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Potsdam Die wichtigsten Personalien des Jahres 2018
Lokales Potsdam Die wichtigsten Personalien des Jahres 2018
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01:15 30.12.2018
Hans Joachim Schellnhuber hat die Leitung des renommierten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung abgegeben. Quelle: Michael Hübner
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Potsdam

Nicht grundlos wurde Horst Müller-Zinsius von manchem als heimlicher Oberbürgermeister bezeichnet.

Horst Müller-Zinsius. Quelle: Bernd Gartenschläger

1999 als Geschäftsführer der Gewoba nach Potsdam gekommen, formierte und führte er ab 2006 die städtische Bauholding Pro Potsdam, die neben dem kommunalen Wohnungsbestand auch die Sanierung der Innenstadt und die Entwicklung neuer Viertel wie Bornstedter Feld oder Krampnitz verantwortet. Seit 2016 ist er in Personalunion Geschäftsführer der Stadtwerke. Zum Jahreswechsel geht „Müzi“ in den Ruhestand.

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Hubertus Wenisch ist einer der Architekten des kommunalen Klinik-Konzerns „Ernst von Bergmann“. 1997 als Chefarzt für Allgemeine und Viszeral-Chirurgie nach Potsdam gekommen, wurde er 2002 mit der Ausgründung des Klinikums als eigenständiger GmbH ärztlicher Direktor und schließlich 2012 Medizinischer Geschäftsführer. Zum Jahreswechsel geht er in den Ruhestand. 

Blumenstraße von Antonello Manacorda, Kammerakademie Potsdam, für Andrea Palent zur Saisoneröffnung im September im Nikolaisaal. Quelle: Bernd Gartenschläger

Mit dem Nikolaisaal und dem Hans-Otto-Theater gaben auch in den größten Kultureinrichtungen der Landeshauptstadt wichtige Wegbereiter den Staffelstab an Jüngere weiter: Drei Jahrzehnte prägte Andrea Palent das städtische Musikleben. Als Chefin der Musikfestspiele Sanssouci wurde sie 2000 auch Gründungsgeschäftsführerin des Nikolaisaals. Zum Beginn der neuen Saison übernahmen Michael Dühn als Programmdirektor und Heike Bohmann als kaufmännische Geschäftsführerin die Leitung des Konzerthauses, Dorothee Oberlinger ist die neue Chefin der Musikfestspiele.

Intendantin Bettina Jahnke, Volkmar Raback, Petra Kicherer und Kulturdezernentin Noosa Aubel (v.l.n.r.) im Foyer des HOT.

Im Hans-Otto-Theater übergab Tobias Wellemeyer, dessen Vertrag von der Stadt nicht mehr verlängert wurde, die Intendanz nach neun Jahren an Bettina Jahnke, die zuletzt das Rheinische Landestheater in Neuss geleitet hatte. Zum Jahreswechsel folgt ein weiterer Wechsel: Volkmar Raback, seit 25 Jahren am Haus, seit 21 Jahren kaufmännischer Geschäftsführer, übergibt an Petra Kicherer. Das HOT hat damit erstmals in seiner Geschichte eine weibliche Doppelspitze.

Mit dem Waschhaus bekam auch die größte freie Kultureinrichtung des Landes eine neue Führung: Matthias Paselk, zuvor Leiter des Regionalbüros der Plattform für Kulturelle Bildung im Land Brandenburg, übernahm von Siegfried Dittler, dessen Vertrag von der Betreiber GmbH nicht mehr verlängert wurde.

Ex-Ministerin Johanna Wanka (CDU) beim Abschied von Hartmuth Dorgerloh im Schloss Glienicke. Quelle: Christel Köster

Einen Führungswechsel gab es ebenso in der Stiftung preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Hartmuth Dorgerloh, seit August 2002 Generaldirektor, ging zum 1. Juni als Generalintendant an das neue Humboldt-Forum im Berliner Stadtschloss. Nachfolger Dorgerlohs wurde Christoph Martin Vogtherr, zuletzt Leiter der Kunsthalle Hamburg.

Mit Hans Joachim Schellnhuber ging ein Potsdamer Wissenschaftler von Weltrang in den Ruhestand. Mit „Heißzeit“ prägte der Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Ende seiner Amtszeit als Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung das von der Gesellschaft für deutsche Sprache gekürte Wort des Jahres 2018. Nachfolger Schellnhubers ist der Schwede Johan Rockström.

Heinz Kleger. Quelle: Rüdiger Braun

Abschiede und Führungswechsel gab es auch in den Potsdamer Hochschulen. Heinz Kleger, einer breiteren Öffentlichkeit als Autor des Neuen Potsdamer Toleranzedikts bekannt, ging nach 25 Jahren an der Universität Potsdam, zuletzt als Lehrstuhlinhaber für Politische Theorie, in den Ruhestand. In den Ruhestand verabschiedet wurde ebenso der Historiker Manfred Görtemaker, der unter anderem mit Forschungen zur Geschichte der Universität Potsdam für Aufsehen sorgte. Eckehard Binas, der langjährige Präsident der Fachhochschule Potsdam, übergibt das Amt zum Jahreswechsel an Eva Schmitt-Rodermund.

Generalsuperintendentin Heilgard Asmus (l.) und Joachim Zehner gratulieren seiner Nachfolgerin Angelika Zädow zur Wahl auf der Frühjahrssynode in Caputh. Quelle: Christel Köster

In den Ruhestand ging auch Joachim Zehner als langjähriger Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Potsdam. Als Nachfolgerin wurde im September die Theologin Angelika Zädow in das Amt eingeführt. In den Ruhestand ging mit Propst Klaus-Günther Müller auch der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul. Übernommen wurde das Amt von Pfarrer Arnd Franke.

Einen Wechsel in der Geschäftsführung gab es auch im Mercure-Hotel, der zumindest im Zusammenhang mit dem Stadtbild prominentesten Innenstadt-Herberge. Direktor Marco Weselowski übergab an Daniel Schmidt. Den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Innenstadt hat nach dem Rücktritt von Manfred Gerdes Bärbel Schälicke, die die AG vor mehr als 20 Jahren mit aufgebaut hat.

Wolfgang Hülsebeck vor einem historischen Löschfahrzeug. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der holprigste Führungswechsel ereilte die Potsdamer Berufsfeuerwehr. Ende Februar ging der langjährige Chef Wolfgang Hülsebeck in den Ruhestand. Ihm folgte im März Jörg Huppatz, der jedoch schon nach vier Monaten wieder ging, weil er in Potsdam keine für die Familie Wohnung fand. Anfang Dezember bestätigten die Stadtverordneten den Kasseler Rolf Krawinkel als neuen Chef der Potsdamer Berufsfeuerwehr, der aber frühestens im April 2019 antreten wird.

Von Volker Oelschläger