Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Land misst Luftgüte an sieben Punkten
Lokales Potsdam Land misst Luftgüte an sieben Punkten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 06.07.2018
Fordern einen Ausweichverkehr in der Potsdamer Geschwister-Scholl-Straße: Anwohnerin Monika Bückner (links) und Annette Paul vom Stadtteilnetzwerk. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam-West

Das Land will die Luftschadstoffwerte in Potsdam-West nicht nur an der Zeppelinstraße messen, sondern an sieben weiteren Standorten im Nebenstraßennetz. Das wurde am Montagabend auf einer Info-Veranstaltung zum Verkehrsversuch Zeppelinstraße bekannt gegeben.

Nachdem die Verkehrsraumeinschränkung auf der Zeppelinstraße dazu geführt hat, dass nach jahrelangen Überschreitungen die europäischen Jahresgrenzwerte der Luftbelastung wieder eingehalten werden, wird Protest in den Nebenstraßen laut, wohin viele Autofahrer ausweichen. Dort steigt die Verkehrsbelastung erheblich, offenbar aber die Luftbelastung kaum und keinesfalls über die Grenzwerte.

Für die Veränderung in der Luft und im Verkehr gibt es bislang nur Computersimulationen. Einziger tatsächlicher Messpunkt ist der Container an der Zeppelinstraße.

Die Standorte der neuen Messgeräte, die ein Jahr lang Daten sammeln, stehen noch nicht fest; auch die Startzeit ist noch nicht bestimmt. Wegen der Bürgerbeschwerden aus der Geschwister-Scholl-Straße gilt jedoch als sicher, dass ein Standort dort sein wird.

Potsdam West. Ein Bus fuhr unerlaubterweise in die Straße und blockierte die Straßenbahnlienien. Durch ein aufwendiges wendemanöver gelang es ihm den Bus zu drehen. Foto: Julian Stähle Quelle: Julian Stähle

Vor allem stadteinwärts und im morgendlichen Berufsverkehr versuchen viele Autofahrer, dem Stau auf der Zeppelinstraße auszuweichen und quälen sich durch die Kastanienallee, die Maybach- und die Kantstraße zur Geschwister-Scholl-Straße. Auf ihrem Weg zur Innenstadt oder zur Breiten Straße blockieren sie den Kreuzungsknoten Nasen- und Zeppelinstraße. Diesem Durchgangsverkehr will die Stadt einen Riegel vorschieben, indem sie die Geschwister-Scholl-Straße von der Kastanienallee bis zur Hans-Sachs-Straße (Schafgraben) zur Einbahnstraße macht. Vor allem Fahrzeuge aus Eiche und Golm müssen dann durch die Kastanienallee zur Zeppelinstraße fahren und sich dort in den Stau einreihen. Die Regelung könnte laut Niehoff im Herbst umgesetzt werden. Sie ist in den Augen eines Bewohners aber „keine langfristige Lösung“, weil die Geschwister-Scholl-Straße „der schnellste Weg in die Brandenburger Vorstadt“ ist.

Während auf der Info-Veranstaltung die Einbahnstraßenregelung die „Scholl-Anlieger“ und einige Bewohner der Nebenstraßen freute, waren die meisten anderen Gäste entsetzt: Sie fürchten eine Überlastung der Kastanienallee. Es gebe immer nur Verdrängungen und Belastungsverschiebungen von einer Straße auf andere, hieß es. „Die Stadt macht das wie der Ostfriese“, sagte einer: „Der hat elf Löcher im Deich und stopft sie mit zehn Fingern.“

Eine Frau nannte den Modellversuch Zeppelinstraße einen Verlust an Lebenszeit für die Menschen, die auf das Auto nicht verzichten können.

Kritisiert wurde auch eine Verkehrszunahme in der Breiten Straße nach der Verengung der Zeppelinstraße. „Die Breite Straße ist vom Morgen bis zum Mittag dicht“, regte sich einer auf. „Das täuscht“, entgegnete Niehoff. Der Verkehr staue sich zwar stärker vor der großen Kreuzung, er führe pro Tag aber rund 2000 Auto weniger.

Staus laufen in den Augen mehrerer Diskussionsteilnehmer dem Anliegen der Luftverbesserung zuwider, weil sie mehr Abgase erzeugten. Der Verkehr müsse wieder flüssiger werden, forderten einige. Man müsse den Verkehrsversuch zurückdrehen und die Straße wieder komplett öffnen.

Von Rainer Schüler

Ins neue Jahrtausend trat Potsdams jüngste Neubausiedlung unter schlechten Vorzeichen: Die Häuser und ihre Grünanlagen verfielen, bis Planer die Gartenstadt erfanden. Und die funktioniert.

06.07.2018
Potsdam Bombenentschärfung in Potsdam - Sprengmeister Schwitzke: Schlamm konserviert

Es war die vierte Weltkriegsbombe neben dem Hauptbahnhof, und es könnten mehr werden. „Gebaut wird hier erst wieder, wenn alles abgesucht und sicher ist“, sagt die Stadt.

06.07.2018

Bombenstimmung beim Stadtgeburtstag, Chaos auf den Straßen garantiert. Wir hoffen, dass Sprengmeister Mike Schwitzke den Blindgänger schnell entschärfen kann und der Sperrkreis früh aufgehoben wird – sonst wird es knapp, mit der Olsenbande.

03.07.2018