Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Ehrung für drei Unermüdliche
Lokales Potsdam Ehrung für drei Unermüdliche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 16.10.2018
Gisela Otto (Mitte) Heinz Kleger (2. v. l.) und Friedhelm Schatz (4.v.l.) trugen sich Anwesenheit von Stadtpräsidentin Birgit Müller und Jann Jakobs ins Goldene Buch ein. Quelle: Fotos: Bernd Gartenschläger (2)
Potsdam

Die Eintragung ins Goldene Buch gehört zu den höchsten Auszeichnungen, die von der Landeshauptstadt Potsdam verliehen werden können. Anders als auf Landesebene, sind in der Havel-Metropole nämlich keine Orden im Repertoire der Ehrungen vorgesehen. Mindestens genauso stimmungsvoll fallen aber auch die Eintragungen ins Goldene Buch im Rathaus aus. Schauplatz: Der große Saal im OB-Bereich, dessen Wände mit historisch anmutender Seidentapete bespannt sind. Umrahmt wurde die Feierstunde am Dienstag von einem Violin-Ensemble mit Schülerinnen der Städtischen Musikschule „Johann Sebastian Bach“.

Eine Dame und zwei Herren wurden geehrt: Gisela Otto, Gründerin der Deutschen Stiftung gegen Leukämie, der Politologe Heinz Kleger und Filmpark-Gründer Friedhelm Schatz. „Das macht die große Spannbreite gesellschaftlichen Engagements in der Stadt deutlich“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der den Dreien vor der feierlichen Unterschrift jeweils eine kurze Laudatio widmete.

Gisela Otto: Das Leben der ehemaligen Lehrerin nahm eine große Wendung, als einer ihrer Schüler – Stefan Kaltenbach, damals am Ende der 9. Klasse – schwer an Leukämie erkrankte und monatelang in der Klinik lag. Seine Mitschüler am Potsdamer Einstein-Gymnasium schlossen sich, angespornt von Gisela Otto, zu Besuchs- und Nachhilfegruppen zusammen. Später warben sie unter der Parole „Helft Stefan“ um Knochenmark- und Stammzellenspender und sammelten auf der Straße Geld, um die Typisierung der Proben im Labor bezahlen zu können.

1996 wurde aus „Helft Stefan“ der Verein „Aktion Knochenmarkspende Brandenburg-Berlin“ und schließlich die „Deutsche Stiftung gegen Leukämie“. „Vielen Menschen konnte bereits eine lebensrettende Spende vermittelt und damit die Chance auf ein zweites Leben geschenkt werden“, sagte Jann Jakobs. 2016 war die Weihnachtsaktion der Märkischen Allgemeinen Zeitung der Leukämie-Stiftung zu Gute gekommen. Gestern bei der Feierstunde dann die Überraschung: „Liebe Frau Otto, vor Ihrem Einsatz ziehe ich symbolisch meinen Hut“, sagte Jakobs: „Doch es soll nicht nur bei Worten bleiben.“ Zur Unterstützung werden die Mitarbeiter der Verwaltung in diesem Jahr in ihrer Weihnachtsaktion Geld für den Verein sammeln.

Heinz Kleger: Der Wissenschaftler kam vor mehr als 20 Jahren von der Universität Konstanz in die Mark. 1994 wurde der Schweizer zum ordentlichen Professor für Politische Theorie an der Universität Potsdam berufen. „Ihre lebhafte Darstellung der politischen Theorien und Ihr beständiger Einsatz, das demokratische System und das tolerante Potsdam weiterzuentwickeln, haben wir im Rathaus und in der Kommunalpolitik stets aufmerksam und mit großer Anerkennung verfolgt“, sagte Jakobs in seiner Würdigung.

2008 riefen der Oberbürgermeister und Kleger dann das „Neue Potsdamer Toleranzedikt“ ins Leben. Der Wissenschaftler sei, so Jakobs in seiner Würdigung, „in jedem Fall einer der wesentlichen Impulsgeber für die Demokratieentwicklung und Toleranz in der breiten Stadtgesellschaft Potsdams.“ Kleger ist auch einer der geistigen Väter des Potsdamer Bürgerhaushalts.

  Friedhelm Schatz: Dass der Gründer des Filmparks ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, steht angesichts der durchschnittlich 350 000 Besucher pro Jahr außer Frage. Was Jakobs aber besonders hervorhob, waren die gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Aktivitäten: „Das Extavium – heute Exploratorium – wurde von Ihnen lange unterstützt und 2011 übernahmen Sie auch noch für ein und ein halbes Jahr den Posten des Aufsichtsratschefs des Fußballclubs SV Babelsberg 03“, sagte der Rathauschef an Schatz gewandt. Auch für seine „stadtprägenden Projekte“ sei ihm Potsdam zu großem Dank verpflichtet. Friedhelm Schatz war es, der das im Dornröschenschlaf schlummernde Krongut Bornstedt Anfang der 2000er Jahre revitalisierte und wieder zum Laufen brachte. „Ich würde mir – und Ihnen – wünschen, dass Sie noch lange ,unruhig’ bleiben“, so Jakobs. Man kann davon ausgehen, dass dieser Wunsch erfüllt wird. Für das neue Hotel neben dem Filmpark laufen gerade „die finalen Planungen“, sagte Schatz gestern am Rande der Feier zur MAZ.

Von Ildiko Röd

Sechs Prozent aller Stellen in der Potsdamer Stadtverwaltung sind unbesetzt, die meisten im Sozialdezernat. Die Stadt spart dadurch Lohnzahlungen in Millionenhöhe, viele Mitarbeiter reklamieren Überlastung.

19.10.2018

Mit dem Bootsplatz Auf dem Kiewitt schließt die einzige Zeltmöglichkeit für Kanutouristen in Innenstadtnähe. Dafür soll es für Kanuten und Ruderer aber deutlich mehr Plätze zum Anlanden geben.

17.10.2018

Zum 20. Gründungstag der Stiftung SPI Brandenburg im Lindenpark plaudert Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) aus dem Nähkästchen.

16.10.2018