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Potsdam Dietmar Woidke macht's wieder gut
Lokales Potsdam Dietmar Woidke macht's wieder gut
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10:07 15.08.2013
Nachbarn: Friederike Steemann und Dietmar Woidke wollen sich fortan immer grüßen.
Nachbarn: Friederike Steemann und Dietmar Woidke wollen sich fortan immer grüßen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Liebe Leser,

das Rätsel ist gelöst: Ich weiß jetzt, was für Musik unser Innenminister beim Joggen hört! Nachdem Dietmar Woidke am Dienstag in der MAZ gelesen hatte, dass wir Nachbarn sind, ich es sehr schade finde, dass er trotzdem nie grüßt und ich mich vor allem frage, welche Musik er da hört, wenn er in Turnschuhen und mit Kopfhörern in den Ohren an mir vorbeiflitzt, ergriff er die Initiative: Noch am selben Abend stand der Ministerpräsident in spe mit zwei Konzertkarten für eine seiner Lieblingsbands vor meiner Tür. Wie es das Schicksal aber so will: Natürlich war ich nicht zu Hause. Stattdessen fand ich nur die Karten für ein Konzert der britischen Band „The Boxer Rebellion“ vor. Mein Vater hatte Woidke aufgemacht – und richtete mir nur knapp aus: „Herr Woidke hat dir zwei Konzertkarten dagelassen, damit du endlich weißt, was er so für Musik hört!“ Die Kernfrage in meinem Kopf: Wie jetzt, Herr Woidke stand hier in dieser Tür? Warum zur Hölle war ich nicht zu Hause gewesen?

Beschweren wollte Dietmar Woidke sich übrigens nicht. Das bestätigte er mir auch am Mittwoch noch mal, als wir uns persönlich im Innenministerium gegenüber standen. Im Büro gab’s Nachbarschafts-Smalltalk. Ob ich denn die Band kenne, für die er mir da Karten geschenkt hat? Noch nicht, musste ich gestehen, versprach aber, zum Konzert zu gehen und mir die Band anzusehen. Kurzerhand griff Woidke zur Fernbedienung der Stereoanlage und „The Boxer Rebellion“ schallten durchs Büro des Innenministers. Ich war positiv überrascht: Einen guten Musikgeschmack scheint er zu haben, unser künftiger Landesvater! Ob er selbst auch zum Konzert in Berlin geht? Leider nein, erzählte er. Aber er habe die Band schon vor zwei Jahren im „Magnet Club“ live gesehen. Woidke im „Magnet“ – einem Laden, in dem sonst feierwütige Jugendliche abhängen? Das hätte ich dem Mann, den ich nur im schnieken Hemd sehe, gar nicht zugetraut!

Nach lockerem Smalltalk über unseren schönen Kiez Babelsberg ist das Treffen auch schon wieder vorbei – Herr Woidke muss zum Termin in die Staatskanzlei. Doch vorher versprechen wir noch, uns künftig immer zu grüßen...

MAZ vom 13.08.2013

Grüßen Sie Ihre Nachbarn mal, Herr Woidke
Mein Nachbar ist Herr Woidke. Ja, der, von dem jetzt alle reden. Erzählt hat mir das meine Mama. Die sitzt abends gern mal auf Balkonien und beobachtet, was los ist in Babelsberg. Als ich mich vor ein paar Monaten über den schicken Schlitten auf dem Hof wunderte, klärte sie mich auf: Der, der da aussteigt, ist Dietmar Woidke, unser Innenminister. Aha.

Zwei Türen weiter wohnt also Brandenburgs nächster Ministerpräsident. In echt sehe ich ihn nicht sehr oft, dann schon eher in der Zeitung oder im Fernsehen. In seiner Stadtwohnung ist er nicht sieben Tage die Woche. Eigentlich wohnt er irgendwo in der Nähe von Cottbus. Wenn man den künftigen Ministerpräsidenten zu Gesicht kriegt, dann morgens beim Joggen. Mit Kopfhörern läuft er durch den Kiez. Ich rätsele manchmal, ob er Fan guter alter Rockmusik ist und dabei AC/DC hört oder lieber Klassik von Wolfgang Amadeus Mozart. Herausgefunden habe ich es noch nicht.

Immer dann, wenn auf den Hof ein Wagen mit abgedunkelten Scheiben fährt, ist klar: Herr Woidke hat Feierabend. Zwei kräftige Männer in Anzügen chauffieren ihn. Manchmal bringen sie ihren Chef bis zur Wohnungstür. Haben Sie jetzt bitte keine Angst, Herr Woidke, ich stalke Sie nicht. Ihr Auto fällt eben auf.

Was sich unser künftiger Ministerpräsident von seinem Vorgänger Matthias Platzeck noch abschauen kann: das Grüßen. Meine Nachbarschaft scheint Ministerpräsidenten-Hochburg zu sein, zumindest wohnt Platzeck quasi auch ums Eck – und wird regelmäßig beim Einkaufen im Supermarkt gesichtet. Ja, Herr Platzeck schiebt seinen Wagen selbst und macht seinem Ruf alle Ehre, der Ministerpräsident der Herzen zu sein. Wenn sein Nachfolger von ihm noch einen Crashkurs im „Nett-Grüßen“ bekommt, dann kann auch Dietmar Woidke ein „Typ von nebenan“ sein.
Friederike Steemann

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