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Potsdam Ersatzhaltestelle „Am Schragen“ sorgt für Ärger
Lokales Potsdam Ersatzhaltestelle „Am Schragen“ sorgt für Ärger
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00:26 02.04.2018
Pendler warten auf den Bus „Am Schragen“. Quelle: Anne Knappe
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Bornstedter Feld

Die Pendler von Groß Glienicke nach Potsdam sind verärgert. Kommen sie aus der Innenstadt mit der Linie 96, müssen sie seit ein paar Tagen an der Haltestelle „Am Schragen“ aufgrund einer Baustelle umsteigen und dort auf den Bus 638 Richtung Spandau warten. „Campus Jungfernsee wird nicht angefahren“, heißt es in der Durchsage der Straßenbahn 96, die über die Kirschallee umgeleitet wird.

Die eingerichtete Ersatzhaltestelle „Am Schragen“ erhitzt die Gemüter. „Es ist ärgerlich – ich stehe hier bestimmt schon seit 20 Minuten,“ erzählt eine Frau, die dick in Schal und Kapuze eingepackt ist. Die „Kutscherei durch die Stadt“ gehe ihr gehörig auf die Nerven. Die Haltestelle sei zudem schlecht ausgeschildert, beschwerte sich MAZ-Leserin Karin Jordan, die aus der Potsdamer Innenstadt am Mittwoch zurück nach Groß Glienicke fahren wollte.

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Ein Schild mit einem kleinen „H“ sei nicht genug, meint sie empört. Nur durch einen „jungen Burschen“, der die Misere vom Vortag bereits kannte, fand sie den Weg. „Sonst hätte ich gar nicht gewusst, wohin,“ berichtet sie. Rund 30 Minuten hätte die 81-Jährige, die Pflegestufe zwei hat, im Stehen und ohne Dach über dem Kopf am Schragen verbracht und ausgeharrt. „Es hat wie verrückt geregnet – ich bin so wütend darüber.“

Grund für die Misere seien Bauarbeiten am Campus Jungfernsee. Dort werden derzeit Verdichtungsarbeiten unter dem Gleisbett durchgeführt, um ein sogenanntes „grünes Gleis“ zu schaffen, teilte ein ViP-Sprecher mit. Das Gras bietet vor allem ökologische und ästhetische Vorteile. Bei Rasengleisen kann auf den Einsatz des umstrittenen Pestizids Glyphosat verzichtet werden. Die Gleise werden bislang zweimal jährlich mit Hilfe von Glyphosat von Unkraut befreit – dafür haben die Verkehrsbetriebe eine Sondergenehmigung.

„Die Haltestelle wurde gegenüber einer bestehenden eingerichtet,“ teilte der Sprecher weiter mit. Dach und Sitzmöglichkeiten schaffe man in solchen Fällen sonst auch nicht. „Es ist eine Ausnahmesituation.“

Trotzdem kann er Entwarnung geben. „Die Baustelle wird beendet – über Ostern geht der Verkehr wie gewohnt weiter,“erklärt er. Erst am Dienstag werde man die Arbeiten wieder aufnehmen und zum Ferienende am Freitag abschließen – zumindest vorerst. Denn ob es dann zu 100 Prozent fertig sei, werden erst die Arbeiten am Ende der nächsten Woche zeigen.

Von Anne Knappe

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