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Potsdam Machbarkeitsstudie kommt später
Lokales Potsdam Machbarkeitsstudie kommt später
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17:59 17.07.2018
Das Fritz-Eisel-Mosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ am Sockel des Rechenzentrums.
Das Fritz-Eisel-Mosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ am Sockel des Rechenzentrums. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Potsdam/Innenstadt

Schon Wochen nach dem Stadtverordnetenbeschluss zur Errichtung eines neuen Kunst- und Kreativzentrums in der Potsdamer Innenstadt gibt es den ersten Zeitverzug. Nach dem am 6. Juni beschlossenen „weiteren Verfahren“ sollte „bis Juli“ eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, die unter anderem städtebauliche Varianten, ein Standortprofil und mögliche Änderungen am Bebauungsplan untersucht.

Auf Anfrage von Karin Schröter, stellvertretende Fraktionschefin der Linken und Vorsitzende des Kulturausschusses, teilte die Verwaltung nun jedoch mit, dass diese Vorgabe nicht gehalten wird. „Zur Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie für das neue Kreativ-Quartier wurde noch kein Unternehmen beauftragt“, schreibt Harald Kümmel, Bürochef von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in der Antwort auf die kleine Anfrage: „Aufgabenstellung, Vorgehensweise und Diskussionsprozess werden erst in einem Kick-off-Termin mit allen Akteuren besprochen, der für Anfang August vorgesehen ist.“

Schröter reagierte auf diese Auskunft mit Befremden. Denn nach dem Zeitplan, den die Verwaltung als Grundlage für den Stadtverordnetenbeschluss vorgelegt hatte, sollte mit der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie am 2. Juli begonnen werden. Ergebnisse würden demnach bis zum 30. November erwartet, damit noch im Dezember eine Beschlussvorlage zum weiteren Vorgehen in die politischen Gremien gegeben werden kann.

Gefragt hatte Schröter, welche Firmen oder Planungsbüros mit der Machbarkeitsstudie beauftragt wurden. Die Antwort der Verwaltung habe sie „verblüfft“, sagte Schröter gestern zur MAZ. Sie erinnerte daran, dass die Rathausspitze und nicht zuletzt auch Harald Kümmel selbst mehrfach auf den sehr knappen Zeitraum für die Umsetzung des Gesamtprojekts verwiesen hatten.

Wie berichtet, soll das neue Kunst- und Kreativzentrum spätestens Ende 2023 bezugsfertig sein, um den Nutzern des Rechenzentrums einen direkten Wechsel ins neue Haus zu ermöglichen. Das war eine der grundlegenden Vereinbarungen eines Szenario-Workshops zur Kunst- und Kreativwirtschaft in der Innenstadt: „Bis es eine dauerhafte Lösung für die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Mitte gibt, wird eine ununterbrochene weitere Nutzung des Rechenzentrums gesichert“, hieß es einem von drei „gemeinsam erarbeiteten Kernaspekten des Zielbildes“, der von alle Workshopteilnehmern, darunter auch Vertretern des Rechenzentrums und der Stiftung Garnisonkirche, im Konsens verabschiedet worden war.

Ein Betrieb des Kunsthauses im Rechenzentrum über 2023 hinaus ist nach aktuellem Stand ausgeschlossen. Ein Änderungsantrag der Linken und der Anderen, dass „eine weitere Nutzung des Rechenzentrums darüber hinaus möglich ist“, hatte in der Stadtverordnetensitzung Anfang Juni keine Mehrheit gefunden.

Wie berichtet, hat das Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche Potsdam vor wenigen Tagen die Verlängerung bis 2023 bestätigt unter der Bedingung, dass dann Schluss ist. Bekanntlich soll das um 1970 errichtete Gebäude dann abgerissen werden, um Platz für den Wiederaufbau des Garnisonkirchenschiffs zu schaffen. Die Übereinkunft gebe den Beteiligten Rechtssicherheit für ihre jeweiligen Belange, erklärte der Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchenstiftung, Wieland Eschenburg.

Zu den grundlegenden offenen Fragen für das neue Kunst- und Kreativquartier zählen Finanzierung und Betreibermodell. Errichtet werden soll es vorzugsweise auf den Grundstücken des Langen Stalls oder der alten Feuerwache.

Von Volker Oelschläger

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