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Potsdam Der Barberini-Nachbar ist fast fertig
Lokales Potsdam Der Barberini-Nachbar ist fast fertig
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21:07 08.07.2019
Das Haus in der Brauerstraße 1, vor dem derzeit noch ein Baugerüst steht, ist der „kleine Nachbar“ des Barberini-Museums (rechts). Quelle: fotos: Varvara Smirnova
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Innenstadt

Die Berliner Bürgerstadt AG hat derzeit gut zu tun. Für gleich drei stadtbildprägende Bauprojekte zeichnet sie sich verantwortlich – allerdings in drei ganz unterschiedlichen Entstehungsphasen.

Haus Brauerstraße 1 neben dem Museum Barberini

Das Haus Brauerstraße 1 hat mit dem Museum Barberini einen exklusiven Nachbarn und steht kurz vor seiner Fertigstellung. Ende September beziehungsweise Anfang Oktober wird es bezugsfertig sein. Auf dem 727 Quadratmeter großen Filetgrundstück zwischen Havel und Altem Markt entsteht ein Wohnkomplex mit fünfgeschossigem Hauptgebäude an der Brauerstraße und einem Gartenhaus am Wasser. Das Architektenpaar Anett-Maud Joppien und Albert Dietz zeichnete unter anderem verantwortlich für die Gestaltung des Lustgartens.

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Im Vorderhaus mit Blick aufs Potsdam-Museum befinden sich acht Wohnungen. Fix ist schon, dass im Erdgeschoss ein Architekturbüro einzieht. Von der Anmutung her setzt sich das Gebäude bewusst vom benachbarten Museum ab, das getreu dem barocken Vorgängerbau rekonstruiert worden ist. „Der Entwurf musste sehr zurückhaltend sein gegenüber dem Barberini, aber trotzdem nicht auftrumpfend modern“, erklärt Bürgerstadt-Vorstand Winfried Hammann. Besonders das Gartenhaus stellt laut Hammann „einen interessanten Kontrast zum barocken Barberini dar“.

Musikerhaus in der Schwertfegerstraße/Friedrich-Ebert-Straße

Das sogenannte „Musikerhaus“ wächst derzeit aus der Baugrube empor – mit beachtlichem Tempo. „Ende Juli sind wir mit dem Rohbau fertig, dann kommen Dach und Fenster“, skizziert Hammann den Zeitplan. Anschließend folgt die Innenausstattung, parallel wird eine barocke Fassade straßenseitig vorgesetzt; die Rückfront zum Hof ist modern.

So wird die barocke Fassade des Musikerhauses aussehen. Quelle: Privat

Weshalb der Rohbau so rasant Gestalt annimmt? Das Zauberwort lautet „Blähton-Kügelchen“. Der innovative Baustoff besteht aus Schieferton, der in Hochöfen bei 1200 Grad zu Blähton-Kügelchen verarbeitet wird. Die Masse kann man zu Platten gießen. Damit lässt sich schnell ein Haus hochziehen. Zusätzliches Plus: Aufgrund der Isolierfähigkeit kann man auf jede Wärmedämmung verzichten.

Der Rohbau des Musikerhauses wächst schnell empor. Quelle: Varvara Smirnova

Auf althergebrachtes Handwerkertum setzt man bei der Fassade: „Die ist extrem aufwendig, weil sie mit der Hand gemauert werden muss“, erläutert Hammann. Fertigstellungstermin für das Musikerhaus: Herbst 2020. Die acht Wohnungen sind schallisoliert – ideal für Musiker. Der ursprünglich geplante Jazzclub im Keller kommt nicht zustande: „Das ging rein rechnerisch nicht auf – jetzt werden es eher traditionelle Gewerberäume“, so Hammann.

Das Musikerhaus entsteht an bedeutsamer Stelle. Hier befand sich das markante Acht-Ecken-Ensemble, das Carl von Gontard in den 1770er Jahren plante: Der Name leitete sich von der Gestaltung der vier Fassaden mit je zwei Ecken her. Nur eines der Häuser blieb original erhalten; das zweite wird jetzt in Gestalt des Musikerhauses rekonstruiert. Die beiden anderen folgen, wenn die beiden neuen Wohnquartiere auf dem ehemaligen Fachhochschul-Areal gebaut werden.

„Einsiedler“ in der Ecke Schloßstraße/Friedrich-Ebert-Straße

Hier steht die Bürgerstadt AG, die Ende 2016 in einem Bieterverfahren mit ihrem Konzept den Zuschlag für das Grundstück erhalten hatte, quasi in den Startlöchern. Hammann: „Die Baugenehmigung sollte Ende Juli da sein; wir warten darauf.“

Läuft alles nach Plan, will man im ersten Quartal 2020 mit dem Bau anfangen. Fertigstellungstermin ist 2022 – also ungefähr zeitgleich mit dem des benachbarten Synagogenneubaus in der Schloßstraße 1.

Ursprünglich stand hier das „Hotel Zum Einsiedler“. Der Name geht auf den ersten Besitzer – Gottfried Emanuel von Einsiedel – zurück, der das Haus von König Friedrich Wilhelm I. geschenkt bekam. Ab 1760 war der Gasthof im Besitz von Johann Peter Benkert. Der Bildhauer entwarf für den Gasthof ein Schild, das „Diogenes in der Tonne“ und Alexander den Großen darstellte.

Visualisierung des Einsiedler-Gebäudes an der Ecke Schloßstraße/Ebert-Straße Quelle: Privat

„Der Entwurf des Architektenteams Dietz-Joppien ist eine Reminiszenz an die Geschichte, hat diese aber modern interpretiert“, verweist Hammann unter anderem auf das Giebeldreieck „als Zitat an die Historie“. Im Erdgeschoss wird eine Filiale der MBS einziehen; oben entstehen 15 Wohnungen.

Von Ildiko Röd

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