur leisten. Allerdings hätte die Stadt - nach bisherigen Planungsstand - rund zehn Millionen Euro Schulden am Ende zu übernehmen. Hier sind wir aber optimistisch, eine deutliche Verbesserung hinzubekommen.

Wie das?

Nach der aktuellen Planung kommen wir mit einem Minus heraus, das lässt sich aber mit verschiedenen Stellschrauben verbessern und daran arbeiten wir. Sollte sich aus dem Gesamtprojekt ein Überschuss ergeben, dann würden 50 Prozent davon an den alten Eigentümer - sprich: hauptsächlich das Land - und die restlichen 50 Prozent an die neuen Eigentümer gehen.

Um diese wundersame Verwandlung von Schulden in Gewinn zu stemmen, verändert sich die Zielsetzung für Teile von Krampnitz. Statt der angedachten lockeren Bebauung soll jetzt Mietwohnungsbau entstehen. Das Zauberwort lautet „Verdichtung“. Heißt das, dass Krampnitz sich zu einer Betonburgen-Ghetto entwickelt, wo jeder Quadratzentimeter zur Gewinnmaximierung genutzt wird?

Nein, das ist nicht das Ziel. Das wäre auch keine Lebensumfeld, wo man sich wohl fühlt. Es geht schlicht um eine bessere Geländeausnutzung, die auch Gegenstand in einem städtebaulichen Wettbewerb sein wird. Es soll ein Quartier mit guter Lebensqualität für Jung und Alt werden.

Statt 3800 Einwohnern soll das neue Wohngebiet dann bis zu 6500 Einwohnern haben. Mehr Bürger bedeuten auch mehr Steuern. Kann Potsdam sich durch Neu-Krampnitzer gesundstoßen?

Potsdam muss sein Wachstum gestalten und bezahlbaren Wohnraum für alle bieten. Richtig ist, dass wir von mehr Einwohnern profitieren bei der Einkommensteuer, den Schlüsselzuweisungen und Ähnlichem mehr. Gleichzeitig darf aber nicht vergessen werden: Damit gehen auch zum Beispiel mehr Kita- und Schulplätze einher. Generell gilt aber: Der Norden wird belebt und wir sind wahnsinnig froh, dass diese Lösung erreicht werden konnte. Als außergerichtliche Lösung war es die beste Lösung, die man finden konnte. Für die wachsende Stadt Potsdam ist heute ein großartiger Tag, weil wir sicherstellen, dass zukünftig mehr Wohnraum für Normalverdiener entsteht.

Allerdings gab es in Berlin auch Kritik an der Deutschen Wohnen wegen hoher Bestandsmieten. Wer garantiert Ihnen, dass es in Potsdam anders läuft?

Wir haben Zielgrößen miteinander vereinbart. Die Deutsche Wohnen hat selbst ein Interesse, diese Mieten - durchschnittlich 8,50 Euro netto kalt pro Quadratmeter – zu erreichen. Wir sind hier weder in der Potsdamer Innenstadt noch in der Berliner Vorstadt.

Service

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Von Ildiko Röd

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