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Potsdam Die Flatrate fürs Fahren
Lokales Potsdam Die Flatrate fürs Fahren
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19:27 06.03.2013
Potsdam

Die Idee ist nicht neu und in manchen Großstädten – viele davon in den USA – umgesetzt. Statt Tickets zu lösen, müssen sämtliche Bürger einer Stadt eine Abgabe für den öffentlichen Personennahverkehr zahlen und dürfen dafür jederzeit dessen Dienste in Anspruch nehmen.

2008 landete der Wunsch nach einem solchen System beim Potsdamer Bürgerhaushalt immerhin auf Platz sieben, ein nur auf die Klientel der Schüler konzentriertes Bürgerticket brachte es 2009 gar auf Platz eins. Die Frage im Haus der Natur war: Würden durch die Einführung eines solchen Systems in Potsdam mehr Autofahrer auf den Bus kommen und würde sich der Nahverkehr gleichzeitig besser finanzieren lassen?

Als glühenden Verfechter hatten die Grünen den Umweltberater und früheren Abteilungsleiter im Bundesumweltamt, Axel Friedrich, geladen. Friedrich hat die Stadt Tübingen bei der Einführung des Bürgertickets beraten. Das soll dort spätestens in drei Jahren umgesetzt sein. „Die entscheidende Frage ist: Wem gehört die Stadt?“, sagte Friedrich und antwortete: „Sie gehört den Menschen, nicht den Autofahrern.“

Unbeirrt von dem Zwischenruf, Autofahrer seien auch Menschen, tat Friedrich seine Gründe dar. Nicht nur würde das Bürgerticket ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis für die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs schaffen – Friedrich rechnet unter günstigen Bedingen mit acht Euro im Monat in Potsdam –, es würde auch die Verbindung zwischen Stadt und Bürgern stärken. Zum Bürgerticket gehöre nämlich die demokratische Abstimmung über Art und Weise des Nahverkehrs. Das Bürgerticket sei eine „Flatrate“ fürs Fahren. Die minimierte Hemmschwelle werde sogar bornierte Autofahrer zum Umsteigen verführen.

Da ist Axel Dörrie, Koordinator für Mobilität und Klimaschutz in der Stadtverwaltung, nicht so sicher. „Die Kostenschraube ist nicht das Problem“, sagt er. Der Nahverkehr sei ja jetzt schon vergleichsweise billig. Die entscheidende Stellschraube sei die Attraktivität des Angebots. Dass es mit dem nicht allzu weit her sein kann, darüber klagt nicht nur ein Fahrländer, der abends kaum noch eine Verbindung nach Hause findet, sondern auch ein hochgewachsener Potsdamer, dem die Schalensitze schlicht zu eng sind.

Sarah Böhm, Leiterin von Marketing und Vertrieb bei den Verkehrsbetrieben Potsdam hält wiederum Friedrichs Kostenrechnung für blauäugig. Schon heute seien große Investitionen nötig – allein der Bereich Potsdam koste jährlich 21 Millionen Euro –, mit dem Bürgerticket seien es wohl noch mehr.

Weitere Probleme kamen zur Sprache: Wie die Vernetzung mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg regeln? Wie mit den Pendlern umgehen, die ja keine Potsdamer sind und nicht in den Genuss des Tickets kämen? Dem antwortete Friedrich: Wo ein Wille sei, da sei auch ein Weg. Immerhin: Faszinierend fanden den Gedanken alle. Die grüne Stadtverordnete Saskia Hüneke war sich sicher, dass man nicht zum letzten Mal darüber debattiert habe. (Von Rüdiger Braun)

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