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Potsdam Erbbaupacht ist Chance für das Terrassenhaus
Lokales Potsdam Erbbaupacht ist Chance für das Terrassenhaus
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16:29 25.11.2019
Der markante Kopfbau der Nutheschlange – das Terrassenhaus – muss saniert werden. Die städtische Pro Potsdam favorisiert den Abriss. Quelle: Friedrich Bungert
Zentrum Ost

Der Abrissbagger hätte schon längst sein Werk beginnen sollen, doch das Terrassenhaus – markanter Kopfbau der Nuteschlange am Humboldtring in Zentrum Ost– könnte dem Abriss gänzlich entgehen. Ein neuer Vorschlag steht im Raum, mit dem Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) den gordischen Knoten beim Streit um das marode Haus durchschlagen will.

Bürgerinitiative bekommt Gelegenheit ein eigenes Konzept vorzustellen

Bereits am Freitag hatte der Rathauschef überraschend angekündigt, dass die Bürgerinitiative „Nutheschlange“ die Chance erhalten soll, sich um Sanierung und Vermietung des Wohnhauses in Erbbaupacht zu bewerben. Der Eigentümer, die städtische Pro Potsdam, favorisiert einen Neubau mit doppelt so vielen Wohnungen und argumentiert mit hohen Sanierungskosten.

„Wir wollen keine Wohnungsbestände verkaufen. Wir schlagen aber vor, dass sich die Bürgerinitiative mit der Pro Potsdam gemeinsam an den Tisch setzt und auf Grundlage eines Erbbaupachtmodells eine Übernahme des Terrassenhauses entwickelt“, hatte Schubert beim Bürgerdialog in Babelsberg gesagt.

„Wenn die Kritiker des geplanten Abrisses der Meinung sind, dass ein Erhalt wirtschaftlich machbar ist, haben sie nun Gelegenheit, das darzustellen“, sagte er am Montag der MAZ. Die Gespräche sollen „ergebnisoffen“ sein, stellte er klar.

Architekt Hinrich Baller (l.) und Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sind im Gespräch. Quelle: Bernd Gartenschläger

Architekt Baller: „Wir kriegen die Kiste wieder in Gang“

Sein Vorstoß wird grundsätzlich positiv bewertet. „Schubert ist pragmatisch, denn der Abriss wäre wegen meines Urheberrechts und der Proteste nicht so einfach“, sagte Hinrich Baller, Architekt der Nutheschlange, auf MAZ-Anfrage.

Und er zeigt sich zuversichtlich: „Wir unterliegen den gleichen wirtschaftlichen zwängen wie die Pro Potsdam, denn es müssen dort bezahlbare Wohnungen entstehen, aber es ist machbar und wirklich keine Theorie. Wir kriegen die Kiste wieder in Gang“, so Baller.

Ungewöhnliche Architektur – auch der Bund Deutscher Architekten kritisierte den Abrissplan. Quelle: Bernd Gartenschläger

Bürgerinitiative berät den überraschenden Vorschlag noch

Die Vertreter der Bürgerinitiative Nutheschlange haben am Montag noch über den Vorschlag beraten und keine abschließende Meinung. „Jetzt gilt es für uns, den nicht unattraktiven Vorschlag von Herrn Schubert mit sämtlichen Mitgliedern und Interessierten der Initiative Nutheschlange im Detail zu beleuchten“, sagte Ane Esdohr von der Initiative.

Ihre persönliche Meinung: „Das Erbpachtmodell vereinbart am besten unseren Wunsch nach Partizipation, selbstverwaltendes Wohnen, soziale Aspekte und ökologische Nachhaltigkeit.“

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Von Peter Degener

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