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Potsdam Benefiz-Festival: Tanzen für mehr Toleranz
Lokales Potsdam Benefiz-Festival: Tanzen für mehr Toleranz
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00:18 25.09.2018
MIt Bass gegen den Hass: Dr. Motte legte am Abend auf bei dem Benfiz-Festival auf.
MIt Bass gegen den Hass: Dr. Motte legte am Abend auf bei dem Benfiz-Festival auf. Quelle: Friedrich Bungert
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Schon in den 80er Jahren ist der weltbekannte Techno-DJ Matthias Roeingh, weltbekannt als Dr.Motte und Mitbegründer der Loveparade auf die Straße gegangen. „Für eine gerechte und faire Welt nämlich. Wir haben ein Grundgesetz, das meine und unsere Freiheit schützt“, so der 58-Jährige Berliner.

Er war gemeinsam mit vielen anderen Besuchern am Samstag zum Benefiz-Festival „Bass gegen Rassismus - Potsdam! bekennt Farbe“ auf das RAW-Gelände am Potsdamer Hauptbahnhof gekommen, welches der Potsdamer Verein Basskontakt mit dem Toleranzbündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ und den Eigentümer des RAW-Geländes organisiert hatte. Als Reaktion auf die Aufmärsche in Chemnitz sollte das Festival ein Zeichen für mehr Toleranz und Weltoffenheit sein.

Zu der Podiumsdiskussion waren (v.l.) Martina Trauth (parteilose OB-Kandidatin der Linken), der Fraktionsvorsitzende der Partei „Die Andere“ André Tomczak, Mike Schubert (OB-Kandidat SPD), Dr. Motte, Janny Armbruster (OB-Kandidatin der Grünen) und Götz Friederich (OB-Kandidat CDU) gekommen. Quelle: Anne Knappe

Erst Diskussion, dann Tanz

„Wir sind alle Menschen und ein Teil der Familie aller Menschen auf diesem Planeten. Das, was uns alle einigt, ist die Vielfalt“, sagte Roeingh gegenüber der MAZ. Zur Podiumsdiskussion, die am frühen Nachmittag stattfand, kamen der Oberbürgermeister-Kandidaten Mike Schubert (SPD), Götz Friederich (CDU), Janny Armbruster (Grüne), Martina Trauth (parteilose Kandidatin der Linken) und der Fraktionsvorsitzende der Partei „Die Andere“ André Tomczak, der stellvertretend für den OB-Kandidaten Lutz Boede, teilnahm. Während es zeitweise immer wieder in politische Wahlkampf-Diskussionen rund um stadtpolitische Themen abzudriften drohte, führte Moderator Max (Mitglied bei Basskontakt) die Teilnehmer zurück zum Thema. „Sprache, wohnen, arbeiten“ – Das seien die drei Grundsäulen, die zu einer gelungenen Integration beitragen können, sagte Oberbürgermeister-Kandidaten der Grünen Janny Armbruster in der Diskussion. Dafür müsse auch auf Bundesebene etwas getan werden. „Wenn wir eine gemeinsame Sprache sprechen, haben wir die Chance, einander zu verstehen“, ergänzte Götz Friederich (CDU).

Während sich das Gelände am Nachmittag nur schleppend füllte, kamen abends Jung und Alt zu dem Benefiz-Festival. „Ich bin hier, um Farbe zu bekennen und weil ich mich auf die Musik freue“, sagt Michaela Jung (46) aus Babelsberg. Andere Besucher interessierten sich für die Diskussion der Oberbürgermeister-Kandidaten. „Dass sie den Eintritt spenden, finde ich gut. Und ich finde interessant, dass die OB-Kandidaten hier heute auch etwas sagen“, so die 23-jährige Justine Schultz aus Potsdam.

Das Benefiz-Festival „Bass gegen Rassismus - Potsdam! bekennt Farbe“ lockte am Samstag viele Besucher, die sich für ein weltoffenes Potsdam engagieren.

Während die Musik tagsüber leise im Hintergrund spielte, kam am Abend mit dem Auftritt von Dr. Motte richtig Stimmung auf. Auch der berühmte Elektro-Musiker Alfred Heinrichs, der mit bürgerlich Namen eigentlich Lars Heinrichs heißt, sorgte am Abend für ausgelassene Tanzstimmung. Ganz getreu dem Motto: Miteinander tanzen – für mehr Toleranz und Weltoffenheit. Die Erlöse sollen, wie berichtet, an ein Potsdamer Integrations-Projekt gespendet werden. Die Veranstaltung wird noch bis Mitternacht laufen.

Von Anne Knappe

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