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Potsdam Legionellen-Befall im „blu“: Problem besteht seit Oktober
Lokales Potsdam Legionellen-Befall im „blu“: Problem besteht seit Oktober
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19:00 29.01.2020
Das Kaltwassernetz des Schwimmbades „blu“ ist mit Keimen belastet, deswegen wurden Filter an Wasserhähnen und Duschen eingebaut. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Auch dreieinhalb Monate nach dem ersten Keim-Befund im „blu“ hat das Schwimmbad das Legionellen-Problem nicht lösen können. Besucher berichteten in den letzten Wochen über gesperrte Duschen, die beiden Regenwaldduschen im Saunabereich und einige Handwaschbecken sind nach wie vor außer Betrieb. Die MAZ fragte bei den Stadtwerken wiederholt nach den genauen Gründen, nun bestätigte Sprecher Göran Böhm: Das Kaltwassernetz des Bades ist nach wie vor mit Legionellen belastet, die Sperrungen sind die Folge.

Filter zum Schutz der Besucher

Gefahr für Besucher besteht laut Böhm allerdings nicht. „Filter an Wasserhähnen und Duschen verhindern, dass Besucher des ,blu’ mit den Keimen in Kontakt kommen und so gesundheitliche Risiken ausgeschlossen werden können.“ Bei allen Maßnahmen stünde man in „engem Austausch mit dem Gesundheitsamt“.

Erste Auffälligkeiten bei der Keimbelastung im Kaltwassernetz gab es bereits Mitte Oktober letzten Jahres. Damals musste das Bad wegen Problemen mit den Spezialfiltern gegen Legionellen sogar geschlossen werden. Um die Keimbelastung dauerhaft zu verhindern, sollten damals technische Mitarbeiter der Bäderlandschaft Potsdam mit einem externen Experten die „Ursachenforschung und Erarbeitung technischer Lösungsmöglichkeiten“ fortsetzen. Zwei Gutachten seien seitdem erstellt worden, berichtet Böhm. Außerdem hätten die Mitarbeiter versucht, die Netze selbst zu spülen und dafür einzelne Duschbereiche gesperrt. Alles ohne den erhofften Erfolg.

Das Freizeitbad „blu“ sucht derzeit nach den Ursachen für den Legionellenbefall. Quelle: Bernd Gartenschläger

Denn wo genau die Ursache für die Keimbelastung liegt, weiß man im „blu“ noch immer nicht. „Das Netz erstreckt sich über alle fünf Etagen des „blu“ und hat mehr als 200 Entnahmestellen“, sagt Böhm. Dementsprechend komplex sei in diesem Fall die Fehlersuche.

In einem ersten Schritt sollen die Legionellen nun mit einer Reinigung und Desinfizierung aller Netze beseitigt werden. „Dafür werden die Leitungen erst per Wasserdruckspülung gereinigt, danach mit der Chemiekeule nachgespült“, sagt Böhm. Eine Fachfirma soll damit in den nächsten Wochen beauftragt, ein Detailplan für die Reinigung erstellt werden. Ziel der Badbetreiber ist es, die Spülungen vor allem außerhalb der Öffnungszeiten zu machen. Es können aber auch „stunden- oder tageweise Schließungen von Teilbereichen des ,blu’ oder auch des ganzen Bades“ erforderlich werden, sagt Böhm.

Planungsbüro soll die Ursache finden

Doch die Desinfektion allein löst das Problem offenbar nicht. Deswegen haben die Stadtwerke ein Planungsbüro damit beauftragt, „auf Grundlage der nun vorliegenden Gutachten Vorschläge zu erarbeiten, um die möglichen Ursachen der Keimbelastung nachhaltig und dauerhaft zu beseitigen“. Was genau das für Konsequenzen haben könnte, ist offen. „Doch damit wir das Legionellen-Problem nicht alle ein, zwei Jahre wieder haben, müssen wir jetzt herausfinden, wo genau die Ursache liegt“, sagt Böhm.

Für den Betrieb ergeben sich dadurch zunächst keine weiteren Einschränkungen. „Alle Reinigungsdurschen und die überwiegende Zahl der Handwaschbecken stehen zur Verfügung.“ Nur die Regenwaldduschen bleiben weiterhin gesperrt, da man dort keine Keimfilter einbauen könne, sagt Böhm.

Legionellen sind Bakterien, die gerade in Schwimmbädern häufiger Probleme machen. Sie können beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen – von grippeartigen Beschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen. Übertragen werden die Erreger durch zerstäubtes, vernebeltes Wasser, die belasteten Tröpfchen können sich durch die Luft verbreiten und eingeatmet werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

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