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Potsdam Florian Lukas zu Besuch in Babelsberg
Lokales Potsdam Florian Lukas zu Besuch in Babelsberg
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09:26 14.11.2014
Bei den Dreharbeiten zur dritten Staffel der ARD-Serie „Weissensee“: Florian Lukas (als Martin Kupfer) und Lisa Wagner (Katja Wiese).
Bei den Dreharbeiten zur dritten Staffel der ARD-Serie „Weissensee“: Florian Lukas (als Martin Kupfer) und Lisa Wagner (Katja Wiese). Quelle: DPA
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Potsdam

Unvergessen, wie Florian Lukas als Denis in hässlichem Sakko mit schmieriger Frisur und angeklebtem Schnauzer Fake-Nachrichten von in die DDR flüchtenden Westdeutschen verliest – um Infarktpatientin Christiane (Katrin Saß) vor zu viel Aufregung zu schützen. Diese Szenen gehören zum Lustigsten, was Wolfgang Beckers 2003er Kinohit „Good bye, Lenin!“ zu bieten hat. Nach wie vor: Am Mittwochabend zeigte das Schulkinoprojekt Filmernst die Tragikomödie im Babelsberger Filmgymnasium (BFG) und begrüßte Florian Lukas als Ehrengast. Die stetigen Lacher sowohl der erwachsenen als auch der jungen Besucher im gut gefüllten Saal bewiesen: „Good bye, Lenin!“ funktioniert auch bei lange nach der Wende Geborenen.

Elf Filmernst-Paten
„Der Film ist nicht schlechter geworden“, sagte Lukas. Der große kleine Schauspieler fungiert als einer von elf Filmernst-Paten, die sich „mit ihrem guten Namen für ein gutes Projekt starkmachen“, so Filmernst-Chef Jürgen Bretschneider. Jeder Pate bringt einen Film mit – der Zufall in Lukas’ dichtem Kalender wollte es so, dass einer seiner wenigen freien Tage vor Jahresende auf einen Termin in Nähe des 9. November fiel. Welcher Film hätte besser gepasst als „Good bye, Lenin!“? Im realen Leben besah sich Lukas am vergangenen Wochenende die Installation „Lichtgrenze“ anlässlich des Mauerfall-Jubiläums. „Als die Ballons in den Himmel stiegen, musste ich weinen. Ich habe jetzt, 25 Jahre danach, erst das Glück begriffen, dass die Mauer und die DDR verschwunden sind.“

Der Ossi-Experte
Wegen „Good bye, Lenin!“, vor allem aber wegen „Weissensee“, gilt Lukas inzwischen als „Ossi-Experte“. Die Herkunft stimmt: Lukas wuchs in Prenzlauer Berg auf, wohnt inzwischen mit seiner Lebensgefährtin, der Regisseurin Anna Justice, und dem gemeinsamen Nachwuchs (15 und 16) in Kleinmachnow. Vor wenigen Tagen stürmte Florian Lukas die Zentrale der Staatssicherheit – für die großartige ARD-Erfolgsserie „Weissensee“ (von manchen liebevoll „DDR-Dallas“ genannt). Darin spielt der 41-Jährige einen Ex-Volkspolizisten aus einer DDR-Bonzenfamilie. Die dritte Staffel endet mit den Szenen vom 15.Januar 1990, als Demonstranten in die Stasi-Hochburg eindrangen.

Mehr als 100 Mal vor der Kamera
Lukas beweist, dass man als gefragter Mime nicht an einer Schauspielschule gewesen sein muss. Er bekam zwar Anfang der 1990er eine Zusage der Filmhochschule „Konrad Wolf“, trat das Schauspielstudium aber wegen eines „Arbeitsverbots“ für die ersten beiden Jahre nicht an. Die Eleven sollten sich auf ihre Ausbildung konzentrieren. Doch Florian Lukas wollte spielen und spielte: Gewitzte Typen, nette Verlierer, beste Kumpels. In mehr als 100 TV- und Kinoproduktionen („Tatort“, „Die Fremde“, „Grand Budapest Hotel“) wirkte er seither mit. Fürs Fernsehen dreht er lieber. „Ein Erzählformat wie ,Weissensee’ kann Kino gar nicht leisten.“

Blick hinter die Kulissen

  • Filmernst“-Patin Angelica Boehm kommt am 25. November um 15.30 Uhr. Die Szenografin und Filmuni-Professorin spricht dann über ihre Arbeit an der Kinderbuchverfilmung „Doktor Proktors Pupspulver“ (Kinostart 15. Januar). 2015 geht’s weiter mit Alfred Holighaus (Geschäftsführer Deutsche Filmakademie), Regisseur Dietrich Brüggemann, Schauspieler Ronald Zehrfeld, Producer René Frotscher und Kameramann Lutz Reitemeier. 
  • Die Veranstaltungen sind offen für alle Interessierten und finden jeweils im Kino im Filmgymnasium Babelsberg, Großbeerenstraße 189, statt.

Von Ricarda Nowak

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