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Potsdam Neubau der Ernährungsforscher feiert Richtfest
Lokales Potsdam Neubau der Ernährungsforscher feiert Richtfest
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17:30 04.12.2019
Der Rohbau des neuen Dife-Gebäudes in Bergholz-Rehbrücke. Quelle: Rüdiger Braun
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Rehbrücke

Die Hauptachse des Rohbaus mit dem großzügigen Flur lässt schon die künftigen Zwecke ahnen: Es geht um Empfang, Offenheit und Sich-Wohlfühlen. Freiwillige Versuchspersonen für Ernährungsstudien gleich willkommen zu heißen und zu den Untersuchungsräumen im Erdgeschoss zu leiten, wird eine wichtige Funktion des neuen Hauses des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (Dife) in Bergholz-Rehbrücke (Potsdam-MIttelmark) sein.

Früheres Richtfest als geplant

Sechs Monate nach der Grundsteinlegung wurde an dem dreigeschossigen Komplex am Mittwochvormittag die Richtkrone hochgezogen. Es grenze fast an ein Wunder, sagte Birgit Schröder-Smeibidl vom administrativen Vorstand des Dife. „Der Bau kommt schneller voran als geplant.“ Das mag etwas heißen bei 4400 Kubikmeter verbautem Beton, 500 Tonnen Rohstahl und dem kompliziertem Zuschnitt der Innenräume, die nach außen trotzdem ein geschlossenes Bild vermitteln sollen. Man liege noch weit innerhalb des Budgets, habe keinen Rechtsstreit und feiere schon Richtfest, so Schröder-Smeibidl.

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Die diplomierte Physikerin hat allen Grund zur Freude. Auf den rund 2600 Quadratmetern Nutzfläche verteilt auf drei Geschossen sollen ab 2021 neben dem Humanstudienzentrum für großangelegte Ernährungsstudien auch Büroräume und Labore für 100 Dife-Mitarbeiter und dazu ein Datenschutzbereich für die sichere Datenerhebung und Speicherung bereitstehen. Benannt wird das Gebäude nach der Medizinnobelpreisträgerin Gerty Cori. Sie hatte in den 1930er-Jahren wesentliche Mechanismen des menschlichen Zuckerstoffwechsels entdeckt.

Ein Campus für Ernährungsforschung

In einem Seitenflügel wird es neben einem großen Labor auch eine sogenannte Biomaterialbank, eine Art Bibliothek mit in flüssigem Stickstoff gespeicherten Proben sowie Seminarräume für Masterstudenten geben. Damit entsteht in der Arthur-Scheunert-Allee zusammen mit dem Haupthaus ein moderner Campus für Ernährungsforschung. Zehn Millionen Euro investiert das Land Brandenburg in den Neubau, mit ebenfalls zehn Millionen unterstützt der Bund das Vorhaben.

So soll das fertige Haus im Jahre 2021 aussehen Quelle: Grafik von Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten Berlin

„Das Gebäude wird eine wesentliche Weiterentwicklung unserer Strategie und unserer Forschungsarbeit sein“, sagt Schröder-Smeibidl. Die Ernährungsstudien mit Freiwilligen, die in den unteren Räumen interviewt und untersucht werden können, sollen vor allem die Diabetesstudien des Instituts und das Thema gesundes Altern voranbringen. „Die Probanden wollen eine angenehme Umgebung“, so Schröder-Smeibidl, „sie wollen positiv aufgenommen werden.“

Das dürfte der Fall sein, wenn erst in den Innenhöfen des Gebäudes, um die die Räume gruppiert sind, große Pflanzen wachsen. Die Dife-Mitarbeiter selbst brauchen eine kommunikative Arbeitsumgebung und Treffpunkte zum Austausch. Ihre Laborarbeitsplätze mit den notwendigen Installationen verlangen indes einen ganz anderen Zuschnitt als die kleineren Büros im zweiten Stock.

„Es war ein bisschen wie das Tetris-Spiel“ beschreibt Architektin Katja Döpke vom Berliner Büro Heinle, Wischer und Partner das Austüfteln der komplexen Raumaufteilung. „Unser Ziel war es, dass das Gebäude als eine Einheit erscheint.“ Das sei eine Herausforderung gewesen, aber bewältigt worden. Zugleich sorgt ein stufiger Aufbau dafür, dass das Dife-Haus den benachbarten Wohnhäusern nicht erscheint wie eine starre Wand. Ehrgeiziges Ziel aller Beteiligten ist es nun, bis 2021 das Forschungsgebäude bezugsfertig zu machen.

Von Rüdiger Braun