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Potsdam Eine Feuersbrunst zerstörte das Glockenspiel
Lokales Potsdam Eine Feuersbrunst zerstörte das Glockenspiel
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21:30 04.06.2014
Das berühmte Glockenspiel. Quelle: Archiv
Hartmut Knitter Quelle: Isabell M. Griesert

MAZ: Kann man die Ereignisse der Bombennacht an der Garnisonkirche heute überhaupt noch rekonstruieren?
Hartmut Knitter: Ja, dank der Berichte eines damaligen Pfarrers. Anscheinend schlug zunächst eine Sprengbombe in das Kirchenschiff ein, die aber nicht explodierte und keinen Brand verursachte. Allerdings traf eine Brandbombe den benachbarten "Langen Stall", der bekanntlich ein Fachwerkgebäude war und lichterloh brannte. Die Flammen griffen über auf die Kirche. Besonders der oberste, hölzerne Teil des Turms stand schnell in Flammen. In diesem Teil befand sich auch das Glockenspiel.

Was passierte, als es herabfiel?
Knitter: Leute, die in der Nähe waren, sollen berichtet haben, dass sie noch Töne vom stürzenden Glockenspiel hörten. Ich kenne ein Foto, das eine größere Glocke zeigt, die völlig zerstört am Boden lag. Ich selbst bin nach der Turm-Sprengung im Jahr 1968 in den Trümmern herumgeklettert und konnte dabei eines der alten Anschlagsysteme des Glockenspiels herausholen: Das waren Hämmer, die gegen die freischwebende Glocke geschlagen haben. Heute ist es in der Ausstellung zur Garnisonkirche in der temporären Kapelle an der Breiten Straße zu sehen.

Versuchte man, den brennenden Garnisonkirchturm zu löschen?
Knitter: Löschen? Das ging nicht mehr. Das war ja eine riesige Katastrophe. Außerdem war das ganze System mit Feuerwehr und Löscheinsätzen zusammengebrochen. Trotzdem versuchte die Bevölkerung verzweifelt, das Schlimmste zu verhindern. Anfangs soll sich wohl noch eine Menschenkette gebildet haben, die Wasser zum Glockenturm hochzubringen versuchte. Weil der Turm aber 88 Meter hoch war, glich das einer Sisyphosarbeit - aussichtslos!

Wie wahrscheinlich ist es, dass heute noch Überreste der Kirche - Glocken, Schmuckfragmente und Ähnliches - in Potsdamer Haushalten existieren?
Knitter: Ich habe zum Beispiel einmal zu treuen Händen ein Stück bekommen: Ein Teil von der Deckplatte des Sarges von Friedrich Wilhelm I., der einen Übersarg aus schwedischem Marmor hatte. Heute liegt dieser Teil der Platte auch in der Garnisonkirchen-Ausstellung. Der Potsdamer, der es mir gab, erzählte auch, was sich in der Stadt abspielte: Hinz und Kunz waren unterwegs und guckten, was sie zum Überleben gebrauchen konnten. Der Bogen spannte sich von Fensterrahmungen aus den Häusern bis zu den verkohlten Kartoffeln, die man im Langen Stall eingelagert hatte.

Interview: Ildiko Röd

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