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Elias Was sollen wir nur unseren Kindern sagen?
Lokales Potsdam Elias Was sollen wir nur unseren Kindern sagen?
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21:43 17.07.2015
Günter Esser, Psychotherapeut und Chef der Potsdamer Akademie für Psychotherapieforschung.
Günter Esser, Psychotherapeut und Chef der Potsdamer Akademie für Psychotherapieforschung. Quelle: Karla Fritze
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Potsdam

Günter Esser ist der Chef der Potsdamer Akademie für Psychotherapieforschung. Er hat mit uns über die Elias-Suche gesprochen und Ratschläge gegeben, wie Eltern am besten mit den Fragen ihrer Kinder zum Thema umgehen.

Überall hängen die Vermisstenanzeigen des kleinen Elias. Wie sollen wir reagieren, wenn unsere Kinder nach der Bedeutung dieser Zettel fragen?

Günter Esser: Ich würde ganz offen mit dem Kind darüber reden. Ich würde möglichst klar sagen, was diese Papiere bedeuten. Wie man das tut, hängt natürlich auch vom Alter des Kindes ab. Ich würde aber auf jeden Fall sagen, dass das Kind Elias weg ist und  im Augenblick alle nach ihm suchen.
Man sollte also auch sagen, dass das Kind möglicherweise tot ist?

Esser: Nein, wir müssen den Kindern nicht alle Vermutungen mitteilen, die derzeit im Raume stehen. Keinesfalls sollte man sich an Spekulationen beteiligen, das wäre falsch. Aber es bringt umgekehrt auch nichts, Kindern irgendwelche Unwahrheiten zu erzählen. Man würde seinem Kind ja auch erzählen, wenn die Großmutter tot ist. Man würde versuchen, es  dem Enkel auf kindgerechte Weise zu erklären. Mit solch einer ehrlichen Antwort ist das Kind eher zufrieden – aber nicht, wenn man es mit Halbwahrheiten zu vertrösten versucht.

Wie soll man sich verhalten, wenn Kinder bereits Angst haben?

Esser: Es lässt sich sicher nicht vermeiden, dass Kinder ängstlich werden und den Fall auch auf sich beziehen, besonders wenn sie sehr sensibel sind. Das Einzige, was man  sagen kann: Man wird alles tun, dass ihnen nicht das Gleiche passiert. Ich glaube schon, dass wir ihnen dadurch ein Sicherheitsgefühl vermitteln können. Es wirkt schon erleichternd für Kindern, wenn sie merken, welche Vorkehrungen getroffen   werden. Man kann sich ihnen in dieser Zeit auch insgesamt mehr zuwenden, vielleicht am Abend etwas mehr mit ihnen kuscheln oder ihnen eine Geschichte erzählen, damit sie einschlafen könne.

Von Rüdiger Braun

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