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Potsdam Klinik in Potsdam benötigt mehr Muttermilch
Lokales Potsdam Klinik in Potsdam benötigt mehr Muttermilch
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09:32 28.10.2014
Frühchen haben einen schwierigen Start ins Leben.
Frühchen haben einen schwierigen Start ins Leben. Quelle: Klinikum
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Potsdam

Unzählige Mütter wollen den Frühchen helfen, die im städtischen Klinikum aufgepeppelt werden. Nachdem die MAZ darüber berichtet hatte, dass der Muttermilch-Vorrat auf der Frühgeborenenstation so gut wie aufgebraucht und kein Nachschub in Sicht ist, standen die Telefone im Bergmann-Klinikum nicht mehr still. "Viele Frauen haben uns angerufen, weil sie Muttermilch spenden wollen", sagt Klinik-Sprecherin Theresa Decker. "Leider kommen viele der Mütter aber nicht mehr als Spenderin in Frage, denn man kann nur spenden, bis das eigene Kind vier Monate alt ist." Das Klinikum hoffe aber weiter, dass sich stillende Frauen melden, deren Babys noch keine vier Monate alt sind.

Das Zeitfenster für eine Muttermilchspende ist klein – das weiß auch Sophie Sumburane aus Potsdam. Vor 15 Wochen hat sie Töchterchen Luana im "Bergmann" entbunden – es muss also sehr schnell gehen. Deshalb hat Sophie Sumburane sofort in der Milchküche des Klinikums angerufen, als sie von der Notlage erfuhr. Den Termin für den nötigen Gesundheitscheck und Bluttest hat die 27-Jährige nun in der Tasche, mit dem Abpumpen sei sie bei Kind Nummer 2 ohnehin vertraut. "Ich finde es wichtig, dem Klinikum in dieser Situation zu helfen, damit es die Frühchen mit Muttermilch ernähren kann, denn nichts ist besser und gesünder für die Kleinen." Sie werde denn auch bei Freundinnen und Bekannten, die gerade stillen, für die Aktion werben.

Mehr als ein Lebensmittel: Rund einen Liter Muttermilch benötigt die Frühchenstation am Tag. Quelle: Christel Köster

Seit 1966 gibt es die Milchbank am Klinikum. Von ihr profitieren vor allem Frühchen. Sie sind oft schwer krank, ihre Organe sind noch nicht fertig entwickelt, das Verdauungs- und Immunsystem ist besonders anfällig. Experten meinen, dass Frühgeborene Muttermilch nicht nur besser vertragen als industriell hergestellte Säuglingsnahrung, sondern auch ihre wertvollen Inhaltsstoffe für die Immunabwehr dringend brauchen. Frühchen, die mit Frauenmilch ernährt werden, würden seltener an Infektionen erkranken.

Die Frauenmilchbank am Klinikum besteht seit 1966, denn in der DDR war es Usus, dass stillende Mütter ihren Milchüberschuss abgaben. Anders in den alten Bundesländern: Dort wurde die letzte Frauenmilchbank in den 1970ern geschlossen. Inzwischen ist aber ein Trend zurück zur Spendermilch zu erkennen.

Info: Mütter, die spenden möchten und deren Kind keine vier Monate alt ist, rufen Tel. 0331/2415927 an.

Von Nadine Fabian

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