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Potsdam Die Tänzerin ist wieder da
Lokales Potsdam Die Tänzerin ist wieder da
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09:38 19.09.2013
Potsdam

Die Tänzerin ist wieder in Potsdam. Die 1,60 Meter große Frau aus Bronze ist das berühmteste Motiv Georg Kolbes (1877– 1947), der für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den erfolgreichsten Bildhauern Deutschlands zählt. Mit dem Blick zur Seite, die Knie elastisch gebeugt, ein Arm angewinkelt, der andere im Schwung gestreckt, ist diese Skulptur in einem Bewegung und Versunkenheit im Augenblick.

Die Tänzerin ist das zentrale Objekt auf der einzigen bekannten Fotografie vom 1. Potsdamer Kunstsommer 1921 in der Orangerie von Sanssouci. Am Mittwoch bezog sie als Leihgabe des Breslauer Nationalmuseums einen Sockel im Potsdam-Museum am Alten Markt. In der neuen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, die am Sonntag mit einem Fest eröffnet wird, steht die Tänzerin für den ersten geglückten Sprung Potsdams in die höchste Liga des zeitgenössischen Kunstbetriebes.

Kostbare Leihgabe. Die Skulptur „Die Tänzerin“ ist ein Star der neuen Dauerausstellung des Potsdam-Museums. Gestern wurde sie auf ihren Sockel gehoben. Quelle: Bernd Gartenschläger

Erst heute, mehr als 90 Jahre nach diesem Ereignis, kann die Stadt mit der geplanten Kunsthalle des Software-Milliardärs Hasso Plattner in unmittelbarer Nachbarschaft des Potsdam-Museums wieder auf ein vergleichbares Niveau hoffen. Mit diesem Projekt, so Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, biete sich der Stadt die „einmalige Chance, in kultureller Hinsicht gleich in der Champions-League zu spielen“.

Der Kunstsommer 1921 stellte traditioneller Malerei des 19. Jahrhunderts Werke der Moderne gegenüber. Gemälde von Adolph von Menzel, Franz Krüger und Carl Blechen trafen auf Bilder und Skulpturen von Künstlern wie Lovis Corinth, Max Liebermann Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka oder Ernst Barlach. Insgesamt wurden 350 Werke von mehr als 100 Künstlern ausgestellt. Die Reaktionen der Zeitungskritik waren überschwänglich: „Diese Kunstausstellung ist die schönste, die wir seit einigen Jahren in diesem chaotischen Dasein zu sehen bekommen haben“, schrieb das „Berliner Tageblatt“. Die „Vossische Zeitung“ lobte: „Was man hier einbaute, war in der Tat ein Querschnitt durch das Beste, was das deutsche Schaffen heute zu bieten hat.“ Der Potsdamer Kunstsommer sei „eine Angelegenheit ganz Deutschlands, nicht die einer einzelnen Stadt“, urteilte die „Potsdamer Tageszeitung“. „Der (rote) Tag“ schließlich verkündete kurz und bündig: „Potsdam schlägt Berlin.“

Möglich wurde der 1. Potsdamer Kunstsommer durch eine in der Nachkriegszeit aufblühende Kunstszene und einen ehrgeizigen Kunstverein mit einem kunstsinnigen Bürgermeister an der Spitze. Arno Rauscher knüpfte nicht nur Kontakte zu wichtigen Berliner Galerien und Sammlern, er sicherte dem Projekt über die Stadtverordneten auch finanzielle Unterstützung. Dem ersten sollten noch drei weitere Kunstsommer folgen, die sich der Potsdamer Baugeschichte (1922), dem Glasmosaik und der Glasmalerei (1923) und junger holländischer Malerei (1925) widmeten. Dann war die Energie aufgebraucht.

Die Fortführung dieser Ausstellungsreihe scheiterte am konservativen Kunstgeschmack der von Militärs und Beamten dominierten Potsdamer Bevölkerung, sagt Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam-Museums und Kuratorin. Sie verweist dabei auch auf eine Personalausstellung Lovis Corinths im Jahr 1911, die „auf öffentliches Unverständnis gestoßen“ sei, und auf eine zu Max Slevogt geplante Ausstellung, die kurz vor der Eröffnung abgesagt wurde. Warnsignale gab es auch in den Rezensionen zum ersten Kunstsommer: „Aber nun langsam voran. Kein Überbetrieb!“, mahnte die „Vossische Zeitung“: „Und sorgsamste Vorsicht in allen Projekten! Nur dann kann die Ehe ... dieses einzigen Städtchens mit dem (immer etwas gefährlichen) modernen Geist eine glückliche und gesunde werden.“

Die in Potsdam gezeigte Tänzerin ist ein 1919 gegossenes Unikat. Sie wurde einmal in einer Ausstellung der Berliner Secession und dann in der Sanssouci-Orangerie gezeigt, bevor sie 1926 nach Breslau kam. Dort ist die Tänzerin eines der wichtigsten Exponate der Dauerausstellung. Götzmann sagt, es sei „äußerst selten“, dass ein Museum einem anderen ein Exponat aus der eigenen ständigen Ausstellung leihweise zur Verfügung stellt.
 
 
 

GEORG KOLBE – EINER DER ERFOLGREICHSTEN DEUTSCHEN BILDHAUER DES FRÜHEN 20. JAHRHUNDERTS

Georg Kolbe (1877–1947) gilt für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der erfolgreichsten deutschen Bildhauer. Bahnbrechend waren seine idealistischen Aktplastiken. Er hat annähernd 1000 verschiedene Plastiken geschaffen.
 Berühmtes Motiv Georg Kolbes ist die Tänzerin, die er in unterschiedlichen Posen schuf. „Die Zeit“ würdigte die Tänzerin im Beitrag zu einem Jubiläum des Künstlers als „das Idol einer Generation, der Jugend nach dem Ersten Weltkrieg“.
 Eine Tänzerin aus dem Jahr 1912 befindet sich in der Nationalgalerie
in Berlin. Auch im Skulpturenhof des Georg-Kolbe-Museums im Berliner Westend gibt es eine Tanzende.

Von Volker Oelschläger

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