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Potsdam Fleischerei Bendig schließt Filialen in Potsdam
Lokales Potsdam Fleischerei Bendig schließt Filialen in Potsdam
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18:17 22.08.2017
Auch die Fleischtheke von Bendig vor dem großen Markt im Stern-Center blieb am Dienstag ohne nähere Erklärung leer.
Auch die Fleischtheke von Bendig vor dem großen Markt im Stern-Center blieb am Dienstag ohne nähere Erklärung leer. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Landfleischerei Bendig aus Mahlow (Teltow-Fläming) hat vier ihrer Filialen – darunter die Potsdamer Geschäfte im Stern-Center und in den Bahnhofspassagen – geschlossen. Sie werden von der Firma Wolf aus Schwandorf in der Oberpfalz samt Belegschaft übernommen und ab September schrittweise wieder geöffnet. Das bestätigte am Dienstag Stephan Tischner, Geschäftsführer der Firma „Heißer Wolf“. Es handelt sich um 25 Beschäftigungsverhältnisse, die der neue Eigentümer mit allen Rechten und Pflichten übernommen hat. „Wir berücksichtigen auch die jahrelange Betriebszugehörigkeit bei der Firma Bendig“, sagte Tischner, „die Arbeitsplätze sind super gesichert.“ Mindestens zehn Beschäftigte wolle man zudem einstellen.

In der ersten Septemberwoche soll die einstige Bendig-Filiale im Stern-Center als „Heißer Wolf“ wiedereröffnet werden, jeweils eine Woche darauf die im Südring-Center und die im A10-Center in Wildau. Der einstige Bendig-Stand im Potsdamer Bahnhof wird umgebaut. Weil es dort bereits den „Heißen Wolf“ gibt, soll ein Stand für Fleisch- und Wurstwaren aus Thüringen entstehen. Auch in den anderen einstigen Bendig-Filialen wird es Thüringer Spezialitäten geben.

Das Stammhaus der Landfleischerei Bendig in Mahlow (Teltow-Fläming). Hier sol der Betrieb weitergehen. Quelle: Christian Zielke

Der Name Bendig wird nur noch am Stammhaus in Mahlow stehen. Dort soll der Betrieb mit rund 20 Beschäftigten unter Führung von René Raböse und Astrid Bendig weitergehen. „Ich bin am Boden zerstört“, sagt Rainer Bendig, langjähriger Inhaber des Familienunternehmens. Vor einigen Jahren hatte sein Unternehmen noch mehr als 100 Beschäftigte. Doch es gab schon länger Probleme. So gab es Streit um eine Baugenehmigung für die Küche in Mahlow. So lange die Situation mit der für das Partyservice- und Imbissgeschäft unverzichtbaren Küche ungeklärt war, seien die Banken nicht bereit gewesen, über einen Kredit zu verhandeln. „Ohne Geld kann man nicht investieren und wer nicht investiert, bleibt auf der Strecke“, sagt Rainer Bendig. Ein weiterer Tiefschlag für die Fleischerei war die Kündigung des Pachtvertrages für das Vereinshaus Mahlow durch die Gemeinde Ende 2015. Damit brach das Geschäft mit Hochzeiten und Familienfeiern weg.

Fleischerei Bendig aus Mahlow

Die Landfleischerei Bendig in Mahlow (Teltow-Fläming) ist ein familiengeführtes Unternehmen in der fünften Generation.

Im Jahr 1866 erlernte Carl Bendig das Fleischerhandwerk.

1950 gründete dessen Nachfahre Carl Bendig die Landfleischerei in Mahlow.

In Hochzeiten nach der Wende unterhielt das Unternehmen neben dem Stammhaus sechs weitere Filialen in Berlin und Brandenburg mit rund 100 Mitarbeitern.

Von Christian Zielke

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