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Potsdam Diese zwei wollen Sozialbeigeordnete in Potsdam werden
Lokales Potsdam Diese zwei wollen Sozialbeigeordnete in Potsdam werden
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01:17 09.05.2019
Eine wichtige Personalentscheidung im Rathaus Potsdam steht an. Quelle: Peter Degener
Potsdam

Die zwei verbliebenen Kandidaten für das Amt des Sozialbeigeordneten stehen fest. Die Münchnerin Brigitte Meier und der Torgauer Lars Fähling haben sich am Montagabend im Rathaus den Fraktionen der Stadtverordneten vorgestellt. Einer von beiden könnte an diesem Mittwoch gewählt werden und den seit November vakanten Posten im Rathaus neu besetzen.

Einer der Kandidaten ist parteilos, einer Mitglied der SPD

Die Fraktionschefs hatten vor einer Woche anhand von anonymisierten Bewerbungsunterlagen und einer Punktematrix entschieden, diese beiden aus einer Vorauswahl von vier Bewerbern einzuladen, die ein Personalbüro zuvor bestimmt hatte. Die Entscheidung für die jetzt erst namentlich bekanntgewordenen Bewerber fiel demnach einstimmig. Das auf Fachkompetenz ausgelegte Verfahren wurde von mehreren Fraktionen als vorbildlich gelobt.

Brigitte Meier hatte ähnliche Aufgaben bereits in München

Brigitte Meier kann als die Erfahrene der beiden Kandidaten gelten. Die 54-Jährige Münchnerin hat Sozialpädagogik, Soziologie und Psychologie studiert. Zu Beginn ihrer Karriere hat sie als Sozialarbeiterin gewirkt und war lange zeit Geschäftsführerin der gemeinnützigen Anderwerk Gmbh, die zur Münchener Arbeiterwohlfahrt gehört.

Brigitte Meier will Sozialbeigeordnete in Potsdam werden. Quelle: Peter Degener

Viele Jahre war sie als Stadträtin in München für den Bereich Jugend, Bildung und Sport zuständig. Von 2010 bis 2016 war sie schließlich Sozialreferentin der bayerischen Landeshauptstadt, wo sie Chefin von 4000 Mitarbeitern war und mit den Schwerpunkten Wohnen, Soziales, Erziehung und Pflege viele Themen bearbeitet hat, die auch in Potsdam eine Rolle spielen.

Seit 2016 ist sie die Geschäftsführerin der jüdischen Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, wo sie auch für den Wohlfahrtsbereich der jüdischen Gemeinde verantwortlich ist. Ihre Bewerbung hat einen Makel: Meier ist SPD-Mitglied und nicht wie die zuletzt gewählten Beigeordneten parteilos.

Lars Fähling war Ansprechpartner der Landtagsabgeordneten in Brüssel

Parteipolitisch ungebunden ist dagegen Lars Fähling. Der 36-Jährige hat zudem einen starken Bezug zu Potsdam, obwohl er in Wien geboren wurde. An der Universität Potsdam machte er 2008 sein erstes juristisches Staatsexamen. 2012 promovierte er dort. Seine Karriere begann schließlich im Präsidialamt der Universität Potsdam, wo er als Referent des Vizepräsidenten arbeitete und sich unter anderem um juristische Fragen der Integration von Flüchtlingen kümmerte.

Lars Fähling ist der zweite Kandidat in der Endrunde. Der Torgauer Beigeordnete will ebenfalls Sozialbeigeordneter in Potsdam werden Quelle: Peter Degener

Anschließend ging er nach Brüssel. Dort baute er das Brüsseler Büro des Brandenburgischen Landtags auf und leitete diese Kontakt- und Informationsstelle für die Abgeordneten, die er über aktuelle europapolitische Entwicklungen, die Brandenburg betrafen, informierte.

Anfang 2017 kandidierte Lars Fähling als Amtsdirektor in Brück, unterlag allerdings knapp. Ein Jahr später wurde er zum einzigen Beigeordneten der nordsächsischen Stadt Torgau gewählt, wo er bis heute tätig ist. In der 20.000-Einwohner-Stadt an der Elbe hat Fähling einen umfangreichen Geschäftsbereich von der Kämmerei über Kultur bis zur Kita. Besonders intensiv kümmerte er sich seit seinem Amtsantritt den Stadtteil Nordwest, eine Plattenbausiedlung mit vielen sozialen Problemen.

Beigeordnetenwahlen sind in Potsdam schon gescheitert

Am Dienstag sollen die Fraktionen dem Oberbürgermeister signalisieren, welchem Kandidaten sie zustimmen würden – sofern eine Mehrheit für die Wahl realistisch ist, wird eine entsprechende Personalvorlage der Verwaltung eingebracht werden. In öffentlicher Sitzung - aber in geheimer Wahl – wird dann abgestimmt. Das ging in der Vergangenheit schon mehrfach schief.

Mike Schuberts Wahl zum Sozialbeigeordneten im Juli 2016 war erst im dritten Wahlgang mit äußerst knapper Mehrheit gelungen. Die gescheiterte Wahl von Christof Nolda (Grüne) zum Baubeigeordneten führte im Dezember 2016 zum Bruch der Rathauskoalition.

Wenn sich keine Mehrheit abzeichnet, kommt es nicht zur Wahl

Wenn sich keine Mehrheit für einen der beiden Kandidaten abzeichnet, werde es keinen Wahlvorschlag geben. Dann müsste die Verwaltung sich erneut auf die Suche nach einem Beigeordneten machen – die Wahl würde sich bis Jahresende verzögern und der wichtige Posten wäre vermutlich frühestens im Frühjahr 2020 wieder besetzt.

„Jetzt werden viele Weichen gestellt. Der Posten muss schnell besetzt werden“, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Tatsächlich beginnt die Aufstellung des Doppelhaushalts 2020/201, auch beim Fokus auf Konzeptvergaben im Wohnungsbereich und bei der Einstellung zahlreicher neuer Mitarbeiter fallen in diesem Jahr wichtige Entscheidungen. Der Gestaltungsspielraum für das Amt wird in einem Jahr deutlich geringer sein.

Von Peter Degener

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