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Potsdam Die Greenbag-Ladies nähen Unikate
Lokales Potsdam Die Greenbag-Ladies nähen Unikate
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17:12 03.11.2018
Die Potsdamer„Greenbag-Ladies“ haben schon vorgearbeitet und hoffen für zahlreiche weitere Taschen auf hübsche Stoffspenden. Quelle: Foto: Peter Degener
Innenstadt

Sie sind nur eine kleine Gruppe, doch sie wollen einen Unterschied beim Umweltschutz machen – die Greenbag-Ladies. Nach einem in den USA gestarteten Vorbild gibt es nun auch in Deutschland die erste Vereinigung dieser Art.

Das Versprechen für einen der schönen Beutel – nie mehr Plastiktüte!

Rund um Audrey Schneider aus Wildenbruch hat sich ein kleiner Potsdamer Näh- und Strickkreis einer neuen Aufgabe gestellt: „Wir nähen Einkaufsbeutel aus Stoffresten und verschenken diese. Wer einen solchen Beutel haben möchte, muss uns nur eines versprechen – er darf künftig keine Plastiktüten mehr zum Einkaufen benutzen“, sagt Audrey Schneider.

Die Greenbagladies aus Potsdam haben schon vorgearbeitet. Quelle: Peter Degener

Die erste Greenbag-Lady begann 2008 in den USA

Die Idee hat Schneider von der Amerikanerin Teresa VanHattan-Granath übernommen. Die startete 2008 mit dem ökologisch-handwerklichen Projekt, bloggte darüber im Internet und fand zahlreiche Nachahmer. „Sie hat die ersten Beutel für ihren Mann genäht, der zuvor immer wieder Plastiktüten vom Einkaufen nach Hause brachte“, erzählt Schneider, die selbst einen Beutel mit einem nummerierten Aufnäher der „Greenbaglady“ geschenkt bekam und so auf das Projekt aufmerksam wurde.

Audrey Schneider hatte die Idee, das Konzept auch in Potsdam umzusetzen. Quelle: Peter Degener

Der Begriff steht eigentlich für eine Obdachlose mit zahllosen Tüten

„Als Baglady bezeichnet man in Amerika eigentlich obdachlose Frauen, die ihre Sachen in Tüten transportieren““, sagt Schneider. VanHattan-Granath nannte ihr Blog, in dem sie ihre neuesten Beutelkreationen präsentiert bewusst „Greenbaglady“ und gab damit weiteren lokalen Initiativen den Namen. „Theresa ist die ökologische Tütentante“, scherzt Schneider.

Über 50 000 handgenähte Stoffbeutel samt des Versprechens auf die Plastiktüte zu verzichten sind seitdem aus der kleinen Bewegung hervorgegangen. „Die von uns verwendeten Stoffe liegen rum, dienten bislang als Tischdecken, Bettbezüge oder Vorhänge und kriegen nun ein neues Leben. Jeder Beutel ist dann ein Unikat, fast jeder auch ein Designerstück“, sagt Anne Ryschka, die ebenfalls zum Nähkreis gehört.

Die Beutel bestechen durch die schönen Stoffe. Quelle: Peter Degener

Stoffspenden sollten mindestens 50x50 Zentimeter groß sein

Rund 100 Beutel haben die Damen schon fertiggestellt, jetzt suchen sie nach Stoffresten, um nachzulegen. „Wir wollen keine alte Kleidung, auch keinen Kellergeruch“, sagt Schneider bestimmt. Denn ihre Initiative sei nicht zum Entsorgen alter Bestände gedacht. Festere Webstoffe suchen sie, die mindestens 50 mal 50 Zentimeter messen sollten.

Die Greenbagladies aus Potsdam Quelle: Peter Degener

Auch selber nähen ist dank einer simplen Vorlage möglich

Wer solche Stoffspenden abgeben möchte, kann gleich zwischen zwei Adressen wählen: Einerseits nimmt sie Thekla Heyne vom Stoffladen „Der rote Faden“ in der Gutenbergstraße 15 entgegen. Zum anderen können die Stoffe in Bergholz-Rehbrücke in der Kontaktstelle der Akademie 2. Lebenshälfte in der Straße Zum Springbuch 6 vorbei gebracht werden. Wer selbst solche Beutel nähen möchte, findet eine einfache Näh-Vorlage und ein Hilfsvideo auf dem originalen Blog greenbaglady.blogspot.com.

>>>Download der Nähanleitung

>>>Die Potsdamer Greenbag-Ladies auf Facebook

Von Peter Degener

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