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Potsdam Helfer brauchen Hilfe: Die MAZ sammelt Spenden für die Potsdamer Tafel
Lokales Potsdam Helfer brauchen Hilfe: Die MAZ sammelt Spenden für die Potsdamer Tafel
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06:02 25.11.2019
Rund 150 ehrenamtliche Helfer halten die Potsdamer Tafel am Laufen – hier bereitet die Mittwochsschicht die Lebenmittel-Ausgabe vor. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Sie stehen an für das Nötigste: für Brot, Käse und Gemüse, für ein nettes Gespräch und für ein wenig Hoffnung. Nachmittag für Nachmittag reihen sie sich ein vor dem flachen Gebäude, das aus der Nachbarschaft – Einfamilienhäuser, gestutzte Vorgärten, Wohnblocks unter alten, dunklen Bäumen – mit seinem maigrünen Anstrich heraussticht. Die Menschen in der Warteschlange sind auf den ersten Blick so verschieden wie Menschen nur sein können: Sie sind jung und alt, sie kommen aus aller Welt, einige sind gut gelaunt, anderen sind Frust und Verbitterung, manchen Unbehagen anzusehen. Was sie eint, ist die Not, hier zu stehen. Ihr Leben hat viel mit Verzicht zu tun und mit der ängstlichen Sorge, dass das bisschen Geld auch in diesem Monat nicht reicht – nicht mal, um Essen zu kaufen.

„Die Menschen, die zu uns kommen, sind arm“, sagt Imke Eisenblätter, die Leiterin der Potsdamer Tafel. „Unsere Kunden sind Familien, die von Hartz IV leben, Alleinerziehende, Alleinstehende, Rentner, Flüchtlinge... Die Jüngsten sind Kinder. Unser ältester Kunde ist 91. Wir sind für alle da.“

Imke Eisenblätter leitet die Potsdamer Tafel – hier vor der Ausgabestelle in der Drewitzer Straße 22a in der Waldstadt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Seit 1993 sind Tafeln in Deutschland aktiv – seit 1998 gehört eine Tafel auch zu Potsdam. Die Idee dahinter ist simpel, aber bestechend: Ehrenamtliche Helfer sammeln im Handel und bei den Herstellern überschüssige, aber genießbare Lebensmittel ein, die ansonsten vernichtet worden wären, und verteilen sie an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte. So rettet die Tafel Lebensmittel und hilft zugleich Menschen. „Wir sind da, um die Welt ein wenig besser zu machen“, sagt Imke Eisenblätter. „Und um der Politik vor Augen zu führen, was nicht funktioniert. Wir sind der Finger in der Wunde.“

Die Tafel-Flotte fährt 70 Supermärkte in Potsdam und im Umland an

In Potsdam engagieren sich derzeit 150 Frauen und Männer ehrenamtlich für die Tafel. Sie fahren rund 70 Supermärkte in der Stadt und im Umland an, sie schleppen Kisten, sie sortieren und verteilen die Ware. Sie stehen vor den Ausgabestellen in der Waldstadt und in Teltow, um den Ansturm der Kunden in ruhige Bahnen zu lenken. Sie sind in einer Sprechstunde für all jene da, die sich für die Tafel anmelden möchten, und für die, die ihre Berechtigungskarte verlängern wollen.

Die Tafel braucht dringend einen neuen Wagen

Wer einmal einen Blick in die Potsdamer Tafel geworfen hat, weiß – die Sache läuft. Doch jetzt knirscht es im Getriebe, wortwörtlich. Einer der vier Transporter macht schlapp. Die Tafel braucht dringend einen neuen Wagen. Wir von der Märkischen Allgemeinen möchten dabei helfen, dass die ehrenamtlichen Tafel-Helfer so schnell wie möglich in einen neuen Transporter umsteigen können. Wir bitten deshalb Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Ihre Spende. Unterstützen Sie uns dabei, denen unter die Arme zu greifen, die für immer mehr Potsdamer sorgen.

Solche einen Kühltransporter muss die Tafel neu anschaffen, denn ein Wagen der Flotte macht schlapp. Quelle: Bernd Gartenschläger

Rund 3000 Menschen sind bei der Tafel angemeldet, mehr als 1200 holen regelmäßig einmal in der Woche ihre Ration ab. „Viele sind angemeldet, versuchen aber trotzdem, es allein zu schaffen“, sagt Imke Eisenblätter. „Sie kommen nur alle zwei Wochen oder noch seltener. Wir wissen auch von vielen, bei denen die Berechtigungskarte für den äußersten Notfall im Schrank liegt.“

In Potsdam ist bereits jeder fünfte Tafel-Kunde ein Rentner

Der Weg zur Tafel falle keinem leicht – vor allem ältere Menschen ringen mit sich, die Überwindung ist für sie besonders groß. „Unsere Senioren sind sehr stolz“, sagt Imke Eisenblätter. „Sie haben ein Leben lang gearbeitet, haben für sich und ihre Familie gesorgt. Es fällt ihnen sehr schwer, sich einzugestehen, dass sie Hilfe brauchen. Für jüngeren Menschen ist das meist leichter – wenn Kinder da sind, ist der Druck besonders groß.“ Der Anstieg bei der Gruppe der Senioren gilt bundesweit als besonders dramatisch. In Potsdam ist bereits jeder fünfte Tafel-Kunde ein Rentner.

MAZ-Sterntaler läuft bis Weihnachten

Die Landeshauptstadt stellt der Tafel Haus und Hof zur Verfügung. Für alles andere muss der Verein selbst aufkommen: für Betriebs- und Nebenkosten, für Versicherungen, Reparaturen... „Pro Jahr haben wir 100 000 Euro laufende Kosten“, sagt Imke Eisenblätter. „Das ist schon ’ne Hausnummer, wenn man das anwerben muss.“ Der neue Kühlwagen schlägt mit 45 000 Euro zu Buche – dabei laufe die Tafel auch ohne so eine Anschaffung am Limit ihrer Möglichkeiten. Für den Wagen habe man dennoch 10 000 Euro zur Seite legen können. Bleiben 35 000 – und die Zeit drängt, denn fällt der alte Transporter aus, kommen wertvolle Lebensmittel nicht zu denen, die sie brauchen. Schaffen wir es, liebe Leser, den Auto-Kauf zu beschleunigen? MAZ-Sterntaler läuft bis Weihnachten. Bitte spenden Sie!

Die MAZ-Weihnachtsaktion: So können Sie helfen!

Die MAZ sammelt bei ihrer diesjährigen „Sterntaler“-Weihnachtsaktion Spenden für die Potsdamer Tafel.

Die Tafel rettet Lebensmittel und unterstützt damit bedürftige Menschen. Die Potsdamer Ausgabe ist in der Drewitzer Straße 22a zu finden, die Teltower Ausgabe in der Potsdamer Straße 34, die Tee- und Wärmestube in der Eisenbahnstraße 1 in Werder.

Mit ihren Spenden, liebe Leserinnen und Leser, wollen wir der Tafel beim Kauf eines neuen Kühlwagens helfen. Der Transporter wird dringend gebraucht, denn ein anderer Wagen ist kurz davor, schlapp zu machen – aber ohne Autos kommen die Lebensmittel nicht vom Supermarkt zur Tafel.

Das Spendenkonto:

Tafel Potsdam e.V.

Mittelbrandenburische Sparkasse Potsdam

IBAN: DE93 1605 0000 3502 0266 44

BIC: WELADED1PMB

Verwendungszweck: MAZ-Sterntaler

Spendenquittungen erhalten Sie von der Tafel, sofern Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift bei der Überweisung mit angeben. Bei einer Spendensumme über 200 Euro erhalten Sie zu Beginn des kommenden Jahres automatisch eine Bestätigung für das Finanzamt.

Haben Sie Anregungen zur MAZ-Weihnachtsaktion? Möchten Sie uns die Geschichte erzählen, die Sie ganz persönlich mit der Tafel verbindet? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! Das ist telefonisch unter 0331/2 84 02 80 möglich oder auch per E-Mail an potsdam-stadt@MAZ-online.de

Von Nadine Fabian

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