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Potsdam Fernwärme von der EWP als Klimaretter
Lokales Potsdam Fernwärme von der EWP als Klimaretter
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09:30 22.04.2013
POTSDAM

Im Bewusstsein der Menschen richtig anzukommen, ist für den Rathaus-Mitarbeiter mit das Wichtigste beim Klimaschutz. Seit gut zweieinhalb Jahren arbeiten er und seine Kollegin Cordine Lippert an einer Mammutaufgabe. Bis 2020 sollen sie den Kohlendioxid-Ausstoß Potsdams um 1740 00 Tonnen pro Jahr senken – in etwa das Gewicht von 174 000 VW-Polo. Derzeit bläst Potsdam noch rund 850 000 Tonnen in die Luft. Bei 40 000 Tonnen CO2-Einsparung sind die beiden bis jetzt angekommen.

Das Ziel von 20 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2020 markiert den städtischen Beitrag, die Erderwärmung in beherrschbaren Grenzen zu halten. Das die Absenkung möglich ist und wie ein Fahrplan dahin aussehen könnte, hatte ein Konsortium unter Führung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik) der Kommunalverwaltung im Sommer 2010 vorgerechnet.

Leitbildszenario“ nennt sich das, was Lippert, Linke und Kollegen an konkreten Maßnahmen aus den Pik-Vorgaben umzusetzen versuchen. Das größte Einsparpotenzial ist darin den Gebäuden und ihrer Energie-, hauptsächlich Wärmeversorgung zugeschrieben. Gut fünf Sechstel der gesamten Reduzierungssumme können die Häuser erbringen, wenn Fassaden und Wände entsprechend gedämmt sind und vor allem die Energieversorgung stimmt. Den weitaus größten Teil trägt dabei Fernwärme bei. Mehr Wohnungen müssten an bisherige Leitungen angeschlossen und ein weiterer Ausbau des Netzes gestartet werden, so Linke. 70 Millionen Euro Kosten listet das Szenario dafür auf – Geld, das vorwiegend die Stadtwerke (EWP) investieren müssen.

„Als Energieerzeuger tragen wir die wesentliche Verantwortung beim Umwelt- und Klimaschutz“, weiß EWP-Geschäftsführer Wilfried Böhme. 55 Prozent des gesamten Konzeptes entfallen allein auf die EWP. Um die Fernwärme zu einer Art Klimaretter zu machen, muss sie aber CO2-arm produziert werden. Eine solide Grundlage dafür hat Potsdam bereits gelegt, als in den 1990er Jahren ein auf parallele Wärme- und Stromversorgung ausgelegtes Kraftwerk auf Gas- statt auf Kohle-Basis mit zwei Blöcken am Nutheufer gebaut wurde. Auf einen dritten wurde jetzt gleichwohl verzichtet. Stattdessen soll ein ganzes Netz effizienter dezentraler Kleinkraftwerke unter anderem an der Kunersdorfer und der Zeppelinstraße sowie im Bornstedter Feld entstehen, das durch die Verbrennung von Bio- statt Erdgas betrieben wird. Zur Finanzierung dieses und anderer Projekte wie etwa Energiespeicher haben die EWP einen Kundenfonds aufgelegt.

Das größte Einsparpotenzial, das von der Stadtverwaltung direkt beeinflusst werden kann, ist der Verkehr. Neben Parkverboten, die zum Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel animieren sollen, zählt hierzu auch die sogenannte Verstetigung. Bestandteil dieses vielleicht nicht unbedingt schnellen aber zumindest einigermaßen störungsfrei angestrebten Verkehrsflusses sind auch die derzeit umstrittenen Pförtnerampeln.

Ein weiteres Handlungsfeld, in dem die Verwaltung wenigstens Anstöße geben kann, ist der Ausbau von Sonnenstrom- und Solarthermieanlagen auf Hausdächern und an Fassaden. Großflächig ist aber auch dies wie auch die Wärmedämmung nur mit dem Engagement von Wohnungsbaugenossenschaften und Privatbesitzern möglich. Und so bleibt wohl das wichtigste aber auch unberechenbarste Kapitel des Leitbildszenarios das, was mit „Öffentlichkeit“ überschrieben ist. Es sei schwierig, die Menschen zum Mitmachen zu bringen, weiß Linke: „Da sind noch dicke Bretter zu bohren.“ (Von Gerald Dietz)

Blaupause für Berlin Eine Art Blaupause für Berlin könnte das Potsdamer Leitbildszenario werden. Auch für die Bundeshauptstadt soll das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik) eine Machbarkeitsstudie erstellen, um bis 2050 klimaneutral zu werden.

Der Ausstoß von Klimagasen pro Kopf soll in Berlin von heute sechs auf unter zwei Tonnen gesenkt werden. Dabei will das Pik angesichts der Einwohnerstruktur sozialverträgliche Wege des Klimaschutzes finden. gd

 

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