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Elias Silvio S. kommt vor Bundesgerichtshof
Lokales Potsdam Elias Silvio S. kommt vor Bundesgerichtshof
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07:45 25.01.2017
Silvio S. vor dem Potsdamer Schwurgericht. Quelle: dpa
Potsdam

Das Urteil des Landgerichts Potsdam im Falle des Doppel-Kindsmords an Elias (6) aus Potsdam und dem Flüchtlingskind Mohamed (4) ist nach Auffassung der Bundesanwaltschaft in Teilen fehlerhaft und muss korrigiert werden. Der Generalbundesanwalt fordert in seinem Revisionsantrag Sicherungsverwahrung für den geständigen Täter Silvio S. aus Kaltenborn (Teltow-Fläming).

Der 33-Jährige war im Juli 2016 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er die beiden Jungen im Sommer 2015 entführt, sexuell missbraucht und getötet hatte. Das Gericht verhängte jedoch keine Sicherungsverwahrung – anders als die Eltern gefordert und viele Menschen erhofft hatten.

„Oberflächlich“, „unzulänglich“, ein „Zerrbild

Die Kritik der obersten deutschen Ankläger: Den sexuellen Komponenten der Taten habe das Gericht „nicht einmal ansatzweise“ die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdienten. Was die Potsdamer Richter über einen möglichen Hang des geständigen Kindsmörders zu schrecklichen Taten im Urteil schreiben, wirke „unzulänglich“ und „oberflächlich“. Das Urteil biete passagenweise ein „unvollkommenes Zerrbild der rechtlich belangvollen Umstände“.

Bei der anstehenden Revisionsverhandlung vor dem Bundesgerichtshof vertritt die Bundesanwaltschaft die Position der Potsdamer Staatsanwälte. Die hatten Rechtsmittel eingelegt, weil sie den Täter für allgemeingefährlich ansehen und für immer hinter Gittern sehen wollen.

Staatsanwaltschaft will Sicherungsverwahrung

Eine Sicherungsverwahrung schließt sich einer abgesessenen Strafe an und könnte bedeuten, dass der Verurteilte nie mehr frei kommt. Derzeit hat Silvio S. eine Haftzeit von mindestens 18 Jahren bis 21 Jahren vor sich. Das Potsdamer Schwurgericht hatte eine strafverlängernde „besondere Schwere der Schuld“ festgestellt, die eine Entlassung nach 15 Jahren ausschließt – mehr aber nicht.

Grundlage für die Potsdamer Gerichtsentscheidung ist ein Gutachten des renommierten Psychiaters Matthias Lammel. Der hatte Silvio S. untersucht und befunden, der Sonderling und Einzelgänger habe zwar eine Persönlichkeitsstörung, sei aber nicht psychisch krank.

Von Ulrich Wangemann

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