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Potsdam Fridericus-Mitarbeiter drohen mit Streik
Lokales Potsdam Fridericus-Mitarbeiter drohen mit Streik
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16:54 18.08.2019
Mitarbeiter-Protest in historischen Kostümen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

„Links am Schloss, da stinkt’s!“, skandierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Fridericus Servicegesellschaft (FSG) am Samstag vor dem Brandenburger Tor. So machten sie kurz vor dem Start der Schlössernacht in Sanssouci auf ihre prekären Arbeitsbedingungen in den Potsdamer Parks und Schlössern aufmerksam.

Wenig Urlaub und wenig Stundenlohn

In einem Theaterstück in historischen Kostümen prahlte König Fridericus, dass er zwar 400 Millionen Euro für Bauarbeiten und Renovierungen ausgeben könne, die Bediensteten aber „für kleines Geld“ für ihn arbeiten würden.

Ein Wachmann beschwerte sich daraufhin, dass er Tage und Nächte arbeiten müsse und nur einen Tag pro Woche frei habe, eine Schlossführerin, dass sie nur vier Wochen im Jahr Urlaub habe und „keinen Schilling Urlaubsgeld“ bekomme. Ein Kassierer erklärte, dass er für Krankentage nur halb so viel Geld wie normales Gehalt beziehe. Das Publikum reagierte mit Zustimmung und Applaus.

Rund 600 Menschen arbeiten in der Saison für Fridericus

Die FSG ist eine hundertprozentige Tochter der Stiftung Preußische Schlösser & Gärten (SPSG) und wurde 2006 zur Ausgliederung von Mitarbeitern gegründet. Derzeit sind dort 612 Bewacher, Reiniger, Kassierer, Schlossführer und Besucherbetreuer beschäftigt. Verdi-Mann Benjamin Roscher betonte, dass die Ausgründungen auf Druck der Politik geschehen seien und es sich daher nicht um klassische Tarifverhandlungen, sondern auch um politische Verhandlungen handle.

„Wir sind streikbereit und streikfähig. Im Ernstfall werden wir das Unternehmen auch bestreiken, bis wir die Arbeitsbedingungen haben, die wir verlangen“, kündigte er an.

Ein Haustarifvertrag nach öffentlichem Vorbild ist das Ziel

Das Unternehmen gehöre den Arbeitgeberverbänden Wache und Sicherheit sowie Gebäudereiniger an, so Andrea Germanus von der Gewerkschaft Verdi, die zu dem kreativen Protest im Rahmen der Schlössernacht aufgerufen hatte. Bezahlt würden die Mitarbeiter knapp über dem Mindestlohn, kritischer seien jedoch die schlechten Urlaubs- und Sonderzahlungsansprüche. Vor allem würden aber nicht alle FSG-Berufsgruppen in diese Arbeitsgeberverbände passen. Diese möchten nun nach dem Tarifvertrag TV-L für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bezahlt werden.

„Uns wird jetzt vorgeworfen, wir würden die Belegschaft spalten“, beschwert sich Germanus. „Doch das sind nicht wir, sondern die Stiftung, die unterschiedlich für gleiche Arbeit zahlt“. Sie möchte, dass FSG aus den Verbänden austritt. „Dann können wir mit offenem Visier verhandeln.“ Ein Haus-Tarifvertrag, der sich dem öffentlichen Tarifvertrag annähert, sei das Ziel.

Von Konstanze Kobel-Höller

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