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Potsdam Endstation für aussortierte Dinge
Lokales Potsdam Endstation für aussortierte Dinge
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16:54 03.04.2017
Bagger bugsieren den abgeladenen Schrott in Container, anschließend wird er per Lastwagen zur Entsorgung gebracht. Quelle: Fotos (3): Bernd Gartenschläger
Drewitz

Die Matratzen sind schmutzig, große Risse klaffen in den Bezügen. Daneben steht ein alter Sessel, Löcher in der Armlehne, eine Sprungfeder ragt aus der Sitzfläche. Zu Bruch gegangene Tische, Stühle, Bettgestelle gibt es hier zuhauf, der Sperrmüllberg türmt sich meterhoch. Ein Bagger bugsiert die aussortierten Möbelstücke auf die Schaufel, lädt sie in einem Container ab. Dazwischen bahnen sich Autos mit voll beladenem Kofferraum und Kleintransporter ihren Weg. Auf dem Wertstoffhof in Drewitz herrscht geschäftiges Treiben und die in Signalorange gekleideten Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun.

„Montags ist bei uns besonders viel los“, sagt Anlagenmitarbeiter Thomas Bellin. „Viele Leute haben am Wochenende sauber gemacht und bringen die aussortierten Sachen hierher.“ Vor rund einem Jahr eröffnete der neue Wertstoffhof im Drewitzer Industriegebiet. Kaputte Elektrogeräte, Metallschrott, Reifen und Grünabfälle mussten zuvor auf einem ein paar hundert Meter weiter gelegenen Grundstück abgegeben werden. „Der neue Standort ist kundenfreundlicher“, sagt der Anlagenverantwortliche Guido Orschinak. „Der alte Wertstoffhof war kleiner, nicht überdacht. Es gab immer ein ganz schönes Wirrwarr mit den durchfahrenden Autos.“

250 Anlieferer passieren pro Tag die Schranke

Rund 250 Fahrzeuge passieren im Schnitt pro Tag die Schranke. Zu Wochenbeginn oder am Samstag laden manchmal bis zu 350 Menschen ihren Müll auf dem Areal am Heizwerk ab. Die Mitarbeiter an der Schranke haben oft kaum Zeit zum Durchatmen.

Ein Autofahrer nach dem anderen hält an der Einfahrt und will seine ausrangierten Haushaltsutensilien los werden. Personalausweise werden über herunter gekurbelte Fensterscheiben gehalten. Denn nur Einwohner von Potsdam oder Potsdam-Mittelmark dürfen hier ihren Müll kostenlos entsorgen. Anschließend inspizieren die Mitarbeiter des Müllhofes Anhänger, Kofferrauminhalte, Ladeflächen und weisen die passenden Container für den Abfall zu.

Ein Auto mit Anhänger passiert gerade die Eingangskontrolle. Holzlatten in verschiedenen Größen hat es aufgeladen, nach einer kurzen Einweisung steuert es den ersten Container an. Der Fahrer, ein Mann mittleren Alters, sortiert: Holz ohne Glas kommt in den ersten Behälter, reines Glas in einen zweiten. Kurz darauf leert der nächste Wertstoffhof-Kunde seinen Kofferraum.

Container für Altreifen, die in Drewitz angenommen werden. Quelle: Bernd Gartenschläger

Altreifen mit und ohne Felgen, asbesthaltige Baustoffe, Metallschrott, Dämmmaterial, Fliesen, Keramik, Grünabfälle – für jede Sorte Müll gibt es die passenden Container. „Wenn der Schrott zu schwer ist, helfen wir beim Ausladen“, sagt Thomas Bellin. Damit der Müll fachgerecht entsorgt werden kann, fahren drei bis vier Lastwagen pro Tag den Wertstoffhof an. Auch aussortierte Jeans oder die leeren Glasflaschen aus der Vorratskammer können hier abgegeben werden. Altkleider- und Glascontainer sind hinter der Einfahrt aufgestellt. Daneben stehen Metallkisten mit Elektroschrott. Alte Toaster, Wasserkocher, Handys, Computermonitore liegen darin, ausrangierte Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner stehen daneben.

60 Tonnen Schrott kommen täglich auf dem Wertstoffhof an

„Bei uns landen einzelne Elektrogeräte“, so Mitarbeiter Thomas Bellin. „Bei Haushaltsauflösungen stellen die Leute den Sperrmüll lieber auf die Straße.“ 60 Tonnen Schrott kommen im Durchschnitt jeden Tag auf dem Drewitzer Wertstoffhof an. Per Augenmaß wird die Müllmenge geschätzt. Wer unter 200 Kilo abgeben will, bezahlt einen Pauschalpreis, größere Mengen werden nach Kubikmetern berechnet. Für Elektrogeräte fallen keine Kosten an.„Wenn jemand zweifelt, messen wir nach oder bieten die Waage an“, sagt Thomas Bellin und fügt hinzu: „Die letzte Waffe ist immer der Zollstock.“

Zu den größten Herausforderungen für die Mitarbeiter des Wertstoffhofes zählen die Schadstoffe, Dämmwolle mit Teeranhaftung, undefinierbare Flüssigkeiten oder Bitumenwellblech aus DDR-Zeiten beispielsweise. In einem speziell belüfteten, hermetisch abgeriegelten Raum kommen die Stoffe in Behälter, zwei eigens geschulte Mitarbeiter kümmern sich mit Schutzbrille und Handschuhen um die fachgerechte Aufbewahrung bis zum Abtransport.

Es gibt jedoch auch Tage, da fällt den Müllmännern Abfall in die Hände, der fast zu schade ist zum Wegwerfen. So haben sie vor Kurzem einen überlebensgroßen Stoffbären auf dem Glascontainer postiert. „Wir haben uns einen kleinen Spaß erlaubt und das Stofftier erst ein paar Tage später verschrottet“, sagt Guido Orschinak.

Wertstoffhof in Drewitz


Der Wertstoffhof in Drewitz wird von der Stadtentsorgung Potsdam (Step) betrieben. Er ist in der Straße Zum Heizwerk gelegen.

Bauabfälle wie Fliesen, Ziegel oder Bauholz können ebenso abgegeben werden wie Teppiche, Möbel, Elektrogeräte, Leichtverpackungen, alte Farben oder Grünabfälle. Erhältlich sind Komposterde, Rindenmulch und Laubsäcke.

Der Wertstoffhof Drewitz ist Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

Von Anne Mareile Walter

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