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Potsdam Neuanfang in der Waldsiedlung
Lokales Potsdam Neuanfang in der Waldsiedlung
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18:47 31.05.2019
Die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke wird seit dem 1. März 2019 von dem Träger Living Quarter betrieben. Angela Murray ist dort die Leiterin, Thomas Schwarzer Sozialarbeiter. Quelle: Nadine Fabian
Groß Glienicke

Dieser Garten ist fürs Leben gemacht. Für den Grillabend und fürs Versteckenspielen. Für den Frühsport und für die Teerunde. Für all die Träume, die noch wahr werden sollen. „Der Garten hinter unserem Haus ist eine große Chance“, sagt Angela Murray: „Aber er muss noch erweckt werden.“ Der Flecken Land, auf dem Familien aus verschiedenen Ländern gemeinsam säen, pflanzen und ernten könnten, ist ein Projekt von vielen, die Angela Murray im Flüchtlingsheim in Groß Glienicke mit ihrem Team auf den Weg bringen will. Vor ein paar Wochen ist sie als Leiterin in die Gemeinschaftsunterkunft gekommen – gemeinsam mit dem Träger „Living Quarter“. Neuanfang in einem Haus, in dem Menschen wohnen, die für ihren Neuanfang alles hinter sich gelassen haben.

28 der Bewohner sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die abgeschieden vom Ortskern in der Waldsiedlung gelegene Gemeinschaftsunterkunft ist am 9. Juli 2015 eröffnet worden. Dort ist Platz für 145 Menschen – derzeit leben 81 in dem langgestreckten Klinkerbau, den einst die Wehrmacht, dann die Rote Armee, dann ein DDR-Grenzkommando nutzte. 28 der Bewohner sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ihre Familien stammen zumeist aus Syrien, aus der Russischen Föderation, aus Kamerun und dem Iran. Living Quarter ist bereits der dritte Träger in der Gemeinschaftsunterkunft. Nachdem der Wechsel zum 1. März offiziell vollzogen und sich Bewohner und Mitarbeiter inzwischen in der neuen Situation einfinden konnten, suchen Heimleiterin Angela Murray und Sozialarbeiter Thomas Schwarzer nun die Öffentlichkeit, denn ohne die Nachbarn in der Waldsiedlung und in Groß Glienicke wollen sie nicht wirtschaften. „Wir führen die bestehenenden Projekte gern weiter, suchen aber dennoch nette Menschen, die sich ehrenamtlich für unser Haus und unsere Bewohner engagieren wollen“, sagt Angela Murray.

„Wir wollen ein lebensfreundliches Umfeld schaffen“

Ob Hausaufgabenhilfe, Näh- oder Kochkurse, ob Bastelstunden mit den Kindern, Sport oder Deutschunterricht, ob Heimwerken oder eben Gartenarbeit: „Uns ist wichtig, dass das Angebot zu unseren Bewohnern und zu ihren Bedürfnissen und Interessen passt“, sagt Thomas Schwarzer: „Wir wollen ein lebensfreundliches Umfeld für sie schaffen.“ Sicher, hin und wieder komme es auch zu Konflikten und Unstimmigkeiten, wenn verschiedene Nationalitäten und Temperamente plötzlich so eng beieinander leben – dazu in einer Situation mit unbestimmtem Ausgang in einem fremden Land, von dem keiner der Zugewanderten so richtig weiß, ob es jemals ein Zuhause wird. „Wir wollen aber, dass die Bewohner sagen: Es macht Spaß, hier zu leben“, sagt Thomas Schwarzer: „Wer also eine Idee hat, kann sich jederzeit bei uns melden.“

Dringend gesucht: eine Hüpfburg für die Supersommersause

Melden können sich auch all jene, die statt ihrer Zeit lieber ausrangierte und auch neue Dinge hergeben wollen. „Hoch im Kurs stehen Kindersachen, Fahrräder und Spielgeräte für unseren großen Garten“, sagt Angela Murray. „Auch Erde, Blumen und Pflanzen für die Beete sind willkommen.“ Dringend werden zudem Helfer für ein großes Fest gebraucht. „Und natürlich eine Hüpfburg“, sagt Angela Murray: „Was wäre eine Supersommersause ohne Hüpfburg?“

Wer helfen möchte, meldet sich unter 033201/430271 oder per E-Mail an angela.murray@livingquarter.de

Asylbewerber in Potsdam

In Potsdam gibt es derzeit 14 Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungsverbünde für Geflüchtete und Asylbewerber: das große Wohnheim an der Alten Zauche, das Frauenasyl an der Hegelallee, die Wohnungsverbünde Staudenhof und Grotrianstraße, die Wohnheime in Groß Glienicke, in der Dortustraße, in Bornim, an den Kopfweiden und der David-Gilly-Straße sowie die Gemeinschaftsunterkünfte im Konsumhof, in der Zeppelinstraße, im Handelshof und an der Marquardter Chaussee.

Insgesamt 1381 Plätze hält die Landeshauptstadt vor. Rund 90 Prozent davon sind derzeit belegt.

Für das Jahr 2019 erwartet Potsdam 188 Geflüchtete und Zuwanderer – 65 davon sind bereits angekommen.

Die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften soll laut Stadt nur von kurzfristiger Dauer sein. Die Zeit dort soll genutzt werden, um die Asylbewerber auf ein eigenständiges und unabhängiges Leben in einer Wohnung vorzubereiten.

Wegen des angespannten Wohnungsmarktes vor allem im niedrigen Mietpreissektor ist die gewünschte Unterbringung in Wohnungen problematisch. Bei der Vermittlung von freien Wohnungen ist eine ganze Reihe bedürftiger Personenkreise zu beachten – Wohnungslose, Menschen mit geringem Einkommen, Hartz-IV- und Sozialhilfeempfänger werden gleichberechtigt bedacht wie Asylbewerber und Flüchtlinge mit einem geduldeten Aufenthaltsstatus.

Von Nadine Fabian

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