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Potsdam Einsatz für den Marquardter Bahnhof
Lokales Potsdam Einsatz für den Marquardter Bahnhof
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20:41 18.08.2019
Bürgerdialog mit Mike Schubert und den Beigeordneten Exner und Rubelt, sowie Marquardts Ortsvorsteher Peter Roggenbuck (Bürgerbündnis) am Bahnhof Marquardt Quelle: Peter Degener
Potsdam

Die Nöte der Bürger von Marquardt, Fahrland und Neu Fahrland fanden am Sonnabend Gehör in der Spitze der Stadtverwaltung. Beim mittlerweile dritten Stadtteilspaziergang legten Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und seine Beigeordneten die bislang umfangreichste Strecke zurück und hörten unterschiedlichste Sorgen und Beschwerden. Während die meisten Probleme vor allem die jeweiligen Ortsteilbewohner betreffen, war der größte Unmut der Teilnehmer am Bahnhof Marquardt zu spüren.

Marquardt mahnt Leerstand an

Der kleine Haltepunkt soll als „Mobilitätsdrehscheibe“ den Verkehr im Potsdamer Norden entlasten. Doch das Projekt verzögert sich, weil das Land keinen Bedarf dafür sieht (MAZ berichtete). „Wir müssen dem Land und der Deutschen Bahn verdeutlichen, dass das hier eine Entwicklung macht“, sagte Mike Schubert vor Ort und kündigte auch an, dass er auch „Einkaufsmöglichkeiten für die Pendler, die den Bahnhof nutzen“ schaffen will.

Auf dem Übergang des Bahnhofs Marquardt sprechen OB Mike Schubert (r.), Kämmerer Burkhard Exner (l.) und der Baubeigeordnete Bernd Rubelt miteinander. Quelle: Peter Degener

Das widerspricht aber dem Landesentwicklungsplan (LEP), der dort keine Bebauung vorsieht. Die Stadt hat – wie auch gegen zahlreiche andere Punkte des LEP entsprechende Änderungen in einem Zielabweichungsverfahren beantragt, bestätigte Schubert der MAZ.

Marquardts Ortsvorsteher Peter Roggenbuck (Bürgerbündnis) mahnte auch die Nutzung eines brachliegenden Grundstücks im Eigentum der Stadt an. Auf rund 5000 Quadratmeter Fläche verfallen in der Straße Am Garten seit den frühen Neunziger Jahren ein Wohnhaus und ein Kitagebäude.

Leerstehendes Haus in Marquardt mit großem Grundstück. Das künftige Schicksal ist ungewiss. Quelle: Peter Degener

„Es kostet uns monatlich Geld und verfällt“, so Roggenbuck, der die Verwaltung bat, etwas zu tun. Kämmerer Burkhard Exner (SPD) lehnte eine eigene Nutzung wegen der hohen Sanierungskosten ab, Oberbürgermeister Mike Schubert spekulierte, dass es bei der Fläche „sicher jemanden gibt, der das entwickeln will.“

Marquardts Ortsvorsteher Peter Roggenbuck (Bürgerbündnis) am Bahnhof Marquardt. Quelle: Peter Degener

Sandweg in Neu Fahrland kann nicht ausgebaut werden

Neben dem Bahnhof mit seiner Bedeutung über Marquardt hinaus ging es am Sonnabend auf der den ganzen Tag andauernden Tour mit anschließendem Bürgerdialog in der Marquardter Kulturscheune vor allem um lokale Angelegenheiten.

In Neu Fahrland ist die einzige Verbindung der zwei Siedlungsteile An der Birnenplantage und Am Stinthorn ein 350 Meter langer sandiger Weg durch den Wald.

Franziska Lüder (Bürgerbündnis) ist stellvertretende Ortsvorsteherin von Neu Fahrland. Sie hoffte auf eine Lösung für den Sandweg durch den Wald – die einzige Verbindung der zwei Siedlungsteile Neu Fahrlands. Quelle: Peter Degener

Für Schüler, Radfahrer oder die Eltern, die zur neuen Kita in die andere Ortshälfte wollen, ist der Sandweg ein Graus, die Bundesstraße 2 jedoch zu gefährlich, weil es dort nur einen Fahrradstreifen und Tempo 60, aber keinen Fußweg oder Beleuchtung gibt.

Hier machte der Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos) wenig Hoffnung auf schnelle Abhilfe. Das Land sei Eigentümer des Waldes und die B 2 soll im Rahmen der Tramtrasse nach Krampnitz eine neue Aufteilung bekommen – da würde vorher keine andere Entwicklung erfolgen.

An der Birnenplantage in Neu Fahrland soll die Fläche der Leichtbauhallen beräumt werden. Quelle: Peter Degener

An anderer Stelle konnte die Verwaltung dagegen gute Nachrichten überbringen: Die Fundamentreste der nie für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzten Leichtbauhallen am Sportplatz an der Birnenplantage werden bald beräumt.

Die Ausschreibung werde im Kommunalen Immobilienservice (Kis) vorbereitet. Weil die Auftragslage schwierig sei, kann sich der Rückbau je nach Witterung aber noch bis in das nächste Frühjahr ziehen, sagte Jürgen Schnitzler vom Kis.

Zu enge Straßen für Fahrlands Feuerwehr

Im Ortsteil Fahrland war der mit dem Wachstum des Ortsteils verbundene Verkehr das beherrschende Thema. Einerseits gibt es große Parkplatznot, andererseits sind laut Ortsvorsteher Stefan Matz (BI Fahrland) an mehreren Stellen Querungshilfen nötig, damit die Bürger gefahrlos durch den Ort kommen – etwa an der Landbäckerei und in der Gartenstraße.

Ortsvorsteher Stefan Matz (BI Fahrland) warb für mehrere Fußgängerquerungen. Quelle: Peter Degener

Fahrlands Freiwillige Feuerwehr demonstrierte mit einem Löschfahrzeug die engen, zugeparkten Straßen in den neuen Wohnsiedlungen. Schubert sagte, dass man hier „mit restriktiven Anordnungen arbeiten“ müsse, also Parkverboten oder Parktaschen, um die Rettungswege freizuhalten.

Die Fahrländer Freiwillige Feuerwehr demonstrierte, wie eng viele Straßen sind, gerade in den neuen Wohngebieten wie Am Upstallgraben. Quelle: Peter Degener

Stefan Matz sagte der MAZ, dass er mit dem Betreiber des Nahkauf-Discounters darüber verhandle, dass auf dessen Parkplatz 30 bis 40 Stellplätze außerhalb der Öffnungszeiten für die Anwohner zur Verfügung gestellt werden, um wegfallende Parkplätze zu kompensieren.

Während im November noch Babelsberg auf dem Terminplan steht (siehe Infokasten), versprach Schubert, dass er sich 2020 auch andere Ortsteile im Rahmen einer Wanderung anschauen will.

Nächster Dialog in Babelsberg

Die nächste
Stadtteilwanderung mit der Verwaltung findet am Sonnabend, 2. November ab 11 Uhr in Babelsberg statt.

Am 22. November um 18.30 Uhr soll wiederum der Stadtteil-Dialog stattfinden. Dann will die Verwaltung auch erste Rückmeldungen auf die Hinweise geben, die bei der Wanderung gemacht wurden. Der Startpunkt der Wanderung und der Ort des Dialogs stehen noch nicht fest.

Von Peter Degener

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