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Potsdam Ein „Leerer Raum“ fürs Potsdam-Museum
Lokales Potsdam Ein „Leerer Raum“ fürs Potsdam-Museum
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15:26 23.08.2019
Jutta Götzmann, Andreas Hüneke (l.) und Thomas Kumlehn mit dem Bild „Der leere Raum“ von Hubert Globisch. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Die Zeit steht still in dem Bild „Der leere Raum“, das als älteste Arbeit des Potsdamer Künstlers und Kunstpädagogen Hubert Globisch (1914-2004) gilt. Am Donnerstagabend hat der Potsdamer Kunstverein das 1946 entstandene Gemälde gemeinsam mit 27 weiteren Werken aus dem Globisch-Nachlass als zeitweilige Dauerleihgabe an das Potsdam-Museum übertragen.

Ort der feierlichen Veranstaltung war der Landtag, in dem gerade eine Wanderausstellung „Sichtbares Erbe = Geteiltes Erbe“ über den Umgang mit Privaten Künstlernachlässen in Brandenburg gastiert. Das Werk Hubert Globischs ist einer dieser Nachlässe. Aufbewahrt wird es vom Potsdamer Kunstverein.

Der Haken: Das Potsdam-Museum begrüßte den Sammlungszugang. Direktorin Jutta Götzmann sprach in ihren Dankesworten von einer „großen Ehre“. Die Arbeiten ergänzten den eigenen Bestand „ideal“. Übernehmen könne das Museum die Dauerleihgabe aber vorerst nicht.

Dabei verwies Götzmann auf die ungeklärte Depot-Situation des Potsdam-Museums. Wie berichtet, soll das Museum gemeinsam mit weiteren städtischen Einrichtungen ein Zentraldepot bekommen.

Teil des noch vagen Plans ist eine Veräußerung des provisorischen Museums-Depots auf Hermannswerder. Der Erlös soll dem neuen Depot zugute kommen. Die Museums-Bestände sollen vor dem Umzug in das Zentraldepot in einem weiteren Provisorium zwischengelagert werden, so die aktuellen Pläne der Stadtverwaltung.

Die Arbeiten Hubert Globischs sollen laut Götzmann erst mit de Einzug ins Zentraldepot übernommen werden, um sie „zu schützen und sie nicht einem doppelten Umzug zu unterziehen“: „Heute haben wir sozusagen eine symbolische Übergabe.“ Einzig den „Leeren Raum“ hat das Museum sofort in seine Sammlung übernommen.

>>> Rathaus plant Zentraldepot am Rande der Stadt

>>> Ein Bruch im Leben des Künstlers Hubert Globisch

>>> Hubert Globisch auf der Internetseite „Private Künstlernachlässe

Das von Liane Burkhardt und Thomas Kumlehn im Internet publizierte digitale Nachlassverzeichnis weist für Hubert Globisch insgesamt 271 Gemälde aus. Ans Museum soll mit den 28 Arbeiten ein sogenannter Kernbestand gehen, der die Werkentwicklung des Künstlers und die Substanz des Gesamtnachlasses abbildet.

2011 haben Burkhardt und Kumlehn den Verein „Private Künstlernachlässe in Brandenburg“ gegründet, mit dem Privat-Erben unterstützt werden sollen. Teil der Arbeit des Vereins ist eine Online-Datenbank, über die mittlerweile 18 Nachlass- und Werkverzeichnisse von 16 Brandenburger Künstlern publiziert wurden.

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>>> Der Flämingmaler Walter Lauche

Kumlehn warb im Landtag erneut für die Idee eines sogenannten Kernbestandsdepots, in dem herausragende Arbeiten aus den einzelnen Privat-Nachlässen von brandenburgischen Künstlern zusammengefasst werden sollen.

Die unklare Depot-Situation für das Museum ist erst vor wenigen Tagen wieder vom Förderverein des Potsdam-Museums aufgegriffen worden.

Dessen Vorsitzender Markus Wicke kritisierte, dass die Depotfrage ebenso wie das Problem fehlender dauerhafter Präsentationsmöglichkeiten für Kunst im Potsdam-Museum in der Vereinbarung der rot-grün-roten Rathaus-Kooperation keine Berücksichtigung findet.

InfoAusstellung „Geteiltes Erbe = Geteiltes Erbe“ im Landtag noch bis 27. September

Von Volker Oelschläger

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