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Potsdam Einmalig in Europa: Potsdams Media-Hub sieht sich als Erfolgsmodell für Start-ups
Lokales Potsdam Einmalig in Europa: Potsdams Media-Hub sieht sich als Erfolgsmodell für Start-ups
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17:43 14.08.2019
Media Hub Potsdam. Quelle: Rainer Schüler
Innenstadt / Babelsberg

Mit „Hurra, wir leben noch“, könnte man den Erfolg des Media-Tech-Hub Potsdam umschreiben. Vor einem Jahr für sieben Start-up-Firmen der digitalen Medienwelt gegründet, hat der Hub in der Medienstadt den Erstnutzern über die schwierigen ersten zwölf Monate geholfen. Man stellte den Unternehmen preiswerte und technisch ausgestattete Räume zur Verfügung, präsentiert sie im Internet und bewirbt sie auf Messen und Kongressen – Dinge, die sich die „Frischlinge“ selbst gar nicht leisten könnten.

„Vernetzung“ ist das Zauberwort, mit dem die Gründer und ihre Ideen mit Interessenten, Förderern und Investoren zusammengebracht werden, um mit Produkten in den Markt einsteigen und dort Fuß fassen zu können. Wie schwer das ist, erklärte am Mittwoch Madeleine Wolf als Geschäftsführerin der Firma Vision-You, die sich vor allem an Nutzer im Bildungs- und Weiterbildungsbereich wendet.

Entstanden aus der Universität Potsdam heraus, erstellen die vier Mitarbeiter digitale Angebote für den Unterricht, für schulische Projektwochen und für die Weiterbildung von Lehrkräften, die dafür keine teuren Kurse besuchen müssen, sondern digital und zu Hause arbeiten können. Auch für Firmen werden Weiterbildungsprogramme entwickelt, wenn zum Beispiel Mitarbeiter in Sicherheitsfragen geschult werden müssen.

„Der Bildungsmarkt ist schwierig, weil hier nicht viel Geld unterwegs ist und Schulen kaum Mittel dafür haben“, sagte Wolf, „wir brauchen die Anwendung von Pilotprojekten in Schulen, um etwas vorzeigen zu können.“ Dann finde man auch Investoren. Größere Firmen hätten gegenüber Vision-You den Vorteil, mit aufwendigen Produkten in Vorleistung gehen und sich die Investition später in Form von Förderung zurückholen zu können: „Im Bildungsmarkt stehen die Investoren nicht gerade Schlange.“

Im April 2017 wurde Potsdam vom Bundeswirtschaftsministerium als Digital Hub ausgezeichnet. Bundesweit gibt es zwölf Hubs innerhalb der Digital-Hub-Initiative, mit unterschiedlicher Ausrichtung, in Potsdam mit dem Thema Medien – einmalig in Europa. Im Juli 2018 hat die Stadt im Rahmen einer europaweiten Vergabe den Auftrag für das Media-Tech-Hub-Management für drei Jahre an die Media-Tech-Hub Potsdam Management GmbH erteilt. Dort ist Andrea Wickleder seit Oktober 2018 die Managerin.

Erste Meilensteine der Arbeit waren das neue Erscheinungsbild des Media-Tech-Hub und die Online-Kommunikation, die über die eigene Website und Soziale Medien wie Facebook, Twitter, Slack oder LinkedIn umgesetzt wird. „Ganz nebenbei“ wurden und werden unzählige Delegationsbesuche organisiert. Der Media-Tech-Hub und seine Akteure präsentieren die Potsdamer Angebote bei internationalen Messen und Konferenzen in Tel Aviv, London und Amsterdam. Bekanntestes Projekt ist das volumetrische Studio „Volucap“, das nicht nur für Unterhaltungszwecke genutzt wird.

Stefan Frerichs, Leiter der Wirtschaftsförderung Potsdam, sieht den Media-Tech-Hub als großen bei der Vermarktung vorhandenen Know hows. Zahlreiche Institutionen und Unternehmen aus Potsdam seien beteiligt gewesen, den Titel nach Potsdam zu holen, sagte er beim Bilanz-Pressegespräch: „Wir wünschen uns, dass der Standort Potsdam international als bedeutender medientechnologischer Standort wahrgenommen wird.“

Weltweit werde Deutschland durch die Agentur German Trade und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes als Standort mit IT-Kompetenzen vermarktet: „Taucht die Frage nach dem deutschen Standort mit IT-Kompetenzen im Bereich der Medientechnologie auf, gibt es nur eine Antwort: Potsdam“, so Frerichs.

Von Rainer Schüler

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