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Potsdam Warum dieser Potsdamer vom Brauhausberg so fasziniert ist
Lokales Potsdam Warum dieser Potsdamer vom Brauhausberg so fasziniert ist
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16:06 07.01.2020
Der Potsdamer Gernot Neubauer (79) hat ein Buch über den Brauhausberg geschrieben Quelle: Bernd Gartenschläger
Templiner Vorstadt

Weit schweift der Blick über die Landeshauptstadt. Um das Potsdam-Panorama von seiner Wohnung aus wird Gernot Neubauer von vielen beneidet. Das Schwimmbad „blu“, die Nikolaikirche, das Mercure-Hotel – Dort auf dem heimischen Balkon überblickt er viele Potsdamer Wahrzeichen. Und er wohnt gleichzeitig mitten auf einem von ihnen.

Der Brauhausberg. Für Gernot Neubauer ist er mehr als nur eine Erhebung. „Es gibt tausend Sachen über ihn zu erzählen“, schwärmt der 79-Jährige. Und genau das will er tun. Er ist fasziniert von diesem Stückchen Land, auf dem man über Potsdam thront. Und will, dass noch viel mehr Menschen von ihm erfahren.

„Ich habe vor, ein Buch zu drucken“. Darin sollen all die Dinge vorkommen, die Gernot Neubauer über den Brauhausberg recherchiert hat. Die geschichtlichen Fakten und technischen Details zu den Bauwerken, aber auch die Anekdoten, die der Berg seit Jahrhunderten hervorbringt. „Das Alte lebt“, erklärt Neubauer seine Faszination für den Brauhausberg.

Der Potsdamer hat bereits viele Texte zusammengetragen und in einer Mappe gesammelt. Mit Liebe zum Detail widmet er sich darin den Bauwerken, den geografischen Begebenheiten oder den verschiedenen politischen Systemen, die ihre jeweiligen Spuren am Brauhausberg hinterließen. Dabei arbeitet er auch neuere Ereignisse ein. Beispielsweise mit Blick auf die Entwicklungen am Minsk erklärt er: „Ich bin laufend dabei und präzisiere. Ich versuche immer auf dem neusten Stand zu sein.“

Das Potsdamer Wahrzeichen hat Geschichte miterlebt – und die hat wiederum ihre Spuren am Brauhausberg hinterlassen.

Dennoch ist es kein Leichtes, ein Buch in Eigenarbeit anzufertigen und dann auch noch zu drucken. Gernot Neubauer ist deshalb auf der Suche nach finanzieller Förderung für sein Projekt. „Es wäre doch schön, wenn Potsdam ein Buch über den Brauhausberg zu Verfügung stünde“, findet er. Beispielsweise für das Potsdam-Museum, aber auch für das neue Museum im Minsk, könnte das Buch von Interesse sein, denkt sich Neubauer.

Gernot Neubauer und der Brauhausberg – eine späte Liebe. Geboren in Bautzen, lebte er seit seinem zwölften Lebensjahr in Potsdam, aber nicht am Brauhausberg. „Das war für uns eine Terra incognita.“ Das habe es mit dem Potsdamer „Kreml“ zu tun – so hieß der Sitz der SED-Bezirksleitung im Volksmund. Weite Bereiche waren dort abgesperrt.

Mit seiner Ehefrau Karin zog er 1979 nach Michendorf und arbeitete bei der Energieversorgung Potsdam. „Die hieß zwar immer anders, aber hatte immer mit Energie zu tun“, erzählt er lachend. 2017 kehrte das Paar nach Potsdam zurück – und bezog eine Wohnung am Brauhausberg. Und Gernot Neubauer begann, sich über den Berg zu informieren.

Er hatte zuvor bereits ein Buch geschrieben – „rund ums Fahrrad“, wie er erzählt. Dort trug er allerlei Geschichten und Anekdoten über den Drahtesel zusammen. Sich in neue Themen einarbeiten, Details nachrecherchieren und Besonderheiten zusammentragen – für Gernot Neubauer also kein neues Terrain. „Als wir hierher zogen, dachte ich: Jetzt beschäftige ich mich mit dem Brauhausberg“, sagt er. Und da gab es einiges zu entdecken. „Ich war erstaunt, dass es so viel gibt.“ Für seine Recherchen wälzte er sich durch Archive, durchforstete das Internet und kam ins Gespräch mit Leuten, die ihm etwas über den Berg erzählen konnten. „Ich bin auf hochinteressante Sachen gestoßen“, so Neubauer.

Das Potsdamer Wahrzeichen hat Geschichte miterlebt – und die hat wiederum ihre Spuren am Brauhausberg hinterlassen.

Geheimnisvolle Bunkeranlagen, kaiserliche Aussichtspunkte oder alte Industrieschauplätze: Gernot Neubauer kennt zu fast jeder Facette des Berges eine Geschichte. Zu jeder Epoche fallen ihm Details und Anekdoten ein. Etwa von der Straßenbahn, die sich bis zum Zweiten Weltkrieg den Berg hochkämpften. Oder von den Schweden, die während des Dreißigjährigen Kriegs ihre Schanzen auf dem Berg bauten. Oder vom „Alten Belvedere“, das 1803 für Luise von Preußen errichtet wurde.

Seit der erstmaligen Erwähnung des Brauhausbergs im Jahre 1515 sind über 500 Jahre vergangen, resümiert Neubauer in seinen Schriften. 500 Jahre voller „erlebbarer Geschichte“. Deshalb ist es nun Zeit für ein Buch, findet der Potsdamer. Er findet es schade, dass „dieses wunderschöne Stück Erde und dieser Potsdam-dominierende Berg so wenig geachtet wird“. Doch vielleicht nicht mehr lange – wenn es nach Gernot Neubauer geht.

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